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20. Mai 2019, News in Partner & Netzwerk

Im WBCD-Talk: Schauspieler Ivo Kortlang

„Die junge Generation möchte helfen!“ - Der Schauspieler über die Wichtigkeit, junge Menschen zielgruppengerecht über Blutkrebs zu informieren

Am 28. Mai 2019 findet der jährliche World Blood Cancer Day (WBCD) statt. In diesem Jahr hat die DKMS insbesondere junge Menschen dazu aufgerufen, im Kampf gegen Blutkrebs zu helfen. Dabei wird die DKMS von Schauspieler Ivo Kortlang unterstützt, der gemeinsam mit Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow am 24. Mai eine Schule in Erfurt besuchen wird. Im DKMS-Talk spricht er unter anderem darüber, wie man die junge Zielgruppe aus seiner Sicht motivieren kann und was ihn mit der transplantierten Patientin Rinah verbindet.

„Für mich ist die DKMS ein wichtiger Ansatz, um zu helfen. Sich einfach zu registrieren und dadurch wirklich aktiv Leben zu retten, anderen Menschen zu helfen – ich glaube, dafür sind viele Jugendliche zu begeistern“, sagt Schauspieler Ivo Kortlang. Der 25-jährige Berliner freut sich schon darauf, mit den Schülerinnen und Schülern in Erfurt persönlich darüber zu sprechen, warum es so wichtig und gleichzeitig so einfach ist, den Kampf gegen Blutkrebs zu unterstützen. „Ich finde es sinnvoll, dass die DKMS an Schulen geht. Ich hätte mir das rückwirkend auch für mich gewünscht. Es muss klarwerden, wie eigentlich jeder mithelfen kann, Leben zu retten, indem er sich in der DKMS registriert“, sagt er. Er ist sich sicher: „Wenn man genau das zeigt, dann sind sie dabei, die junge Generation möchte helfen.“


Lieber Ivo, ganz herzlichen Dank für Deine Unterstützung – wir freuen uns sehr, Dich an unserer Seite zu haben. 2019 besuchen wir zum World Blood Cancer Day (WBCD) Schülerinnen und Schüler in Erfurt. War das Thema Blutkrebs eigentlich zu Deiner Schulzeit präsent?

Es war leider überhaupt kein Thema in meiner Schule. Der erste Kontakt mit Blutkrebs waren die Plakate der DKMS. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass sie mir als Kind aufgefallen sind – darauf diese Stäbchen, die sich jemand in den Mund steckt. Ich habe meine Mutter und meinen Onkel gefragt: Was ist das eigentlich? Warum machen die das? Und dann haben sie mir das einfach erklärt. Leider gab es nie so eine Schulaufklärungsaktion wie beispielsweise in Erfurt in meiner Schule.

Die DKMS will zum WBCD künftig noch umfassender über das Thema Blutkrebs und Stammzellspende aufklären und insbesondere junge Menschen dafür sensibilisieren. Wie sollten wir aus Deiner Sicht die junge Zielgruppe am besten ansprechen?

Das Naheliegende, an das alle vielleicht erst mal denken, ist über Social Media. Ich kenne es aus meinem Freundeskreis und von meiner Schwester, die 19 Jahre alt ist: Wir sind alle bei Social Media unterwegs. Man kennt es von sich selbst. Man will mit dem Smartphone ein bisschen vom Alltagsstress runterkommen, und dann kann es natürlich sein, dass man das Thema DKMS zwar sieht, aber vielleicht einfach weiterscrollt. Ich finde daher so eine Aktion, dass die DKMS an Schulen geht, total sinnvoll. Im ersten Schritt zeigt man den jungen Leuten informativ, was Blutkrebs ist, was die Krankheit mit den Betroffenen macht und was sie für Auswirkungen auf das Umfeld hat. Im zweiten Schritt geht es darum, wie man konkret helfen kann, nämlich durch eine Stammzellspende, sowie darüber aufklärt und verdeutlicht, wie das funktioniert. Wenn man genau das zeigt, dann sind die Leute mit dabei, vor allem die junge Generation – denn die möchte helfen.

In diesem Zusammenhang noch eine Frage, die bestimmt viele Fans interessiert: Hattest Du eigentlich ein Lieblingsschulfach?

Mein Lieblingsschulfach – vor allem am Ende der Schulzeit – war Biologie. Dafür bekamen wir die meisten Hausaufgaben und ich hatte auch Bio-Leistungskurs im Abitur – aber ich habe diese Hausaufgaben immer total gerne gemacht. Ich habe diese ganzen Seiten durchgearbeitet und fand es toll – man lernt so viel über den eigenen Körper, über die Abläufe, man lernt viel über die Umwelt, wie die Dinge ineinanderspielen – eigentlich wie Leben funktioniert. Und das fand ich schon immer total spannend.

Warum engagieren sich aus Deiner Sicht allgemein junge Menschen sozial?

Bei mir ging es mit 14 oder 15 Jahren los, dass ich mich viel mit Politik beschäftigt habe. Man kommt auf diese Welt, man ist ein Kind, man fängt an, jugendlich zu sein, und dann beginnt es, dass Dir Ungleichgewichte und unfaire Sachen auffallen. Dann möchte man das besser machen. Meine Generation ist mit dem Internet aufgewachsen, und wir haben 24 Stunden, sieben Tage die Woche Zugriff auf alle möglichen Skandale, man kann es alles nachlesen, etwa wie die Umwelt verschmutzt wird und wie Profitgier Menschen schadet. Viele junge Menschen sind informiert und fragen sich, wie können wir jetzt konkret helfen? Sei es sozial, sei es politisch, sei es für „Fridays for Future“, übrigens auch eine gute Sache. Für mich ist die DKMS ein wichtiger Ansatz. Sich einfach zu registrieren und dadurch wirklich aktiv Leben zu retten, anderen Menschen zu helfen – ich glaube, dafür sind viele Jugendliche zu begeistern.

