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21. Februar 2024, News in Organisation & Transparenz

Gemeinsam Leben retten – mit einer DKMS Schulaktion

Alexander Türk, Stammzellspender und Lehrer berichtet über seine Erfahrungen

„Dein Typ ist gefragt!“ Unter diesem Motto laden wir seit 20 Jahren Schulen in ganz Deutschland herzlich dazu ein, Registrierungsaktionen zu organisieren, um damit Menschen mit Blutkrebs in aller Welt zu helfen. Die Bereitschaft der Schulen mitzumachen ist enorm: rund 560.000 Schülerinnen und Schüler ließen sich bis heute als potenzielle Stammzellspender:innen in der DKMS registrieren. Eine dieser engagierten Schulen ist das Technisch-gewerbliches Berufsbildungszentrum I (TGBBZ 1) in Saarbrücken. Dort fand kürzlich eine Registrierungsaktion statt, bei der 240 Schüler:innen die Chance nutzen, sich in die DKMS Datei aufnehmen zu lassen. Alexander Türk ist Lehrer an der Schule und hat gemeinsam mit Schulleitung und Kollegium die Aktion auf die Beine gestellt. Für alle war es eine echte Herzensangelegenheit.

  • Gemeinsam Leben retten – mit einer DKMS Schulaktion

    Gemeinsam Leben retten – mit einer DKMS Schulaktion

    Alexander Türk mit seinen Schülern

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  • Gemeinsam Leben retten - mit einer DKMS Schulaktion

    Gemeinsam Leben retten - mit einer DKMS Schulaktion

    Schüler Shvan bei seiner Registrierung.

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  • Brother from another Mother – 10 Jahre Mackenzie und Alexander

    DKMS Pressefoto

    Brother from another Mother – 10 Jahre Mackenzie und Alexander

    Alexander mit "seiner Patientin" Mackenzie bei ihrem ersten Treffen in Kanada.

    JPG, 853,4 KB

Eine Registrierungsaktion an Schulen verbindet Lernen und soziales Engagement auf ideale Weise miteinander. Dabei stehen die Aufklärung und eine umfassende Information der Schülerinnen und Schüler an erster Stelle. Denn nur wer weiß, was eine Stammzellspende tatsächlich bedeutet, kann eine reflektierte Entscheidung treffen – und vielleicht einmal einem Menschen das Leben retten. Eine schulinterne Registrierungsaktion für alle Jugendlichen ab 17 Jahren stärkt Teamgeist und Zusammenhalt und gibt Schüler:innen, Lehrkräften und Schulleitungen das gute Gefühl, sich gemeinsam für Schwächere einzusetzen und ganz konkret Hilfe leisten zu können. „Gerade in der Schule sind viele junge Leute, die sehr viele andere Themen im Kopf haben und dann ist das vielleicht nicht immer im Fokus. Deswegen denke ich, ist die Schule ein guter Ort, darüber aufzuklären“, sagt Alexander Türk.

Damit das Projekt einfach und unkompliziert in den Schulalltag integriert werden kann, bietet die DKMS umfassende Unterstützung an, beispielsweise durch persönliche Ansprechpartner:innen bei Vorbereitung und Durchführung, durch umfangreiche Materialien zur Unterrichtsgestaltung sowie durch speziell auf die jeweilige Aktion zugeschnittene Plakate, Flugblätter und Elternbriefe. Darüber hinaus stellt die DKMS allen teilnehmenden Schulen kostenlose Unterrichtspakete zur Verfügung, die sich sowohl digital als auch im Präsenzunterricht einsetzen lassen. Ihr Anwendungsgebiet ist vielseitig: Die Materialien können in den Naturwissenschaften, den Sozialwissenschaften, im Ethik-, Religions- oder im Deutschunterricht genutzt werden.

