„Wir sind weiterhin für unsere genetischen Zwillinge da“ › DKMS Media Center

MEDIA CENTER

11. Januar 2023, News in Partner & Netzwerk

„Wir sind weiterhin für unsere genetischen Zwillinge da“

Handball-Drittligist Baunatal schenkt Lebenschancen

Auf dem Spielfeld kämpft Phil Räbiger mit seiner Mannschaft in der dritten Handball-Bundesliga Woche für Woche um den Sieg. Abseits der Platte hat der 32-Jährige ebenso wie Baunatal-Pressesprecher Jorias Bach einen ganz anderen Wurf gelandet. Beide haben Stammzellen gespendet und damit zwei an Blutkrebs erkrankten Menschen eine neue Lebenschance geschenkt.

Ab dem 13. Januar 2023 ist es soweit: Die deutsche Männer-Handballnationalmannschaft startet in ihr erstes Spiel der diesjährigen Weltmeisterschaft in Polen und Schweden. Das Wunschziel des Teams um Ikonen wie Torwart Andreas Wolff und Philipp Weber dürfte klar sein: Als Sieger aus dem Turnier hervorzugehen und so zu wahren Handball-Helden zu avancieren.

Doch zum Helden kann man als Handballer auch abseits des sportlichen Wettbewerbs werden. Das haben die Mitglieder des Handballvereins GSV Eintracht Baunatal auf eindrucksvolle Weise unter Beweis gestellt. Bei dem Handball-Drittligisten aus Hessen wird soziales und gesellschaftliches Engagement im Vereinsalltag großgeschrieben. Seit Jahren setzen sich die Baunataler daher auch für die gemeinnützige Organisation DKMS ein. Ob mit Registrierungsaktionen bei Heimspielen oder in ihren Kadern: Der DKMS zu helfen und so den Blutkrebs in die Schranken zu verweisen ist den Baunatalern wichtig. Seit diesem Jahr zeigen sie das nicht nur mit dem Logo der DKMS auf ihrem Trikot. Mittlerweile zählt der Verein in seinen Reihen auch mehrere Stammzellspender: 2022 allein haben Pressesprecher Jorias Bach und Rückraum-Spieler Phil Räbiger aus der ersten Mannschaft gespendet.

An seine Registrierung bei der DKMS erinnert sich Jorias noch gut. „Das war bei einem DHB-Pokalturnier 2019. Damals gab es einen Stand der DKMS beim Spiel zwischen uns Baunatalern und dem THW Kiel.“ Nachdem der heute 24-Jährige schon in der Schulzeit auf die DKMS und das Thema Stammzellspende aufmerksam geworden ist, zur Registrierung jedoch damals noch zu jung war, sah er nun seine Chance. „In der Halbzeitpause habe ich mich in wenigen Minuten ganz unkompliziert aufnehmen lassen.“ Nach der erfolgreichen Registrierung kam das Thema Stammzellspende bis zum Oktober 2021 zunächst nur noch im Verein zum Tragen. Doch dann klingelte Jorias Telefon. „Ich bin damals in Frankreich unterwegs gewesen und saß gerade im Zug Richtung Deutschland. Da kam der Anruf der DKMS und ich war mit einem Schlag hellwach“, erinnert er sich. „Als nach den Voruntersuchungen im Dezember klar war, dass ich als Spender ideal geeignet bin, war die Vorfreude bei mir riesig!“

Mit wenig wenig Aufwand Leben retten

Im März 2022 war es dann schließlich so weit. Jorias spendete Knochenmark aus dem Beckenkamm. Diese Entnahmeart wird in etwa zehn Prozent der Fälle angewendet „Ich war froh, dass ich mittels dieser Methode spenden konnte, da ich kein großer Freund von Spritzen bin. Die wären für die einer Dialyse ähnlichen Apherese im Vorfeld häufiger nötig gewesen.“ Die ambulante Spende wird in rund 90 Prozent der Fälle angewendet. Nach der Entnahme erfuhr Jorias, dass die Empfängerin seiner Spende in Irland lebt. Leider ist ein persönlicher Kontakt nach Ablauf der zweijährigen Anonymitätsfrist in Irland nicht möglich. „Das ist natürlich sehr schade. Doch einen Brief darf ich meiner Patientin anonym schreiben, darauf freue ich mich schon sehr“, so der gebürtige Sontraer, den es für sein Bachelorstudium nach Kassel und in die Nähe von Baunatal zog. Klar sei für ihn: Würde erneut eine Spende von ihm benötigt, er wäre sofort dazu bereit. „Es ist einfach genial, dass man mit so einem geringen Aufwand einem Menschen das Leben retten kann“, sagt Jorias.

