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3. November 2020, News in Spender & Patienten

Karneval, Corona und Stammzellspenden

Oliver Blum von „Die Blömcher“ wurde mit Stammzellspende Lebensretter

Oliver Blum, Musiker der kölschen Band „Die Blömcher“, im Interview mit der DKMS über seine Stammzellspende und Gemeinschaft in schwierigen Zeiten. Hofkonzerte bei Genossenschaften und in Seniorenheimen statt Auftritte in gefüllten Karnevalssälen. Durch Corona hat sich für Oliver Blum und seine Band „Die Blömcher“ einiges geändert. „Wir müssen in dieser Zeit mehr denn je zusammenhalten“, sagt der Urkölner. Als die DKMS fragte, ob er bereit sei, Stammzellen zu spenden, war für ihn deshalb klar: „Das mache ich – und rette so vielleicht einem anderen Menschen das Leben“. Im Interview erzählt er, was Karneval und Blutkrebs gemeinsam haben und warum er sich für die DKMS engagiert.

Oliver, erzähl doch erstmal was über dich.

Ich bin ein lebensfroher und optimistischer Mensch aus der Kölner Musikszene. Mein Vater hat 1970 mit „Blom un Blömcher“ eine Karnevalsmusikgruppe gegründet, da wurde ich quasi hineingeboren. Eigentlich bin ich gelernter Zahntechniker, aber seit 2004 lebe ich ausschließlich von der Musik. Mit meiner Band „Die Blömcher“ parodiere ich bekannte Chart-Hits und Evergreens, bin aber auch als Solist mit Gitarre und einem Pianisten unterwegs. Ebenso viel Spaß macht mir auch die Arbeit mit den „Jecke Öhrcher“. Das ist ein Chor mit hörgeschädigten Kindern und Jugendlichen, die mit Hilfe von Gebärdensprache die von mir gesungenen kölschen Lieder darstellen. Somit bin ich viel auf Karnevalsbühnen aber auch das ganze Jahr über unterwegs. Durch Corona mussten wir jetzt jedoch ein bisschen umdisponieren …

Was hat sich durch Corona für „Die Blömcher“ verändert?

Seit Anfang März läuft bei uns alles ganz anders. Wir als Bühnenkünstler haben den Drang, die Leute zu unterhalten. Weil mit dem Lockdown alle unsere Auftritte abgesagt wurden haben wir – zuerst als Gag gedacht – bei einem befreundeten Metzger für die wartenden Kundinnen und Kunden vor dem Geschäft gespielt. Das kam so gut an, dass wir beschlossen, weitere Open Airs vor Supermärkten, auf Baumarktplätzen und überall, wo Warteschlangen entstanden, zu spielen.

Das hat sich rasend schnell herumgesprochen und aus dieser Aktion haben sich die Hofkonzerte entwickelt. Zu unserer Musik saßen die Anwohner:innen auf ihrem Balkon und haben mitgesungen – eine sehr außergewöhnliche Stimmung. Besonders emotional war ein Auftritt im Seniorenheim. Die Bewohnerinnen und Bewohner durften zu dem Zeitpunkt keinen Besuch empfangen und waren isoliert. Wir haben im Innenhof Kölsche Lieder gespielt und sie konnten vom Fenster auszuschauen. Die Leute brauchen Gemeinschaftsgefühl. Sei es beim Schunkeln im Karneval oder bei unseren Konzerten. Für mich gehört zu einer Gemeinschaft auch, dass man sich gegenseitig hilft.

Gegenseitige Hilfe – darauf sind auch unsere Patient:innen angewiesen, für die eine Stammzellspende oft die letzte Überlebenschance ist. Wie kam es dazu, dass du dich bei der DKMS registriert hast?

Vor zwei Jahren haben Karnevalskollegen eine Registrierungsaktion für einen Tanzoffizier gestartet, der an Blutkrebs erkrankt war. Dennis brauchte dringend eine Stammzellspende. Da habe ich mich zum ersten Mal näher mit dem Thema auseinandergesetzt und mich bei der DKMS registrieren lassen. Dieses Jahr rief die DKMS dann tatsächlich an und sagte, dass ich als Stammzellspender in Frage komme. Zuerst habe ich daran gedacht, wie es wäre, wenn einer meiner Freunde oder jemand aus meiner Familie erkranken würde. Bei nahestehenden Personen würde niemand lange überlegen, sondern direkt helfen. Warum also nicht auch für eine fremde Person? Wenn ein kleiner Eingriff Leben retten kann, dann ist das für mich selbstverständlich.

80 Prozent aller Stammzellspenden verlaufen peripher, also über eine Blutentnahme. Du gehörst zu den wenigen Menschen, bei denen die Stammzellen über den Beckenkamm entnommen wurden. Wie war das für dich?

Die Knochenmarkspende findet unter Vollnarkose statt. Vor der Spende war ich positiv eingestellt und habe vor allem an den Patienten gedacht. Mein eigenes Leben ist bisher so gut verlaufen; da soll ein vergleichsweiser kleiner Eingriff nicht im Weg stehen, jemanden ein Weiterleben zu ermöglichen. Nach der OP war ich schnell wieder fit und bin eine Nacht zur Beobachtung in der Klinik geblieben. Die Tage danach habe ich bewusst etwas ruhiger verbracht und mich ausgeruht.

Warum engagierst du dich auch nach deiner Spende für die DKMS?

Es ist ein unglaubliches Gut, wenn man anderen Menschen das Leben retten kann. Ich kann verstehen, wenn man zunächst skeptisch ist und nicht weiß, was auf einen zukommen würde. Deshalb ist Aufklärung unglaublich wichtig. Wir müssen informieren, erklären, warum es wichtig ist, sich registrieren zu lassen und damit zu potenziellen Lebensretter:innen zu werden. Dass sie damit zu potenziellen Lebensrettern werden. Im Karneval, in schwierigen Zeiten wie Corona und im Kampf gegen Blutkrebs brauchen wir Gemeinschaft. Wer sich bei der DKMS registrieren lässt, ist Teil eines großen Miteinanders – und schenkt Hoffnung, wenn sie dringend gebraucht wird.

Vielen Dank für das Interview!

Mehr dazu auch in unserer aktuellen Pressemitteilung.

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