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15. Dezember 2021, Pressemitteilung in Organisation & Transparenz

Mitmenschlichkeit rettet tausende Leben

DKMS Stammzellspenden für Patient:innen mit Blutkrebs gingen in 45 Länder - Transplantationseinheit für Kinder mit Thalassämie in Indien eröffnet

Tübingen, 15. Dezember 2021 – Seit 30 Jahren erfüllt die gemeinnützige DKMS ihre Mission, so vielen Menschen mit Blutkrebs wie möglich das Leben zu retten. In ihrem Jubiläumsjahr 2021 wird die internationale Organisation mindestens 7700 Stammzellspenden vermittelt haben. „Dies ist dem ungeheuren Einsatz unserer tausenden Echtspenderinnen und Echtspender in diesem Jahr zu verdanken“, sagt Dr. Elke Neujahr, Vorsitzende der Geschäftsführung der DKMS Gruppe. „Es ist ein großer Akt der Mitmenschlichkeit, dass diese Lebensheldinnen und -helden auch unter den restriktiven Umständen der Pandemie ihre volle Bereitschaft bewiesen haben, in die Entnahmezentren zu reisen und Stammzellen zu spenden.“ Gleichzeitig ließen sich dieses Jahr allein in Deutschland rund 430.000 Menschen neu registrieren – vorwiegend online.

Blutkrebs ist die häufigste Krebserkrankung, an der Kinder sterben müssen. Alle zwölf Minuten erhält in Deutschland ein Mensch die niederschmetternde Diagnose Blutkrebs, weltweit sogar alle 27 Sekunden. Das sind mehr als eine Million Fälle jedes Jahr. Viele Patient:innen benötigen dringend eine lebensrettende Stammzellspende. Es ist ihre einzige Chance. Hinter den Zahlen verbergen sich unzählige emotionale Geschichten von kleinen und großen Krebskranken, deren Freunden und Familien sowie tausenden Echtspender:innen.

Begonnen hat das weltweite Engagement der DKMS im Jahre 1991 mit dem Schicksal von Mechtild Harf. Ihr Ehemann und DKMS Gründervater Peter Harf versetzte damals mit seinen Töchtern und Verwandten buchstäblich Berge, um ihr Leben zu retten. Doch Mechtild verlor den Kampf gegen die Leukämie. Harf versprach seiner Frau kurz vor dem schmerzlichen Verlust, dass er so vielen Menschen wie möglich dieses Schicksal ersparen wollte – bis heute sind daraus 95.000 neue Lebenschancen entstanden. Mit mehr als 1.000 Mitarbeiter:innen in sieben Ländern auf fünf Kontinenten gelingt es jeden Tag 21 Mal, die erhoffte zweite Chance auf Leben zu geben. „Dass dies möglich ist, verdanken wir unseren mehr als elf Millionen registrierten Spenderinnen und Spendern weltweit – und unseren tausenden Unterstützern und Kooperationspartnern rund um den Globus,“ so Dr. Elke Neujahr.

Um die Heilungschancen der Patient:innen zu erhöhen, fördert und betreibt die DKMS außerdem fortlaufend Wissenschaft und Forschung, veranlasst wichtige Studien und findet immer neue essenzielle Allele, die zur verbesserten Bestimmung der genetischen Merkmale der Spender:innen beitragen. Diese Daten entscheiden darüber, ob es für Blutkrebspatient:innen den perfekten genetischen Zwilling gibt. Am DKMS Wissenschaftsstandort Dresden arbeiten mehr als 200 Expert:innen in der eigenen Clinical Trials Unit und im weltweit führenden Labor für Typisierungen an innovativen Schritten.

Für noch mehr Lebenschancen: Transplantationsstation für Kinder in Indien eröffnet
Hilfe für Kinder mit lebensbedrohlichen Erkrankungen des blutbildenden Systems in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommensniveau sind ein weiteres wichtiges Anliegen der DKMS. Innerhalb des Programms „Zugang zur Transplantation“ arbeitet die DKMS mit lokalen Partnern zusammen, um eine zuverlässige medizinische Versorgung von Patient:innen auch in benachteiligten Regionen zu ermöglichen. Im indischen Bangalore wurde jüngst eine Transplantationsstation für Kinder aufgebaut. „Jeder Mensch hat die Chance auf Heilung verdient – egal in welchem Land dieser Erde. Wir beschreiten immer neue Wege und verbessern die Situation für Patient:innen, damit wir so vielen Menschen wie möglich helfen können. Meine tiefe Überzeugung ist, dass wir Blutkrebs und andere lebensbedrohliche Blutkrankheiten nur mit einem ganzheitlichen Ansatz wirksam besiegen“, betont Dr. Neujahr.

In der hochmodernen medizinischen Einrichtung im gemeinnützigen Bhagwan Mahaveer Jain Hospital (BMJH) können nun künftig jedes Jahr bis zu 120 Kinder mit der lebensbedrohenden Blutkrankheit Thalassämie und aplastische Anämie eine hoffentlich lebensrettende Stammzelltransplantation von einer Spenderin oder einem Spender aus der eigenen Familie erhalten. Die DKMS hilft den oft benachteiligten Familien durch finanzielle Unterstützung. Die neue Station wurde in Gedenken an Mechtild Harf nach ihrem Namen benannt. Dies ist erst der Anfang, es sollen weitere Einrichtungen auch in anderen Regionen der Erde folgen, um vielen kleinen und großen Menschen Hoffnung auf ein gesundes Leben zu ermöglichen.

Fakten zu den Stammzellspenden der DKMS

Inzwischen ist die DKMS global tätig und ist längst über die Grenzen Deutschlands hinaus in Polen, in den USA, im Vereinigten Königreich, in Chile, Indien und Südafrika vertreten. Heute stellt die Gruppe über ihren Spenderpool ein Viertel aller weltweit verfügbaren potenziellen Stammzellspender:innen (25,5 Prozent). Seit ihrer Gründung hat sie mehr als 95.000 Stammzellspenden ermöglicht.

Im Jahr 2021 erhielten 978 Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre, 1.812 Frauen und 4.274 Männer ab 18 Jahren unverwandte Stammzellen, die von der DKMS vermittelt wurden (Stand: 30.11.).

Allein bei der DKMS in Deutschland waren es in diesem Jahr 5115 durchgeführte Stammzellentnahmen (Stand 30.11.). 75 Prozent der Spenden wurden zu Patient:innen ins weltweite Ausland gebracht. 2021 waren es 45 Länder, in die Kuriere die lebensrettenden Zellen transportierten. Zu ihnen gehören beispielsweise Australien (83 Stammzellspenden), Chile (22), Frankreich (391), Großbritannien (325), Iran (14), Israel (11), Kanada (221), Neuseeland (24), Polen (105) und die USA (981).

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Wir klären über Blutkrebs auf: regional, national und immer öfter auch international. Denn Aufklärung braucht Öffentlichkeit und unsere Öffentlichkeitsarbeit rettet Leben. Unser Ziel ist es, mittels aufmerksamkeitsstarker Medienberichte immer mehr Menschen dazu zu bewegen, sich dem Kampf gegen Blutkrebs anzuschließen: als registrierte Stammzellspender:innen oder als finanzielle oder ehrenamtliche Unterstützer:innen der DKMS.

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