DKMS Fußballhelden 26/27: Wir zeigen Blutkrebs die Rote Karte
Seit Anfang August ist die DKMS Fußballhelden-Saison 2026/27 in vollem Gange. Gemeinsam zeigen Amateurfußballer:innen in Deutschland erneut Blutkrebs die Rote Karte. Und schaffen zweite Lebenschancen für Patienten wie Levin.
Nicht nur die Profis kehren aktuell auf die Bolzplätze der Republik zurück. Auch Deutschlands Amateurfußballer:innen starten – wie die DKMS Fußballhelden – in eine neue Saison. Doch einer von ihnen wird vorerst auf dem Grün fehlen: Levin.
Der 13-Jährige aus Bönen im Kreis Unna ist leidenschaftlicher Fußballer und spielt aktuell beim TSC Eintracht Dortmund. Doch statt mit seinen Mannschaftskollegen auf dem Platz zu kicken, bestimmen Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte seinen Alltag. Levin leidet an einer seltenen Erkrankung des Knochenmarks. Er benötigt dringend eine Stammzellspende, um zu überleben.
Amateurfußball schenkt Leben
Für Kinder und Jugendliche wie Levin braucht es Menschen, die aktiv werden. Dass gerade Amateurfußballvereine dabei viel bewegen können, haben die Teilnehmer:innen der vergangenen Saison der DKMS Fußballhelden eindrucksvoll bewiesen. Tausende potenzielle Stammzellspender:innen haben sie in ihren Vereinen registriert.
Seit dem 1. August läuft bereits die neue Saison des Wettbewerbs. Auch in dieser Spielzeit sind Fußballvereine aus ganz Deutschland aufgerufen, Registrierungsaktionen im eigenen Vereinsheim oder bei Turnieren zu organisieren und gemeinsam Blutkrebs ins Aus zu kicken. Wie der TSV Turnerbund München, Sieger der letztjährigen DKMS Fußballhelden.
TSV Turnerbund München: Ein Verein macht sich für den achtjährigen Jakob stark
Beim TSV Turnerbund München begann alles mit dem Schicksal des achtjährigen Jakob. Der junge Fußballer vom DJK Fasangarten erkrankte an Blutkrebs. Seine Schwester spielt beim Turnerbund Fußball. Über ihre Familie erfuhr der TSV von Jakobs Erkrankung und für die Verantwortlichen war klar: Sie wollen helfen. „Wir wollten nicht einfach nur davon hören, sondern mit anpacken und etwas bewirken“, erzählt Mladenko Jurisic, Jugendleiter des TSV Turnerbund München.
Trainer:innen, Betreuer:innen, Eltern und Nachwuchsspieler:innen organisierten daraufhin zahlreiche Registrierungsaktionen. Neben eigenen Veranstaltungen nutzte der Verein unter anderem Turniere und Spiele beim SC München, SV Lengdorf und bei der Spielvereinigung Unterhaching, die die Clubs organisiert hatten. Nachwuchsspieler der U15 und U16 zogen sogar an einem Spieltag mit Bauchläden an die Isar und warben dort für neue potenzielle Stammzellspender:innen.
Das Engagement zahlte sich aus: Am Ende sicherte sich der TSV Turnerbund München den ersten Platz der vergangenen Fußballhelden-Saison mit 673 Registrierungen. Rein statistisch werden hieraus in der Zukunft sechs Spender hervorgehen, die Leben retten können. Das ist der größte Sieg von allen.
Der Amateurfußball als gesellschaftliches Netzwerk
Für Jurisic ist der Erfolg vor allem ein Beispiel dafür, welche gesellschaftliche Kraft im Amateurfußball steckt: „Ein Verein besteht schließlich nicht nur aus Tabellen und sportlichen Ergebnissen. Ein Verein ist auch ein großes Netzwerk und kann weit über den Fußball hinaus etwas bewirken. Wenn es um das Leben eines Menschen geht, muss man anpacken und die Möglichkeiten nutzen, die man hat, um zu helfen und vielleicht sogar ein Leben zu retten.“
Dafür braucht es keine Großveranstaltung. Ein Heimspiel, ein Turnier oder ein Vereinsfest können bereits den passenden Rahmen bieten, so der 45-Jährige. „Der Aufwand ist klein, vor allem gemessen an dem, was sich dadurch erreichen lässt“, sagt Jurisic. „Eine Registrierung dauert rund zehn Minuten. Wenn man sich vor Augen führt, was daraus entstehen kann, ist das sehr gut investierte Zeit.“
