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1. Juli 2020, News in Spender & Patienten

Janas und Yonas Freundschaft verbindet Kulturen

Deutsch-israelische Begegnung dank Stammzellspende

Brücken schlagen, Toleranz leben, Hilfsbereitschaft zeigen – so zu handeln, aus innerster Überzeugung heraus, ist heute wichtiger denn je. Geschichten wie die von Spenderin Jana aus Deutschland und Patientin Yona aus Israel zeigen: Persönliche Schicksale können über Landes- und Kulturgrenzen hinweg verbinden. Jana und Yona setzen mit ihrer grenzenlosen Freundschaft ein Zeichen der Menschlichkeit und stehen damit beispielhaft für die weltweit zehn Millionen in der DKMS registrierten Frauen und Männer, die dazu bereit sind, mit einer Stammzellspende Leben zu retten.

Als Jana Rottschäfer 2013 in einem Zeitungsartikel las, dass Stammzellspender für ein krankes Kind gesucht wurden, war für sie klar: „Ich lasse mich registrieren. Wären meine Kinder krank, würde ich alles dafür geben, einen passenden Spender zu finden“, erzählt sie uns im Interview. Bereits zwei Jahre darauf bekam sie die Nachricht, dass sie als Spenderin für einen anderen Patienten infrage komme. Eine aufregende Zeit begann. „Damit hatte ich nicht gerechnet, ich habe mich gefreut, war nervös. Als ich für die Voruntersuchungen im Wartezimmer der Entnahmeklinik saß, sah ich an der Wand eine Weltkarte mit kleinen Fähnchen. Die Fähnchen zeigten, in welche Länder bereits Stammzellen gespendet wurden, und es gab so viele verschiedene Orte. Natürlich habe ich mich da auch gefragt, wohin meine Spende gehen würde. Kurz nach der Spende habe ich erfahren, dass meine Stammzellen für eine Frau in Israel bestimmt waren.“

Verbundenheit über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg

In der Zeit nach der Spende beschäftigte sie die Frage sehr, wer die Frau war, der sie eine neue Lebenschance gegeben hatte. Als zwei Jahre später, nach Ablauf der Anonymitätsfrist, Janas Telefon klingelte und eine junge Frau sich auf Englisch meldete, wusste sie: Das musste mit der Spende zusammenhängen. Erst kurz zuvor hatte Jana ihr Einverständnis zur Kontaktaufnahme gegeben. Doch erst einmal mussten Spenderin und Patientin sprachliche Hürden überwinden. Denn Yona, der Jana eine neue Lebenschance gegeben hatte, sprach nur Hebräisch, Jana nur Deutsch. Ihre Kinder schafften schließlich die Verbindung, sie verständigten sich auf Englisch und vermittelten zwischen den beiden Frauen.

Seitdem haben Jana und Yona regelmäßig Kontakt. Mithilfe von Onlineübersetzern schrieben sie sich zunächst E-Mails. Doch beiden war klar, dass sie sich unbedingt persönlich kennenlernen wollten. Deshalb entschieden Jana und ihr Mann Achim bereits drei Monate nach dem ersten Telefonat: Sie würden nach Israel fliegen. Das Treffen war der Beginn einer besonderen Freundschaft. Jana und Achim verbrachten eine Woche auf der Ziegenfarm von Yonas jüdisch-orthodoxer Familie im Norden Israels. „Wir wurden sehr herzlich aufgenommen und haben jeden Tag neue Familienmitglieder kennengelernt. Sechs Kinder, 26 Enkelkinder, Onkel, Tanten – ganz schön viel Trubel im Vergleich zu unserer eher kleinen Familie. Außerdem hat die Familie möglichst viele Ausflüge mit uns gemacht, um uns ihr schönes Land zu zeigen“, berichtet Jana.

Hochzeitsfeier mit vielen neuen Eindrücken

Die erste Reise nach Israel war ein echtes Highlight für Jana. Doch das zweite folgte bald darauf: Yonas Tochter lud Jana, Achim und ihre beiden Söhne zu ihrer Hochzeit mit 600 Gästen ein. Für alle vier ein beeindruckendes Erlebnis, bei dem sie sich auf eine neue Kultur und auf ungewohnte Traditionen einließen. Besonders gerührt war Jana davon, wie viele Menschen zu ihr kamen und sich bei ihr bedankten.

Sabbath, Besuche in der Synagoge und koscheres Essen: Janas deutsche Familie erlebte den Alltag einer jüdischen Familie. „Bevor ich Yona kennengelernt habe, wusste ich nur wenig über die jüdische Religion. Doch seit unseren Besuchen habe ich mich viel mehr mit dem Thema beschäftigt. Wir wurden so herzlich und offen empfangen. Wenn Yona uns demnächst in Deutschland besucht, möchte ich vorbereitet sein und beispielsweise koscheres Essen zubereiten – auch wenn es in unserer kleinen Stadt nicht so einfach ist, die Zutaten dafür zu bekommen.“

Durch die Stammzellspende haben Jana und Yona eine zweite Familie dazugewonnen. Für Jana eine große Bereicherung: „Wir lernen viel voneinander, haben regelmäßig Kontakt, und die Erlebnisse haben unsere beiden Familien, aber auch meinen Mann, meine Kinder und mich noch enger zusammengeschweißt.“

Yona ist dankbar für jeden neuen Tag und dafür, dass sie die Hochzeit ihrer Tochter miterleben konnte. Sie plant, demnächst mit ihrem Mann nach Deutschland zu kommen. Schließlich möchte auch sie sehen, wie Jana und ihre Familie leben.

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