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26. August 2022, News in Medizin & Forschung

Ein Pionier der Stammzelltransplantation in Lateinamerika

Brasilianischer Arzt und Forscher Professor Ricardo Pasquini erhält den renommierten Mechtild Harf Wissenschaftspreis

Der herausragende Hämatologe Professor Ricardo Pasquini hat den Mechtild Harf Wissenschaftspreis 2022 der DKMS Stiftung Leben Spenden erhalten. Der brasilianische Mediziner gilt als Pionier auf dem Gebiet der hämatopoetischen Stammzelltransplantation in Brasilien und Lateinamerika. Neben seinen Arbeiten zur aplastischen Anämie hat er an der chronischen myeloischen Leukämie geforscht und dabei wegweisende Beiträge zur internationalen Entwicklung von Tyrosinkinasehemmern geleistet.

Pasquini ist der 21. Empfänger des mit 10 000 Euro dotierten Preises, mit dem die Stiftung jährlich exzellente wissenschaftliche Arbeiten international renommierter Ärzte auf dem Gebiet der Stammzellspende und -transplantation würdigt.

Innovative Forschung – ein Schlüsselfaktor zur Verbesserung der Blutkrebstherapie

Innovative wissenschaftliche Forschung ist von entscheidender Bedeutung für das Verständnis und die Verbesserung der Blutkrebstherapie. Gleichzeitig spielt Pioniergeist eine wichtige Rolle, um Patient:innen den Zugang zu einer Behandlung zu ermöglichen. „Der hochgeschätzte Mediziner und Wissenschaftler, den ich heute auszeichnen darf, ist ein wahrer Wegbereiter der Stammzelltransplantation in Lateinamerika“, sagte Professor Thomas Klingebiel, stellvertretender Vorsitzender des DKMS Medical Council, in seiner Laudatio bei der Eröffnungsfeier des 26. SBMTO-Kongresses (Brazilian Society of Bone Marrow Transplantation) in São Paulo. „Es ist uns eine große Freude, sein enormes Engagement und seinen herausragenden medizinischen Beitrag für diesen Kontinent und weit darüber hinaus zu würdigen.“ Im Jahr 1979 führte Prof. Pasquini die erste erfolgreiche Transplantation bei einem Patienten mit aplastischer Anämie in Brasilien durch. Er gründete ein Transplantationszentrum in Curitiba, das sich unter seiner Leitung zum größten auf dem Kontinent entwickelte. Mit seiner Tatkraft inspirierte er die Gründung der nachfolgenden Transplantationszentren in ganz Lateinamerika. „Bis heute haben seine Bemühungen und seine Forschung einen bedeutenden Einfluss auf das Leben von Patientinnen und Patienten mit Blutkrebs und anderen Blutkrankheiten wie aplastischer Anämie und Fanconi-Anämie“, so Prof. Klingebiel.

Ein herausragender Mediziner und Wissenschaftler

Ricardo Pasquini ist emeritierter Professor für Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie an der Bundesuniversität von Paraná in Curitiba. Er war fast 30 Jahre lang Leiter der Abteilung für Innere Medizin und danach Leiter der Abteilung für Hämatologie und medizinische Onkologie an der Universitätsklinik. Dort baute Pasquini erfolgreich ein Zentrum für Knochenmarktransplantation auf, das Spitzenleistungen in Forschung und klinischer Versorgung erbrachte. Es wurde zu einem Referenzzentrum für die Ausbildung von Personal aus anderen Zentren in Brasilien sowie weiteren südamerikanischen Ländern. Unter seiner Leitung betreute das Zentrum Patient:innen von der Diagnose bis zur Behandlung auf höchstem Niveau – und das ist bis heute so.

1993 war sein Team für die erste Transplantation von Stammzellen aus Nabelschnurblut in Lateinamerika verantwortlich, und 1995 führte er die erste Transplantation von einem nicht verwandten Spender in Brasilien durch. Im Laufe seiner langen Karriere bildete das Gründungsmitglied der brasilianischen Gesellschaft für Knochenmarktransplantation Generationen von Spezialist:innen aus, die heute international führend auf ihrem Gebiet sind.

Seit seinen frühen Jahren hat seine Forschung den Weg für die Behandlung von Patient:innen mit angeborenem oder erworbenem Knochenmarkversagen wie aplastischer Anämie oder Fanconi-Anämie geebnet. Seine Veröffentlichungen über die Blutstammzelltransplantation bei diesen Patient:innen sind eine weltweite Referenz. Darüber hinaus trug er in den letzten zehn Jahren seiner Laufbahn dazu bei, die therapeutischen Möglichkeiten für Patient:innen mit chronischer myeloischer Leukämie (CML) zu verbessern. In diesem Zusammenhang war er an mehreren internationalen klinischen Studien zur Wirksamkeit verschiedener Tyrosinkinase-Inhibitoren beteiligt.

Pasquini ist Mitherausgeber von drei Büchern: zweien über Hämatologie und einem über Knochenmarktransplantation. Er hat mehr als 220 Artikel in internationalen medizinischen Fachzeitschriften wie Blood und The New England Journal of Medicine veröffentlicht.

„Der Preis ist eine große Ehre für mich und ich freue mich sehr über die Anerkennung durch die DKMS. Ich nehme diese Auszeichnung mit großer Dankbarkeit gegenüber meinen Kolleginnen und Kollegen an, ohne die mein Lebenswerk nicht möglich gewesen wäre“, sagte Professor Ricardo Pasquini.

DKMS: So viele Menschenleben retten wie möglich

„Die DKMS setzt sich sehr dafür ein, so viele Patientenleben wie möglich zu retten. Neue und innovative Ansätze tragen dazu bei, die Erfolgschancen der Patienten zu erhöhen. Gleichzeitig muss aber auch der Zugang zu diesen Therapien sichergestellt werden. Es gibt immer noch viele Menschen auf der Welt, die dringend Hilfe benötigen – und es gibt immer noch zu viele Patienten, die sterben. Wir müssen weiter zusammenarbeiten, um mehr Patienten eine zweite Chance auf Leben zu geben“, fügte Prof. Thomas Klingebiel hinzu.

Der Preis ist nach Mechtild Harf benannt, einer zweifachen Mutter, die an Leukämie erkrankte und 1991 verstarb. Ihr Ehemann, Peter Harf, gründete im selben Jahr die DKMS. Seitdem setzt sich die DKMS auf verschiedenen Ebenen dafür ein, das Leben von Blutkrebspatient:innen zu retten, und hat sich zu einer der führenden internationalen Organisationen auf diesem Gebiet entwickelt.

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