Du kennst die Arbeit der DKMS von den Dreharbeiten zur VOX-Serie „Club der roten Bänder“. Damals hattet ihr Besuch am Set von Rinah, einer jungen Blutkrebspatientin, die durch eine Stammzellspende eine neue Lebenschance erhalten hatte. Ist Dir im Zuge dessen durch den Kopf gegangen, wie schnell es gehen kann, dass eine schwere Erkrankung plötzlich und unvermittelt auftritt und das Leben verändert?

Das Treffen mit Rinah war ein Schlüsselmoment für mich. Es hat mir gezeigt, dass selbst junge Menschen nicht von Krankheit verschont bleiben. Diese Identifikation war so naheliegend, dass ich geschaut habe: Wie wäre das eigentlich, wenn ich so eine Diagnose bekommen würde? Dann würde ich mir doch auch wünschen, dass es registrierte Menschen gibt, die als Spender infrage kämen, und ich weiter auf dieser Erde bleiben könnte.

Ich habe mir mit einer Freundin dieses Thema angeschaut, und wir haben gemerkt, okay, wir haben noch viele Fragen und Vorbehalte. Das Treffen mit Rinah hat dazu geführt, dass ich mich entschieden habe, mich bei der DKMS zu registrieren. Das werden wir gemeinsam machen, am World Blood Cancer Day, wenn wir an der Schule sind. Ich habe eine schöne Vereinbarung mit der schon erwähnten Freundin getroffen. Wir registrieren uns beide, und wenn einer mal für eine Spende infrage kommen sollte, unterstützt die andere Person und kommt mit zur Entnahme.

Rinah war damals Gesicht eines Werbespots bei VOX, der im Rahmen der zweiten Staffel vom „Club der roten Bänder“ ausgestrahlt wurde. Im Spot sieht man Rinah im Krankenhaus-Set der Serie, und sie berichtet über ihr Glück, den passenden Spender gefunden zu haben. Daraufhin ließen sich mehr als 10.000 Zuschauer als Spender registrieren, 19 davon haben bereits Stammzellen gespendet. Was sagst Du dazu?

Wenn ich das höre, ist es fast ein bisschen surreal. Es ist vier Jahre her, dass wir angefangen haben, dieses Projekt vorzubereiten, den „Club der roten Bänder“. Wir haben uns kennengelernt und sind in die erste Staffel gestartet. Es war allen klar, wir machen hier was für unser Herz – aber wir hatten noch nicht die leiseste Ahnung, wie viele Leute das auch toll finden und ihre Geschichten teilen werden. Mit der Ausstrahlung der ersten Staffel haben wir eine riesige Reichweite bekommen und viele Menschen erreicht.

In der zweiten Staffel kam es dann zu der Zusammenarbeit zwischen VOX und der DKMS. Wir haben ein Herzensprojekt mit einer sinnvollen Aktion kombiniert, das Leben retten kann. Es ist großartig, dass man Teil davon ist, dass man mit dafür aufgerufen hat und dass sich letztlich 10.000 Leute registriert und 19 davon sogar schon gespendet haben. Letztlich kommt es im Leben auf sowas an. Natürlich wir sind alle in unseren Berufen und verdienen unser Geld, aber wir wollen auch etwas bewegen in dieser Welt und wollen mit dem Herz da sein.

Warum ist es Dir eine Herzensangelegenheit, Dich für die DKMS zu engagieren?

Für mich ist es wichtig, mich für die DKMS zu engagieren – eben weil ich kein Betroffener bin oder auch keine Betroffenen in meinem Umfeld habe, sondern weil ich einer von denjenigen bin, die lange keinen Kontakt hatten, dafür aber Vorbehalte und auch gefährliches Halbwissen. Diese Leute möchte ich gerne einsammeln und ihnen zeigen: Wenn man sich damit nur ein bisschen auseinandersetzt, merkt man, dass man diese Hilfe auch haben wollen würde. Wenn man selbst von Blutkrebs betroffen ist, kann eine Stammzellspende Dein Leben retten. Dafür möchte ich stehen!

Wie lautet Dein Appell an die Menschen?

Meine Botschaft an die Welt ist, weniger hier zu sein (zeigt an die Stirn) und wieder mehr hier zu sein (zeigt aufs Herz), wieder mehr mit- und füreinander zu sein und weniger die ganze Zeit sich hier (zeigt erneut auf die Stirn) abzutrennen und die ganze Zeit wegzuschauen.

Wie man das letztlich macht, für welche Sachen man sich einsetzt oder wofür man besonders viel Mitgefühl hat, sei es die Umwelt oder irgendwas Soziales, benachteiligte Gruppen oder eben die DKMS – Hauptsache ist, man tut etwas. Niemand muss alle Sachen gut finden, das geht gar nicht. Also, sucht Euch eine Sache raus!

Für mich ist es die DKMS, für die ich mich einsetzen möchte. Denn das ist auch noch so einfach. Man kriegt die Stäbchen zugeschickt, nimmt einen Wangenschleimhautabstrich im Mund und schon ist man registriert. Das heißt noch lange nicht, dass es einen potenziellen Patienten gibt, aber man kann sich weiter damit auseinandersetzen. Und vielleicht ein Leben retten.

Lieber Ivo, Danke für das Gespräch!

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