Karlsruher SC sucht zukünftige Lebensretter
Nachdem KSC-Profi und -Fan Stammzellen spendeten, folgt am 8. März 2026 die nächste Registrierungsaktion am BBBank Wildpark Stadion
Wenn Fußballherzen höher schlagen, geht es meist um Punkte, Siege und Emotionen auf dem Platz. Doch manchmal geht es um viel mehr. Um zweite Lebenschancen. Yannick Werner (32) aus der Nähe von Karlsruhe und KSC-Innenverteidiger Marcel Franke haben bereits in der Vergangenheit eindrucksvoll gezeigt, dass wahre Größe nicht nur auf dem Spielfeld zählt – sondern vor allem dann, wenn es um Verantwortung für andere Menschen geht.
„Für mich war sofort klar: Ich spende“
Als Yannick aus Rußheim während seiner Arbeit in der IT-Abteilung im öffentlichen Dienst eine E-Mail der DKMS auf seinem Smartphone erhält, verspürt er direkt eine Gänsehaut. Er kommt als potenzieller Stammzellspender für eine an Blutkrebs erkrankte Person infrage. Bereits 2018 und 2019 war er in der engeren Auswahl gewesen – damals kam es jedoch nicht zur Spende, da eine andere Person noch besser geeignet war. Der leidenschaftliche KSC-Fan ist der passende Spender für einen anderen Menschen, der an Blutkrebs erkrankt ist und dessen Überleben von der Stammzelltransplantation abhängt. „Mir lief es eiskalt den Rücken herunter. Und gleichzeitig war für mich in dieser Sekunde zu 1000 Prozent klar, dass ich spenden werde – egal auf welchem Weg.“
Fünf Tage lang spritzt er sich ein Medikament, das für den Anstieg der Zahl der Stammzellen im Blut sorgt – ohne nennenswerte Nebenwirkungen. Die eigentliche Spende dauert rund dreieinhalb Stunden und erfolgt ambulant in einer der Entnahmekliniken, mit denen die DKMS zusammenarbeitet. Kurz danach erfährt Yannick: Seine Stammzellen gehen nach Großbritannien. Die Empfängerin ist eine junge Frau, die etwa in seinem Alter ist. „Das war der nächste Gänsehautmoment. Zu wissen, dass dieser für mich geringe Aufwand einem anderen Menschen vielleicht das Leben rettet, das ist unbeschreiblich.“
Aufklären, Ängste nehmen, Leben retten
Kontakt haben die beiden bislang noch nicht hergestellt. Doch das steht für Yannick auch gar nicht an erster Stelle. „Ich wünsche mir vor allem, dass sie vollständig gesund wird. Alles andere ist zweitrangig.“ Yannick begegnete vor seiner Spende immer wieder Vorurteilen: „Viele haben gesagt: Das ist doch diese gefährliche Operation mit riesigen Nadeln im Rücken. Das stimmt gar nicht!“
Rund 90 Prozent der Stammzellspenden erfolgen heute über die periphere Blutstammzellspende – ähnlich wie eine längere Blutspende. Und selbst die alternative Entnahme aus dem Beckenkamm, die in zehn Prozent der Fälle zur Anwendung kommt, ist ein routinierter, sicherer Eingriff unter Vollnarkose. Die Folgen: ein ordentlicher muskelkaterähnlicher Schmerz in der Region, der für ein paar Tage daran erinnert, was man geleistet hat. Daher ist Yannicks Botschaft klar: „Habt keine Angst. Es ist wirklich nicht schlimm. Aber für die Patient:innen bedeutet es alles. Ein gesunder Mensch hat tausend Wünsche, ein kranker nur einen.“
Verantwortung auf und neben dem Platz
Neben KSC-Fan Yannick hat auch einer aus dem Profikader des KSC bereits als Stammzellspender einem an Blutkrebs erkrankten Menschen eine zweite Lebenschance ermöglicht. Der Innenverteidiger der Karlsruher, Marcel Franke, hat 2022 gezeigt, was es bedeutet, Verantwortung auch abseits des Platzes zu übernehmen.
Den ersten Schritt dorthin hatte der heute 32-Jährige bereits 2016 gemacht. Mit damals 23 Jahren ließ er sich bei der DKMS registrieren. 2022 kam dann der entscheidende Anruf, dass er als Spender infrage komme. Für ihn war sofort klar, dass er hilft. Für seine Stammzellspende verzichtete der KSC-Profi sogar auf Training und einen Spieleinsatz. Doch nicht nur für den Spieler, auch für den Verein war klar: Wenn ein Leben gerettet werden kann, rückt der Sport in den Hintergrund. „Als Verein tragen wir Verantwortung, nicht nur auf dem Platz, sondern auch gesellschaftlich. Dies zeigen wir mit unserer sozialen Dachmarke ‚KSC TUT GUT.‘ tagtäglich. Mit der DKMS-Registrierungsaktion wollen wir unsere Reichweite nutzen, um echte Hilfe zu ermöglichen. Wenn wir gemeinsam auch nur einem Menschen eine zweite Chance schenken können, dann ist das unbezahlbar“, erklärt Luca Maibaum, Direktor B2C & CSR vom KSC.
„Es ist kein Riesending, das kann jeder auf der Welt machen“
Für die Stammzellspende und die Möglichkeit, sich als potenzielle Spender:in registrieren zu lassen, findet Franke nur positive Worte: „Die Spende ist einfach eine super Sache. Das, was ich gemacht habe, kann so viel bewirken und der Aufwand dafür ist verhältnismäßig gering. Es ist kein Riesending, das kann jeder auf der Welt machen“, sagte Franke 2022 nach seiner ambulanten Spende in Tübingen. Der Verein, die Mannschaft und die Fans standen jedenfalls geschlossen hinter ihm. Schon in der Vergangenheit hatte der KSC Registrierungsaktionen im Stadion gemeinsam mit der DKMS organisiert. Eine Verantwortung, der die Blau-Weißen nun erneut nachkommen werden.
Vor Anpfiff zum möglichen Lebensretter werden
Am 8. März 2026 setzt der Karlsruher SC gemeinsam mit der DKMS ein weiteres starkes Zeichen. Vor dem Heimspiel gegen Dynamo Dresden findet ab 11 Uhr eine Registrierungsaktion direkt vor dem Stadion des KSC statt. Drei DKMS Stände, unter anderem im Wildpark Club, bieten Besucher:innen die Möglichkeit, sich unkompliziert, kostenlos und in wenigen Minuten als potenzielle Stammzellspender:innen aufnehmen zu lassen. Auch weiterhin zählt also bei den Karlsruher Fans das Motto: Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein.
Wer nicht selbst vor Ort ist, kann sich ein Registrierungsset jederzeit unter nach Hause senden lassen.
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