Pionierarbeit für Stammzelltherapie bei Blutkrebs › DKMS Media Center Skip to content

24. März 2026, News in Medizin & Forschung

Pionierarbeit für Stammzelltherapie bei Blutkrebs

US-amerikanischer Transplantationsforscher Prof. Robert Negrin erhält DKMS Mechtild Harf Wissenschaftspreis 2026

Für seine Erfolge in der Blutkrebsforschung und sein Engagement für den wissenschaftlichen Nachwuchs hat die DKMS Stiftung Leben Spenden Robert Negrin, MD, Professor für Medizin an der Stanford School of Medicine, mit dem Mechtild Harf Wissenschaftspreis 2026 ausgezeichnet.

  • DKMS Mechtild Harf Wissenschaftspreis 2026

    DKMS Pressefoto

    DKMS Mechtild Harf Wissenschaftspreis 2026

    Prof. Robert Negrin mit Dr. Elke Neujahr und Prof. Marcel van den Brinck

    JPG, 7,3 MB

  • DKMS Mechtild Harf Wissenschaftspreis 2026

    DKMS Pressefoto

    DKMS Mechtild Harf Wissenschaftspreis 2026

    Lars Velten, PhD mit Dr. Elke Neujahr, Prof. Robert Negrin und Sandeep Raj, MD

    JPG, 8,8 MB

  • DKMS Mechtild Harf Wissenschaftspreis 2026

    DKMS Pressefoto

    DKMS Mechtild Harf Wissenschaftspreis 2026

    Der Transplantationsforscher Prof. Robert Negrin wurde für seine Pionierarbeit [...]

    JPG, 8,6 MB

  • DKMS Mechtild Harf Wissenschaftspreis 2026

    DKMS Pressefoto

    DKMS Mechtild Harf Wissenschaftspreis 2026

    Der Transplantationsforscher Prof. Robert Negrin wurde für seine Pionierarbeit [...]

    JPG, 4,8 MB

. „Seine richtungsweisende Forschung hat die Behandlung von Blutkrebs entscheidend vorangebracht und wesentlich dazu beigetragen, Mechanismen von immunvermittelten Abstoßungsreaktionen besser zu verstehen“, betonte Prof. Marcel van den Brink, MD, PhD, Präsident des Krebszentrums City of Hope in Los Angeles und Vorsitzender des Medizinischen Beirats der DKMS. Die Auszeichnung wurde während der Jahrestagung der European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) in Madrid verliehen. Die DKMS ehrte außerdem vier vielversprechende Nachwuchsforschende, die sich mit neuen Therapien von Blutkrebs und Erkrankungen des blutbildenden Systems befassen. Die Projekte der vier Forscherinnen und Forscher werden mit dem hochdotierte DKMS John Hansen Research Grant 2026 gefördert.

Die allogene hämatopoetische Stammzelltransplantation (allo-HSZT) zählt heute zu den wirksamsten Therapien bei hämatologischen Erkrankungen wie Leukämien. Die T-Zellen des Immunsystems spielen hierbei eine doppelte Rolle: Sie erzeugen den lebensrettenden Graft-versus-Leukemia-Effekt (GvL), indem sie Krebszellen gezielt angreifen, verursachen aber gleichzeitig die potenziell tödliche Graft-versus-Host-Erkrankung (GvHD). Robert Negrin, MD, einer der führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Transplantationsimmunologie sowie aktueller Präsident der American Society of Hematology (ASH), stellte sich mit seiner Forschung der Kernfrage: Wie den GvL-Effekt maximieren, ohne GvHD zu riskieren?

In wegweisenden Mausmodellen demonstrierte Negrin, dass die Infusion von regulatorischen und konventionellen T-Zellen in einem bestimmten Verhältnis und zu einem definierten Zeitpunkt GvHD verhindert, den Krebs bekämpft und das Überleben sichert. 25 Jahre später steht dieses Konzept nun vor der klinischen Umsetzung für Patient:innen mit Blutkrebs, um Stammzelltransplantationen zu verbessern und sie sicherer und verträglicher zu machen. „Als ich die ersten Ergebnisse unserer Forschung sah, war ich sprachlos. Heute blicke ich voller Dankbarkeit auf mein wissenschaftliches Lebenswerk und die vielen außergewöhnlichen Menschen zurück, die dazu beigetragen haben“, betonte Negrin in seiner Rede bei der Preisverleihung. Auch das Engagement für junge Forschende ist ihm ein wichtiges Anliegen: „Ich hatte das Privileg, talentierte Menschen aus aller Welt bei ihrer wissenschaftlichen und medizinischen Ausbildung oder beim Start in ihre Karriere zu unterstützen – und von ihnen ebenso viel zu lernen.“

Bei der Preisverleihung unter dem Motto „35 Jahre Wissenschaft bei der DKMS“ wurden auch vier Nachwuchsforschende mit dem mit 240.000 Euro dotierten DKMS John Hansen Research Grant 2026 ausgezeichnet:

  • Sandeep Raj, MD (Memorial Sloan Kettering Cancer Center, New York, USA),
  • Lars Velten, PhD (Centre for Genomic Regulation, Barcelona, Spanien),
  • Satoshi Kaito, MD, PhD (Memorial Sloan Kettering Cancer Center, New York, USA),
  • Zhenyu Dai, MD, PhD (Stanford School of Medicine, Stanford, USA).

Die vielversprechenden Forschungsprojekte befassen sich mit neuen Therapieoptionen bei Blutkrebs und Erkrankungen des blutbildenden Systems, darunter neue mögliche Biomarker zur Personalisierung von Stammzelltherapien bei Hämoglobinopathien, neue und innovative Zelltherapien bei Akuter Myeloischer Leukämie (AML). Außerdem gibt es mögliche Ansatzpunkte zur Verbesserung von Therapien mit Chimären Antigenrezeptor-T-Zellen (CAR-T-Zellen), sowohl durch die Weiterentwicklung der CAR-T-Zellplattform und ihrer Herstellung als auch durch Strategien zur Modulation des Tumor-Immunmikromilieus zur Verbesserung der therapeutischen Wirksamkeit.

„Die Förderung des medizinischen und wissenschaftlichen Nachwuchses ist eine Investition in die Zukunft. Durch unser Netzwerk ermöglichen wir den wichtigen persönlichen Austausch“, betont Prof. Dr. Johannes Schetelig, Direktor für klinische Forschung bei der DKMS und Leiter der Abteilung für Stammzelltransplantation am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden. „Die Auszeichnung macht deutlich: Die Blutkrebstherapie von morgen braucht exzellente Forschung, persönliche Mentoren und internationale Vernetzung – Schlüsselfaktoren, die die DKMS seit 35 Jahren prägen.“

Das könnte Sie auch interessieren

0