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8. Mai 2020, News in Spender & Patienten

Julias größtes Geschenk zu Muttertag: Leben zu dürfen

„Danke, dass mein Kind seine Mama hat!“

Jedes Jahr am zweiten Sonntag im Mai ist Muttertag. Wir bedanken uns bei unseren Müttern besonders dafür, dass sie immer da sind und für uns sorgen. Dass Julia Pöschko (26) heute für ihre kleine Tochter da sein kann, war vor drei Jahren leider ungewiss, als der Verdacht einer Schwangerschaftsvergiftung sich als eine akute Leukämie entpuppte.

Julia Pöschko aus Oettingen empfindet jeden Tag als ein Geschenk. Wenn ihre dreijährige Tochter Eileen sie morgens weckt, und mit ihr spielen möchte, bedeutet das für sie großes Glück. Denn kurz nach der Geburt von Eileen, wurde bei Julia eine Leukämie festgestellt.

Zwei Monate vor dem errechneten Entbindungstermin fühlte sich die Industriekauffrau unwohl, hatte starke Schmerzen und Krämpfe im Oberbauch. Da ihre Blutwerte schlecht waren, vermutete man eine Schwangerschaftsvergiftung. Die Ärzte entschieden sich schließlich für einen Notkaiserschnitt und holten Eileen ein paar Wochen früher als geplant, gesund, auf die Welt.

Julias Gesundheitszustand besserte sich leider auch nach der Geburt nicht, und sie wurde zur Beobachtung zunächst auf die Intensivstation verlegt. „Ich habe meine Tochter kurz gesehen und musste mich dann wieder verabschieden“, erinnert sie sich. Sie hatte immer noch Schmerzen und ihr ging es richtig schlecht. „Es fühlte sich ganz komisch an, als ob mein Körper nicht mehr zu mir gehörte“.

Am nächsten Tag wurde die junge Mutter in ein anderes Krankenhaus verlegt. Nach zwei Tagen auf der Intensivstation durfte sie auf die Familienstation. Dann brachte man sie in die onkologische Ambulanz und punktierte ihr Knochenmark. Wieder hieß es zwei Tage warten, bis Julia schließlich die traurige Gewissheit erlangte – akute myeloische Leukämie.

Julia wurde entsprechend auf die onkologische Station verlegt. Eigentlich sind dort keine Neugeborenen erlaubt. Ihre Mutter setzte sich aber dafür ein, dass sie Eileen und die Familie weiterhin regelmäßig sehen konnte. Das gab ihr die Kraft durchzuhalten.

Schon bald darauf erhielt sie Chemotherapie. Weitere Untersuchungen ergaben, dass sie für eine Genesung eine Stammzellspende benötigen würde. Ihre Schwester passte, schied aber leider aus gesundheitlichen Gründen aus. Es wurde ein Fremdspender gesucht, der glücklicherweise bei der DKMS gefunden wurde – Jannick Immen (26), aus der Nähe von Flensburg. Damals wusste Julia aber nur, dass ihr Spender aus Deutschland kommt und ein junger Mann ist.

Die vielen Wochen der Ungewissheit im Krankenhaus waren für Julia fast unerträglich. „Ich hatte damals wahnsinnige Angst, besonders an den Tagen, an denen es mir richtig schlecht ging. Aber mein größtes Glück war, dass ich diesen kleinen Engel hatte, der mir jeden Tag bewusst gemacht hat, wieso ich nicht aufgeben darf, will und werde“, sagt Julia.

Im April 2017 erhielt Julia die Stammzellen und im Mai erlaubten ihr die Ärzte schon wieder nach Hause zu gehen. Natürlich musste sie noch sehr aufpassen, sich über Monate strikt an einen Essensplan halten und sich vor Infektionen schützen. Die aktuelle Situation empfindet sie nicht als extrem einschränkend, weil sie zu Krankenhauszeiten nicht einmal an die frische Luft durfte. Das Tragen von Handschuhen und Mundschutz hat sie nach der Zeit im Krankenhaus schon einmal erlebt.

Julia ist heute wieder gesund und genießt die Zeit mit ihrer Tochter. „Mama sein zu dürfen, ist für mich das Größte – jeden Tag möchte man diesen kleinen Menschen zum Lachen bringen und ihn glücklich sehen. Es ist ein Wunder, das in einem entstanden ist. Es erfüllt mich von ganzem Herzen und ich hätte nie gedacht, was das für Gefühle in einem weckt. Muttertag ist irgendwie schon ein besonderer Tag – aber eigentlich ist für mich an jedem Tag Muttertag, da man es einfach nicht mehr als Selbstverständlichkeit ansieht.“

Gemeinsam mit ihrer Familie, besuchte Julia letztes Jahr zum ersten Mal ihren Spender Jannick in Flensburg und verbrachte mit ihm eine unvergessliche Zeit. „Ich war vorher sehr nervös und hoffte, dass er mich und meine Familie mag.“  Die Sorgen waren aber unbegründet und beide verstanden sich auf Anhieb. Julia wurde herzlich aufgenommen und lernte auch Jannicks Eltern kennen.

„Jannick hat mir mein Leben gerettet. Ich könnte vermutlich das alles ohne ihn mit meiner Tochter nicht erleben. Ich bin ihm sehr dankbar dafür. Dass es die Möglichkeit der Stammzellspende gibt, ist für kranke Menschen ein Geschenk, deshalb freue ich mich mit meiner positiven Geschichte dazu beizutragen, dass sich hoffentlich noch viele Menschen bei der DKMS registrieren lassen. Es kann jeden unverhofft treffen!“

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