Für die Schulleitung und das Kollegium des TGBBZ 1 stand daher schnell fest – wir sind dabei und machen mit. „Gerade für junge Leute stellt sich natürlich die Frage ‚Wie funktioniert das? Ist das gefährlich oder ähnliches?‘ Und da kann man sehr viel Angst nehmen, indem man selber aus eigener Erfahrung erzählen kann“, sagt Alexander Türk. Denn vor genau zehn Jahren wurde er selbst zum Stammzellspender und rettete damit der damals 16-jährigen Mackenzie Curran aus Kanada das Leben. „Ich bin kerngesund“, erzählt er auf der Bühne in der Schulaula und will damit seinen Schüler:innen Angst vor einer Stammzellspende nehmen. Die Vorbereitungen für diesen großen Tag fanden im Team statt. „Wichtig ist, dass man möglichst viele Kolleginnen und Kollegen findet die das Ganze unterstützen und dann auch Schülerinnen und Schüler integrieren kann, die auch ein paar Aufgaben übernehmen können.“

Für den großen Aktionstag hatten sie eine bewegende Veranstaltung in der Schulaula organisiert, zu der rund 150 Gäste gekommen waren. In dieser berichtete der Lehrer für Physik und Elektrotechnik von seiner Knochenmarkspende. Nach Wegfall der zweijährigen Anonymitätsfrist nahmen Alexander und „seine Patientin“ Mackenzie miteinander Kontakt auf und haben sich seither mehrfach gesehen. Pünktlich zu ihrem zehnten Transplantationsgeburtstag und dem 20. Jahrestag des DKMS Schulprojekts reiste Mackenzie – begleitet von Mutter und Schwester – in die Heimat ihres Lebensretters. Die Freude darüber, dass sie somit sogar bei der Schulaktion dabei sein zu konnte, war riesig. Neben Alexander erzählte sie auf der Bühne auch ihre Geschichte – von ihrer Krebsdiagnose mit 16 Jahren. Und die Botschaft kam an. Mucksmäuschenstill war es in der Aula, während Alexander und Mackenzie erzählten. Die Videos ihrer ersten Begegnung berührten das ganze Publikum. „Herr Türk ist ein Ehrenmann“, beschloss ein Schüler bei seiner Registrierung im Anschluss. Ein „Vorbild“, fand ein anderer. Auch der 21-jährige Shvan zögerte keine Sekunde. „Es hat mich überzeugt und ich habe mich registriert. Es ging ganz schnell und einfach“, brachte er es auf den Punkt.

Und auch der Schulleiter vom TGBBZ 1, Wolfgang Klein, erklärte, dass er noch die Voraussetzungen erfülle und sich deshalb ebenfalls registrieren lassen wolle. Er freute sich schon auf weitere gemeinsame Aktionen – spätestens in drei Jahren, wenn die neuen Jahrgänge begonnen haben.

An dem Tag begannen zugleich die DKMS Aktionswochen, zu der auch Nachbarschulen herzlich eingeladen waren. An zwei weiteren Freitagen gab es in der Schulcafeteria die Möglichkeit, sich zu registrieren und zu informieren. Beispielsweise konnten sich Interessierte auf Tablets kurze Videos zu den Themen Blutkrebs und Stammzellspende anschauen und natürlich Fragen stellen.

Jeweils von Montag bis Donnerstag waren Alexander Türk und eine engagierte Gruppe von Kolleg:innen darüber hinaus in dieser Zeit als „DKMS Schulteam“ unterwegs und besuchten mehr als 50 Klassen. Alexander ist sicher: Erstmal geht’s um Wissen um Stammzellspenden. „Ich sehe meinen Auftrag darin, dass ich über das Thema erst mal informiere und ob sich dann jemand dafür entscheidet, sich zu registrieren, ist natürlich alles die eigene Entscheidung. Aber erst mal ist es wichtig, die Information zu haben: Was ist das? Was für Möglichkeiten gibt es da?“

Und die Aktion war ein voller Erfolg – insgesamt ließen sich 240 Schüler:innen registrieren, dazu kamen großartige 2500 Euro an Geldspenden.

Weitere Informationen zum DKMS Schulprojekt gibt es hier

Häufig melden sich auch Schülerinnen und Schüler direkt bei der DKMS, um eine Registrierungsaktion an ihrer Schule zu initiieren. Ein Engagement, das belohnt wird: Alle an der Durchführung Beteiligten bekommen nach Abschluss der Aktion eine Ehrenamtsbescheinigung der DKMS, die beispielsweise bei Hochschulbewerbungen oder Stipendien hilfreich ist. Zusätzlich können Interessierte nach dem Schulabschluss am bundesweiten DKMS Volunteerprojekt teilnehmen.

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