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22. Februar 2019, News in Spender & Patienten

Vom Glücksgefühl, Leben retten zu können

Eine junge Kölnerin berichtet vom Tag ihrer Knochenmarkspende und möchte die Menschen zur Registrierung in die DKMS mobilisieren.

2014 ließ sich Amelie Enders noch als Schülerin als potenzielle Spenderin in die DKMS aufnehmen – Registrierungsort war ihre damalige Schule, das Gymnasium in Rodenkirchen. Knapp vier Jahre später kann sie mit einer Knochenmarkspende einem Mädchen aus Frankreich eine Lebenschance schenken.

An ihre Registrierung erinnert sich Amelie Enders (22) aus Köln noch ganz genau: „Das war bei uns in der Schule. Erst gab es eine Informationsveranstaltung und danach die Möglichkeit, sich als Spender in die DKMS aufnehmen zu lassen – das kam ziemlich gut bei allen an.“ Insgesamt ließen sich an diesem 20. November 2014 im Gymnasium Rodenkirchen 156 Schülerinnen und Schüler neu in die DKMS aufnehmen. Insgesamt ließen sich am 20. November 2014 am Gymnasium Rodenkirchen 156 Schülerinnen und Schüler neu in die DKMS aufnehmen. Amelie Enders ist die erste von ihnen, die mit einer tatsächlichen Stammzellspende einem Patienten eine neue Lebenschance schenken konnte. „Ich habe mich unglaublich gefreut, als mir Amelie davon berichtet hat und dass wir als Schule einen Beitrag zur lebenswichtigen Arbeit der DKMS leisten konnten“, sagt Kristina Grodau, Lehrerin am Gymnasium Rodenkirchen.

Die Aktion fand im Zuge des DKMS-Schulprogramms statt, das die gemeinnützige Organisation schon seit 2004 Jahren durchführt und mit dem junge Menschen als Unterstützer gewonnen werden sollen. Auch das Gymnasium Rodenkirchen ist seit langem für die gemeinnützige DKMS aktiv. „Unser Anliegen ist es, die Schülerinnen und Schüler schon so früh wie möglich an das Thema heran zu führen und die Hilfsmöglichkeiten aufzuzeigen – beispielsweise, dass auch Geld für Typisierungsaktionen gebraucht wird und deshalb auch schon die Jüngeren etwas tun können“, sagt Kristina Grodau.

So findet beispielsweise seit vielen Jahren jährlich ein Benefizlesen statt, bei dem die Schülerinnen und Schülern der fünften Klassen über Leukämie informiert werden und Geld für den Kampf gegen die Krankheit gesammelt wird. Mit großem Erfolg: Bis heute kamen durch die Leseaktion bereits mehrere tausend Euro zusammen und Geld für den Kampf gegen die Krankheit gesammelt wird. Mit großem Erfolg: Es kamen dadurch schon mehrere tausend Euro zusammen, die in den Kampf gegen Blutkrebs fließen.

Amelie gehört zu den Menschen, die mit einem ganz persönlichen Beitrag helfen konnten. Denn vor einigen Monaten erhielt sie von der DKMS die Nachricht, dass sie als mögliche Spenderin für eine Patientin in Frage käme und wurde zu weiteren Blutuntersuchung gebeten. „Als dann irgendwann feststand, dass ich am besten passe und ich vielleicht ein Leben retten kann, spürte ich nichts als die Wirkung lauter Endorphine.“

Einige Zeit später spendete die Studentin – die aktuell in Saarbrücken Psychologie studiert und kürzlich ein Auslandssemester in Norwegen verbracht hat – in ihrer Heimstadt Köln Knochenmark. „Ich war vorher etwas aufgeregt und habe überlegt, an wen meine Spende denn gehen könnte. Die Entnahme selbst hat gut geklappt und ich würde es jederzeit wieder machen.“

Zum Hintergrund: Bei einer Stammzellentnahme kommen zwei mögliche Verfahren zum Einsatz. Die Entscheidung, welches zur Anwendung kommt, richtet sich nach den Belangen des Patienten. Spenderwünsche werden nach Möglichkeit berücksichtigt. Die Knochenmarkentnahme aus dem Beckenknochen findet heute in rund 20 Prozent der Fälle statt. Bei dieser Methode wird dem Spender unter Vollnarkose mit einer Punktionsnadel ca. ein Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenkamm entnommen. Darin befinden sich rund fünf Prozent des Gesamtknochenmarks, das sich innerhalb von etwa zwei Wochen wieder vollständig im Körper regeneriert.

Für die Entnahme genügen in der Regel zwei kleine Einschnitte im Bereich des hinteren Beckenknochens. Das Risiko beschränkt sich im Wesentlichen auf die Narkose. Bei der peripheren Stammzellentnahme (Apherese) – einem Verfahren, das in rund 80 Prozent der Fälle angewendet wird – werden die Stammzellen der Blutbahn entnommen. Die Spende dauert rund vier Stunden, in seltenen Fällen ist eine Nachspende am Folgetag notwendig.

Nach der Spende erfuhr Amelie Enders, dass die Spende an ein Mädchen in Frankreich gegangen ist. „Ich drücke ihr die Daumen und hoffe sehr, dass ich ihr mit meiner Spende helfen konnte. Ich hoffe, dass sich noch viele Menschen registrieren lassen und somit anderen die Hoffnung auf ein weiteres Leben schenken.“ Die 22-Jährige hat darüber hinaus große Pläne und würde gerne erneut eine Registrierungsaktion an ihrer Schule initiieren und vor Ort den Schülerinnen und Schülern von ihren Erfahrungen berichten.

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