Vom Festival zur Stammzellspende
Wie Armin mit seiner Stammzellspende Hoffnung auf Leben schenkte
Ein Festival, ein Gespräch, eine bewusste Entscheidung. Als Armin Lutz sich im Sommer 2023 beim Glücksgefühle Festival registrierte, ahnte er nicht, dass er knapp zwei Jahre später einem Menschen mit Blutkrebs eine zweite Lebenschance schenken würde. Seine Geschichte zeigt, wie Engagement Leben retten kann.
Für Armin Lutz gab ein Gespräch am Stand der DKMS den Ausschlag für seine Registrierung. Beim Glücksgefühle Festival am Hockenheimring im Sommer 2023 blieb er gemeinsam mit einem Freund stehen und informierte sich. „Alle meine Fragen wurden beantwortet, alle Vorurteile beseitigt“, sagt der 25-Jährige. „Deshalb haben mein Kumpel und ich entschieden, dass nichts dagegen spricht, sich zu registrieren. “
Knapp zwei Jahre später, im Juli 2025, nahm sich der Vermögensberater und Student aus Appenweier im Ortenaukreis noch einmal Zeit für die DKMS und ihre lebensrettende Arbeit – denn er erhielt die Chance, ein Leben zu retten. „Für mich war schnell klar: Wenn ich helfen kann, dann tue ich das“, sagt er.
Es folgten umfassende Voruntersuchungen und ein medizinischer Check. Fazit: Alles in Ordnung, der Spende steht nichts im Wege. „Mir war auch bewusst, dass ich Verantwortung übernehme – für einen Betroffenen und auch für mich, dass ich gesund bleibe und nichts dazwischen kommt.“ Zur Vorbereitung hatte er sich über fünf Tage hinweg den Wachstumsfaktor G-CSF gespritzt, der auch natürlich im Körper vorhanden ist. Dieses Medikament steigert die Anzahl der Stammzellen im fließenden Blut. „Die erste Spritze zur Mobilisierung der Stammzellen habe ich mir in einer Parkgarage gesetzt. Mein Unternehmen feierte Jubiläum – und ich habe mich zwischendurch zum Auto geschlichen und mir die Spritze gegeben.“ Die Nebenwirkungen waren sehr gering, beschreibt Armin. „Es war wie Muskelkater in den Beinen. Etwa so, wie nach dem ersten Fußballspiel nach der Winterpause.“
Die eigentliche Stammzellspende fand in Stuttgart statt. „Am Abend vor der Spende war ich nervös und hatte mir auch vorher schon viele Gedanken gemacht. Wie ist die Situation wohl gerade für den Patienten und was macht er gerade durch?“
Die Spende erfolgte mit der so genannten peripheren Stammzellentnahme, einem Verfahren, das in 90 Prozent der Fälle angewendet wird. Dabei werden die benötigten Stammzellen der Blutbahn ambulant entnommen. Anders als bei diesem Verfahren kann es, abhängig von den Bedürfnissen des Patienten oder der Patientin, manchmal medizinisch notwendig sein, dem Spender oder der Spenderin unter Vollnarkose Knochenmark aus dem Beckenkamm zu entnehmen.
Rückblickend sagt Armin: „ Ich war nach der Spende sehr erleichtert, dass alles geklappt hat. Zu wissen, dass mein Einsatz einem Menschen eine neue Chance auf Leben geben konnte, bedeutet mir sehr viel.“ Nach wie vor ist es dem jungen Mann ein Anliegen, die DKMS bei ihrer Arbeit zu unterstützen – beispielsweise bei einer Registrierungsaktion an einer Schule, in deren Rahmen er die Schülerinnen und Schüler über seine Spende informierte und für Fragen zur Verfügung stand. „Ich kann nur jedem empfehlen, sich zu registrieren – macht einfach mit, es kann Leben retten.“
So einfach geht die Registrierung
Die Online-Registrierung dauert nur wenige Minuten: Registrierungsset auf dkms.de anfordern, einen Wangenabstrich durchführen, Einwilligung unterschreiben und das Set möglichst zeitnah zurücksenden. Wichtig: Erst wenn die Probe im Labor eingeht, kann sie ausgewertet werden – jede nicht zurückgesendete Probe ist eine verpasste Chance auf Leben.







