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21. Juli 2026, News in Spender & Patienten

„Danke, dass du mein Leben gerettet hast“

Shahil (7) trifft Sven (40): Superheld, Lebensretter und großer Bruder

Zweieinhalb Jahre fiebert Familie Ait El Mehdi aus Bad Bentheim diesem Moment entgegen und die DKMS darf dabei sein. Jetzt ist es soweit: Heute treffen sie den Menschen, der ihrem Kind das Leben gerettet hat. Sie können ihm persönlich danke sagen, ihn in die Arme schließen. Der Lebensretter heißt Sven, ist 40 Jahre alt und kommt aus Berlin. Durch seine Stammzellspende im Januar 2024 ist er für Shahil (7) und seine Familie zum Superhelden geworden.

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    Keinerlei Berührungsängste: Am Bahnhof schließt Sven Shahil herzlich in die [...]

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    Alle freuen sich, dass Sven endlich da ist. [...]

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    Auf geht es zur Gartenparty für Sven, der zu dem Zeitpunkt noch nichts davon [...]

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    Durch Superheld Sven hat Kämpfer Shahil seine Superkraft behalten.

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    Sven bei seiner Spende im Januar 2024. Damals weiß er noch nicht, an wen seine [...]

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    Fußball verbindet die beiden: Shahils' Herz schlägt für den FC Bayern und [...]

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    Verschmitzt schaut Shahil zu Sven. Sie sind auch menschlich ein Match.

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    Sven bei der ambulanten Stammzellspende im Dresdener Collection Center der DKMS. [...]

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    Vater Younes umarmt Sven, der von Familie und Freunden eine Dankeschön Box mit [...]

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    Weitere Überraschung für Sven: Am Gartenzaun der Familie Ait El Mehdi hängt [...]

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Aufgeregt wartet die Familie am Bahnhof Bad Bentheim auf den ICE 148 aus Berlin, in dem der Mensch sitzt, der ihr Leben wieder in eine positive Richtung gelenkt hat. Shahil und seine Zwillingsschwester Fatima vertreiben sich die Zeit mit Fangenspielen.

Dann ist der Moment endlich da: Der Zug fährt an Gleis 2 ein und Sven steigt aus. Shahil geht auf ihn zu. Ganz selbstverständlich und vertraut hebt Sven ihn hoch und schließt ihn in seine Arme, bevor er ihm ein High Five gibt. Im Gepäck hat er auch Geschenke: Ein Poster von FC Bayern Stürmer Harry Kane für Shahil und ein Bügelperlen-Bastelset für Fatima.

Danach begrüßen Mutter Nesrin (41), Schwester Fatima und Vater Younes (40) Sven herzlich. „Es ist unbeschreiblich, dieses Gefühl in Worte zu fassen. Als wir auf Sven zugelaufen sind, war da keine Unsicherheit. Obwohl wir uns noch nie begegnet waren, fühlte es sich nicht nach einem fremden Menschen an. Es war vielmehr dieses Gefühl von Vertrautheit, von Nähe – Familie“, sagt  Nesrin. Auch für Sven fühlt es sich vertraut an.

Rückblick: Im August 2024 wurde bei dem damals vierjährigen Shahil Leukämie festgestellt. Schon bald stand leider fest, dass die Chemotherapie alleine nicht reichen und der Junge eine Stammzellspende benötigen würde. Gemeinsam mit Freunden und dem SV Bad Bentheim organisierte die Familie unter dem Motto „Superheld:in für Shahil gesucht“ eine Registrierungsaktion mit der DKMS, über die man sich vor Ort und online in die Datei aufnehmen lassen konnte.

Darüber hinaus engagierten sich viele Menschen in der Region, veranstalteten weitere Aktionen und riefen zur Registrierung auf. Glücklicherweise wurde über den Fremdspendersuchlauf Sven als passendes Match für Shahil gefunden. Innerhalb seiner Familie passte leider niemand.

