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12. Juli 2017, News in Medizin & Forschung

Stamm­zell­trans­plan­tationen: Welche Arten gibt es?

Die wichtigsten Infos zu den Transplantationsarten

Bei verschiedenen bösartigen Erkrankungen des Knochenmarks und des lymphatischen Systems (Leukämien, Lymphome, Plasmozytome) hat sich die Transplantation von Blutstammzellen aus Knochenmark oder peripherem Blut als Behandlungsform mit der größtmöglichen Heilungschance erwiesen. Doch welche Transplantationsarten gibt es eigentlich?

1. ALLOGENE STAMMZELLTRANSPLANTATION

Bei der allogenen Transplantation werden Knochenmark- bzw. Blutstammzellen von einem Familien- oder Fremdspender übertragen. Diese fremden Zellen würden ohne Unterdrückung des Immunsystems vom Empfänger abgestoßen. Verhindert wird dies durch eine hoch dosierte Chemotherapie, gegebenenfalls in Kombination mit einer Ganzkörperbestrahlung. Dadurch werden zum einen die bösartigen Tumorzellen zerstört, zum anderen aber auch die Stammzellen des Patienten unterdrückt. Sie können in der Folge allmählich durch die Spenderzellen ersetzt werden. Im Anschluss an die Transplantation ist die Gabe von Medikamenten zur Unterdrückung der Immunabwehr nötig, um eine Abstoßungsreaktion (GvHD) zu vermeiden.

2. AUTOLOGE STAMMZELLTRANSPLANTATION

Bei der autologen Transplantation handelt es sich um eine Transplantation mit eigenen Stammzellen. Hierbei werden Stammzellen aus dem Blut des Patienten entnommen, von Tumorzellen gereinigt und anschließend eingefroren bzw. gelagert, um sie dem Patienten nach einer hoch dosierten Chemotherapie zurückzugeben. Obwohl es sich also im eigentlichen Sinne um eine Reimplantation handelt, hat sich international die Bezeichnung Transplantation durchgesetzt. Der Vorteil der autologen Transplantation liegt darin, dass man keinen passenden Spender suchen muss. Auch eine mögliche Abstoßungsreaktion des Transplantates (GvHD) entfällt, wodurch diese Form der Transplantation auch bei älteren Menschen durchgeführt werden kann. Die Gabe von abwehrschwächenden Medikamenten, die viele Nebenwirkungen mit sich bringt, entfällt ebenfalls. Doch es gibt auch Nachteile. Da eine Abstoßungsreaktion entfällt, kommt es auch nicht zur Erkennung und Abstoßung von Leukämiezellen durch ein neues Abwehrsystem (sogenannter Graft-versus-Leukemia-Effekt = GvL-Effekt). Hierdurch steigt nach der autologen Stammzelltransplantation das Rückfallrisiko

3. HAPLOIDENTE STAMMZELLTRANSPLANTATION

Eine besondere Form der allogenen Transplantation ist die haploidente Transplantation. Bei dieser spendet in der Regel ein Elternteil für ein erkranktes Kind. Haploident bedeutet, dass Spender und Empfänger hinsichtlich der HLA-Merkmale nur zur Hälfte übereinstimmen. Die mangelnde Übereinstimmung bedeutete früher eine hohe Rate an schweren Abstoßungsreaktionen und vermehrtem Transplantatversagen. In den vergangenen Jahren haben Therapiefortschritte und die Möglichkeit, bestimmte Zellen aus dem Transplantat auszusortieren, es möglich gemacht, dass diese Art der Transplantation eine Option sein kann, wenn kein passender Familien- oder Fremdspender gefunden werden kann.

4. SYNGENE STAMMZELLTRANSPLANTATION

Bei der syngenen Transplantation handelt es sich um die Übertragung von Blutstammzellen eineiiger Zwillinge. Da hier eine 100-prozentige Übereinstimmung der Gewebemerkmale vorliegt, kommt es auch hier, wie bei der autologen Transplantation, zu keiner Abstoßungsreaktion.

Für alle Transplantationsarten gilt: Welche Form zur Anwendung kommt, entscheidet der behandelnde Arzt nach sorgfältiger Abwägung. Entscheidend hierbei ist das jeweilige Krankheitsbild sowie der Gesundheitszustand des Patienten.

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