DKMS gründet neue Gesellschaft „DKMS Access To Treatment“
Grenzenlos helfen für besseren Zugang zur Behandlung
Moderne Therapien ermöglichen Menschen mit Blutkrebs und anderen Erkrankungen des blutbildenden Systems heute eine Chance auf Heilung. Doch der Zugang zu Diagnostik, Behandlung und einer potenziell lebensrettenden Stammzelltransplantation ist weltweit ungleich verteilt. Die DKMS, weltweit größte Stammzellspenderdatei und international tätige gemeinnützige Organisation, engagiert sich seit Jahren dafür, Menschen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen (LMICs) den Zugang zu modernen Behandlungsmöglichkeiten zu erleichtern.
Mit der zum 1. Oktober 2026 neu gegründeten „DKMS Access To Treatment gGmbH“ mit Sitz in Tübingen bündelt, intensiviert und erweitert die DKMS dieses Engagement nun in einer eigenständigen Gesellschaft. Die Geschäftsführung übernehmen Prof. Dr. Peter Bader als Chief Operating Officer sowie Dr. Elke Neujahr, Global CEO der DKMS Group. Peter Bader hat als international anerkannter Experte über zwei Jahrzehnte den Bereich Stammzelltransplantation der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Frankfurt geleitet.
„Noch immer entscheidet der Geburtsort mit darüber, welche Überlebenschancen Menschen bei Blutkrebs und anderen Erkrankungen des blutbildenden Systems haben“, betont Dr. Elke Neujahr. „Eine passende Stammzellspende kann nur dann zur zweiten Lebenschance werden, wenn wir international geeignete Strukturen schaffen, die eine Behandlung ermöglichen.“
Die neue DKMS Access To Treatment gGmbH führt die Aufgaben und Programme der bisherigen Abteilung „Access to Transplantation“ der DKMS Group gGmbH fort und entwickelt sie weiter. Dabei rückt zunehmend die gesamte Behandlungskette in den Fokus: Je nach Bedarf vor Ort unterstützt die DKMS Stammzelltransplantationen und begleitet die gesamte Patient-Journey: von den Voraussetzungen für die Behandlung bis zur Nachversorgung.
Die Arbeit der neuen DKMS Access To Treatment gGmbH konzentriert sich auf drei Bereiche: die kostenfreie HLA-Typisierung zur Identifikation geeigneter Familienspender, die finanzielle Unterstützung bei der Stammzelltransplantation sowie die Diagnostik und den Ausbau von Behandlungskapazitäten. Dazu gehören Investitionen in die medizinische Infrastruktur sowie die Aus- und Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten sowie Pflegefachkräften.
„Wir bauen Barrieren ab und schaffen gemeinsam mit unseren lokalen Partnern die Voraussetzungen dafür, dass Menschen die Behandlung erhalten, die sie benötigen“, sagt Prof. Dr. Peter Bader, international anerkannter Experte für pädiatrische Stammzelltransplantationen. „Nach Jahrzehnten in der universitären Medizin und Wissenschaft werde ich meine Expertise nun gezielt dafür einsetzen, auch dort, wo die Möglichkeiten bislang begrenzt sind. Entscheidend ist es, Strukturen aufzubauen, die medizinisch hochwertig und langfristig tragfähig sind.“
Lokale Lösungen für unterschiedliche Herausforderungen
Die notwendige Unterstützung unterscheidet sich von Land zu Land. Finanzielle Hürden können ebenso eine Rolle spielen wie fehlende diagnostische Möglichkeiten, begrenzte Behandlungskapazitäten oder ein Mangel an spezialisiertem medizinischem Personal. Deshalb arbeitet die DKMS eng mit lokalen Kliniken und gemeinnützigen Organisationen zusammen und entwickelt Lösungen, die auf die jeweiligen Bedingungen zugeschnitten sind.
Wie das funktionieren kann, zeigt die langjährige Zusammenarbeit der DKMS mit der Sankalp India Foundation und Cure2Children in Indien. Sie reicht heute von kostenloser HLA-Typisierung und finanzieller Unterstützung für Transplantationen über medizinische Infrastruktur und Fortbildung bis hin zur Forschung. Seit 2018 hat die DKMS die Transplantation von mehr als 820 Kindern ermöglicht, die in Stationen von Sankalp behandelt wurden.
Dabei geht es neben den Behandlungen vor allem darum, Qualität und medizinisches Wissen nachhaltig zu stärken. Gemeinsam mit Sankalp und Cure2Children engagiert sich die DKMS unter anderem im EMPACT-Programm (EBMT Middle-Income Countries Pediatric Advanced Care Training). Das zweijährige Weiterbildungsprogramm qualifiziert Pflegefachkräfte in der pädiatrischen Stammzelltransplantation und trägt so dazu bei, spezialisiertes Know-how vor Ort auszubauen. Forschung soll künftig eine stärkere Rolle spielen: In einer gemeinsamen prospektiven klinischen Studie untersuchen DKMS und Sankalp derzeit, wie Kinder nach einer Stammzelltransplantation besser vor einer potenziell lebensbedrohlichen Cytomegalievirus-Infektion geschützt werden.
„Wenn wir Versorgung, Wissenstransfer und Forschung sinnvoll miteinander verknüpfen, können wir nicht nur einzelnen Betroffenen helfen, sondern langfristig die Voraussetzungen für eine bessere Behandlung vieler Menschen schaffen“, so Bader.
Erfahrener Transplantationsmediziner an der Spitze
Prof. Dr. Peter Bader zählt zu den international anerkannten Experten auf dem Gebiet der pädiatrischen Stammzelltransplantation. Von 2004 bis 2026 leitete er den Schwerpunkt Stammzelltransplantation und Immunologie an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Frankfurt und war dort zugleich stellvertretender Klinikdirektor. Seine wissenschaftliche Arbeit konzentriert sich unter anderem auf die Vermeidung von Rückfällen nach Stammzelltransplantationen sowie innovative Zelltherapien. Für sein Lebenswerk auf dem Gebiet der pädiatrischen Stammzelltransplantation zeichnete ihn die European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2025 mit dem Dietrich-Niethammer Award aus.
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