SV Fischbach: Erster Lebensretter nach wenigen Wochen
Wie konkret diese Hilfe werden kann, zeigt die Geschichte des hessischen Amateurvereins SV Fischbach. Der Verein belegte in der vergangenen Fußballhelden-Saison mit 224 Registrierungen den dritten Platz. Ausgangspunkt für das Engagement der Hessen aus dem Taunus-Kreis war ein Erkrankungsfall in den eigenen Reihen. Eine Spielerin der Damenmannschaft, die gleichzeitig die Herrenmannschaft betreut, erkrankte an Leukämie. Der Verein nahm daraufhin kurzerhand Kontakt zur DKMS auf.
„Ursprünglich hatten wir nur 100 Registrierungssets bestellt, weil wir selbst gar nicht davon ausgegangen waren, dass so viele Menschen mitmachen würden“, erinnert sich Adrian Keller, Spieler und Mitorganisator. Doch die Aktion entwickelte schnell eine Dynamik, die weit über den eigenen Verein hinausging. Auch Menschen aus dem Nachbarort, andere Vereine und Familien gegnerischer Mannschaften beteiligten sich. Sogar in Social Media und der Presse konnte der Verein damit Aufmerksamkeit schaffen. „Obwohl es untereinander natürlich eine gewisse sportliche Rivalität gibt, haben bei diesem Thema alle an einem Strang gezogen und geholfen“, erzählt Keller.
Einer der Fußballer, die durch die Aktion zur Registrierung motiviert wurden, spendete tatsächlich bereits kurze Zeit später Stammzellen und ermöglichte so einem Menschen eine zweite Lebenschance. Der Spender kommt aus dem Nachbarverein TuS Hornau, dessen Mitglieder ebenfalls mitgemacht haben. Seine Mannschaft befand sich zum Zeitpunkt der Spende mitten im Aufstiegsrennen. Sein Trainer stellte ihn aber ohne Zögern für die Stammzellspende frei. Ein Menschenleben zu retten, das hatte klar Vorrang. Für Keller ist die Erfahrung deshalb auch ein Appell an andere Amateurvereine, mitzumachen. „Bei uns waren es im Grunde ein Telefonat und zwei E-Mails. Danach bekommt man die Registrierungssets zugeschickt und dort steht genau beschrieben, wie alles abläuft.“
DKMS Fußballhelden für Levin und andere
Geschichten wie die aus München und Fischbach zeigen, warum auch in der neuen Fußballhelden-Saison möglichst viele Vereine gebraucht werden. Einer von denen, die dringend auf Hilfe angewiesen sind, ist Levin. Der 13-Jährige leidet an einer hypozellulären refraktären Zytopenie des Kindesalters (RCC), einer seltenen Erkrankung des Knochenmarks. Er benötigt zum Überleben dringend eine Stammzellspende.
„Der Junge gehört einfach auf den Fußballplatz“
Fußball begleitet ihn schon einen großen Teil seines Lebens. Er spielte zunächst für den Königsborner SV 1880/1911, anschließend für den VfB Waltrop und nun für die TSC Eintracht Dortmund. „Levin soll wieder gesund werden und ein normales Teenagerleben führen können. Er hat ein großes Herz und immer ein Lachen im Gesicht. Wir hoffen alle, dass er wieder Fußball spielen kann, das liebt er so sehr“, sagt Guido, Freund der Familie, dritter Vorsitzender der SpVg Bönen 84/94 und Mitinitiator einer Registrierungsaktion für Levin. „Der Junge gehört einfach wieder gesund dorthin, wo er am liebsten ist: auf den Fußballplatz.“
Mit der Teilnahme bei den DKMS Fußballhelden können Amateurvereine ein starkes Zeichen für Levin und andere Erkrankte setzen: anmelden, eine Registrierungsaktion starten und gemeinsam Blutkrebs die Rote Karte zeigen.
Das könnte Sie auch interessieren

News in Spender & Patienten
Auf zwei Rädern gegen Blutkrebs: 6.000 Kilometer für die Hoffnung

News in Spender & Patienten
In die Fußstapfen des besten Freundes

News in Partner & Netzwerk
Wenn der Deich brennt, ist Leben retten ganz einfach

News in Spender & Patienten
„Danke, dass du mein Leben gerettet hast“