Seit 12 Jahren bei der DKMS registriert

Der Biologe Sven, der als Projektmanager in der klinischen Forschung arbeitet, ließ sich bereits 2014, lange vor Shahils Geburt, bei einer DKMS Aktion an seiner Uni in Rostock registrieren. Als er neun Jahre später für die Spende angefragt wurde, war das zunächst ein surrealer Schockmoment für Sven, da er nicht mehr damit gerechnet hatte, von der DKMS zu hören. Es stand für ihn jedoch sofort fest, zu helfen, wenn seine Gewebemerkmale passen würden.

Als schließlich kurz vor Weihnachten 2023 klar war, dass er passte und im Januar 2024 spenden  sollte, versuchte er sich weitestgehend vor Viren und Bakterien zu schützen. Er isolierte sich, verzichtete darauf, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren, um ja nicht krank zu werden und möglicherweise die Spende in Gefahr zu bringen. „Ich habe mich einfach verantwortlich gefühlt und wollte bloß nicht patzen“, erinnert sich Sven.

Bei der ambulanten Stammzellspende in Dresden fühlte er sich sehr gut aufgehoben. „Alle waren unglaublich nett und ich habe mich sehr wohl gefühlt“, sagt Sven, der in Vorbereitung auf die Spende auch gerne für eine kurze Weile aufs Kickboxen verzichtet hatte.  „Die betroffene Familie hatte die Last, nicht ich.“

In dem Moment, als er nach seiner Spende erfuhr, dass er für ein kleines Kind gespendet hatte, bewegte ihn das sehr. Er empfand große Erleichterung, als er ein Jahr später in einem anonymen Brief von Shahils Familie las, dass seine Zellen gut angewachsen waren. „Ich hatte Tränen in den Augen und war sehr froh, Gewissheit zu haben, dass es der Familie und dem Kind besser geht.“

Liebe und Dankbarkeit

Im Frühjahr 2026, nach Ablauf der zweijährigen Anonymitätsfrist, fragte Familie Ait El Mehdi über die DKMS nach einem persönlichen Kontakt. Sven willigte sofort ein und schon bald entwickelte sich über Social Media ein reger Nachrichtenaustausch mit Shahils Mutter Nesrin. „In den ersten Zeilen von Nesrin habe ich bereits eine große Dankbarkeit und Liebe gespürt. Einfach eine starke Verbindung“, sagt Sven.

Nesrin hatte Shahils Geschichte bereits von Beginn an über Social Media geteilt. Ihr und ihrer Familie ist es weiterhin ein großes Anliegen, auf die DKMS und die Stammzellspende aufmerksam zu machen, anderen Betroffenen Mut zu machen und auch etwas zurückzugeben. Sie erreicht mit ihren Accounts tausende Menschen.

Nach Svens Ankunft wartet auf ihn eine Überraschungsparty bei Familie Ait El Mehdi im Garten. Weitere Familienmitglieder und Freunde wollen Shahils Lebensretter schließlich auch endlich persönlich kennenlernen, danke sagen und ihn umarmen. Shahil freut sich vor allem darauf, mit Sven ihrem gemeinsamen Hobby nachzugehen und Fußball zu spielen. Und auch Sven ist das Fußballspielen eine willkommene Abwechslung, denn er möchte gar nicht so sehr im Mittelpunkt stehen. Sven ist seit 2005 passionierter Union-Berlin-Fan und Besitzer einer Dauerkarte. Dass Shahil FC-Bayern-Fan ist, ist für ihn aber in Ordnung. „Danke, dass du mein Leben gerettet hast. Du bist jetzt mein großer Bruder“, sagt Shahil.

 

„Wir sind immer so distanziert, bis wir betroffen sind…“

Die Stammzellspende war und ist für Sven eine Selbstverständlichkeit. „Wir weichen dem Thema aus und sind immer so distanziert – bis wir betroffen sind“, sagt er. „Lasst euch registrieren. Ihr könnt nur gewinnen. Im besten Fall einen neuen kleinen Bruder, der eure Fußballleidenschaft mit euch teilt.“

Übrigens sind aus den insgesamt fast 1.100 Menschen, die sich damals für Shahil und andere Betroffene registriert haben, bis heute bereits vier Spender:innen hervorgegangen. Vier Lebenschancen für Menschen mit Blutkrebs – so, wie für Shahil.

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