Für Stammzellspende auf Spiele verzichtet

Eine Einschätzung, die auch Spieler Phil Räbiger aus der ersten Mannschaft der Baunataler seit seiner ambulanten Stammzellspende im September 2022 teilt. Acht Jahre nach seiner Registrierung kommt der Rückraumspieler des GSV ebenfalls kurz vor Saisonbeginn als Spender infrage. „Damit war klar, dass ich die ersten beiden Saisonspiele 2022/2023 verpassen würde“, erklärt Phil. „Doch im Verein und auch bei mir gab es keinen Zweifel. Trotz der Leidenschaft für den Handball war uns allen klar, dass es in diesem Moment Wichtigeres als den Sport gibt.“ Bei dem frischgebackenen Vater stieg die Vorfreude, durch seine Spende mit etwas Glück noch einem weiteren Menschen Leben schenken zu können, stetig.

Die Hürden dazu haben ihn nicht sonderlich abgeschreckt: „Klar, die Spritzen, die ich mir zur Vorbereitung auf die Spende setzen musste, waren nicht besonders angenehm. Aber die Entnahme in der Klinik in Frankfurt verlief professionell und reibungslos und ich wurde nach der Stammzellentnahme ruckzuck mit Schokolade und Cola aufgepäppelt.“ Nicht nur Phil erlebte bei diesem Ausflug der besonderen Art eine Premiere. Auch sein im Juni geborener Sohn Bruno unternahm mit ihm und seiner Freundin die erste Reise seines Lebens – sie begleiteten ihn zur Spende. „Deshalb war das in mehrfacher Hinsicht ein ganz besonderer Tag für uns als Familie.“ Von der Entnahme erholte sich der Handballer, der hauptberuflich Lehrer ist, schnell. Zügig konnte er wieder zurück aufs Spielfeld und sein Team in der frischbegonnen Saison unterstützen.

Über den Empfänger seiner Spende weiß Phil, dass es sich um einen älteren Mann aus Litauen handelt. „Mir ist es wichtig, dass er weiß, dass er nicht allein ist und dass immer jemand da ist, um ihn zu unterstützen.“ Wie im Sport sieht Phil seinen Einsatz als Stammzellspender als etwas an, das über alle Grenzen hinweg verbindet. Kontakt mit seinem genetischen Zwilling würde er sich in Zukunft sehr wünschen. „Wenn er alles gut übersteht und Lust hat, sich nach der zweijährigen Anonymitätsfrist mit mir auszutauschen, würde ich gerne etwas von ihm hören“, sagt Phil. „Obwohl wir uns noch nicht kennen, fühle ich mich ihm jetzt schon emotional verbunden und bin weiterhin für meinen genetischen Zwilling da.“

Baunataler unterstützen DKMS weiterhin

Der Handball-Community, anderen Handballvereinen und allen noch nicht bei der DKMS registrierten Menschen in Deutschland möchten die Baunataler Jungs eine wichtige Nachricht mit auf den Weg geben: „Blutkrebs kann jeden von uns zu jedem Zeitpunkt treffen. Daher macht mit, leistet euren Beitrag und lasst euch registrieren. Mit etwas Glück könnt ihr so einem Menschen das Leben retten!“ Die Zusammenarbeit mit der DKMS ist für die Baunataler selbstverständlich. „Auch weiterhin werden wir das Logo der DKMS stolz auf unserem Trikot tragen und unsere Mannschaften zur Registrierung einladen“, erklärt Jorias Bach.

Viele Patientinnen und Patienten suchen ihr passendes Match. Wer ihnen helfen möchte, kann auf www.dkms.de ein Registrierungsset nach Hause ordern und damit in wenigen Minuten zum oder zur potenziellen Lebensretter:in werden.

Diesen Beitrag teilen:

Ansprechpartner:in

Sie haben Fragen oder benötigen weitere Informationen zu Ihrer Berichterstattung?

Joachim Neubauer
Joachim Neubauer

Telefon: 0221 940582 3334

E-Mail: neubauer@dkms.de

Joachim Neubauer

Downloads

Hier können Sie sich alle Informationen einzeln oder als Paket in einer Zip-Datei herunterladen.

Entdecken Sie
unsere digitalen
Pressemappen

Spender:in werden

PRESSEKONTAKT

Abteilung Corporate Communications

DKMS
gemeinnützige GmbH

Aachener Str. 1042

50858 Köln

 

0221 – 940582 3311

presse@dkms.de

Über das DKMS Media Center

Das DKMS Media Center ist ein Angebot der DKMS Kommunikation für Journalist:innen und Multiplikator:innen.

Wir klären über Blutkrebs auf: regional, national und immer öfter auch international. Denn Aufklärung braucht Öffentlichkeit und unsere Öffentlichkeitsarbeit rettet Leben. Unser Ziel ist es, mittels aufmerksamkeitsstarker Medienberichte immer mehr Menschen dazu zu bewegen, sich dem Kampf gegen Blutkrebs anzuschließen: als registrierte Stammzellspender:innen oder als finanzielle oder ehrenamtliche Unterstützer:innen der DKMS.

Professionelle Medienarbeit in TV, Radio, Printmedien und Online sowie eine gute Zusammenarbeit mit Journalist:innen ist für uns dabei das beste Mittel, unser Thema bekannt zu machen.

Wir freuen uns über jeden, der uns bei diesem Anliegen unterstützt.

0