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1. Dezember 2021, News in Spender & Patienten

„Ein richtiger Gänsehautmoment!“

Torwart des Handball-Drittligisten VfL Pfullingen spendete Stammzellen

Seit 20 Jahren hält Handballtorwart Daniel Schlipphak den Kasten seiner Mannschaft sauber. In der dritten Liga setzt der 25-Jährige alles daran, dass sein Verein VfL Pfullingen auf der Platte punktet. Auch neben dem Handballfeld ist Daniel ein geborener Teamplayer. Nach seiner Registrierung bei der DKMS war es Ende Oktober soweit: Der Handballer spendete Stammzellen für einen Blutkrebspatienten und ermöglichte ihm so eine zweite Lebenschance. Im Interview wirft er einen Blick zurück.

Wie bist du auf die DKMS und die Möglichkeit, sich registrieren zu lassen, aufmerksam geworden?

Zum ersten Mal ist mir die DKMS im Handballtraining begegnet. Damals hatte jemand einen Pullover mit dem Logo der DKMS an – da wurde ich neugierig und habe mich informiert. Leider habe ich die Registrierung dann lange vor mir hergeschoben, aber letztes Jahr im Herbst war es dann endlich soweit: Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein. Ich habe mir ein Registrierungsset bestellt und meine drei Wattestäbchen mit meinen Gewebeproben an die DKMS zurückgeschickt – alles ganz einfach und kostenfrei.

Wieso ist es für dich wichtig gewesen, dich als potenzieller Spender registrieren zu lassen?

Der Grund ist ganz simpel: Man kann anderen Menschen mit etwas Glück und ohne große Hürden das Leben retten. Ich bin auch schon immer ein Anhänger der Blut- und Organspende gewesen und finde es eine gute Sache, weil man sich für seine Mitmenschen einsetzen kann – und im besten Fall jemandem das Leben rettet. Mit der Registrierung ist es ein wenig wie im Handball: Ohne mein Team kann ich der beste Torwart der Welt sein – wenn ich alleine auf dem Feld stehe, werde ich nicht weit kommen. Aber wenn man zusammenhält, kann man jeden Gegner bezwingen. Das sehe ich beim Thema Blutkrebs genauso.

Hattest du irgendwelche Bedenken vor der Registrierung?

Für mich gab es keinen einzigen Gedanken, dass ich das nicht machen würde – es war direkt klar, dass ich die Spende auch durchziehe. Ich selbst habe mit der sogenannten peripheren Stammzellentnahme gespendet. Das kann man sich ähnlich vorstellen wie eine Blutspende. Dabei habe ich 2 ½ Stunden mit zwei Kanülen in beiden Armen gemütlich auf einer Liege verbracht, während die die Stammzellen aus meinem Blut gefiltert wurden – absolut harmlos und schmerzlos. Dabei kann man sogar Filme gucken oder Musik hören. Das Personal war superfreundlich und ich fühlte mich jederzeit bestens aufgehoben. Aus der Aufklärung weiß ich, dass auch die Knochenmarkentnahme aus dem Beckenkamm, die viel seltener vorkommt, bis auf die Vollnarkose während des Eingriffs unproblematisch ist. Mit so wenig Aufwand kann man sonst niemals ein Leben retten.

Wann hast du davon erfahren, dass du als Stammzellspender in Frage kommst und was ging dir durch den Kopf?

Die Nachricht, dass ich als Spender in Frage komme, erreichte mich per Anruf beim Joggen. Zunächst war ich verwirrt, wer mich da mit einer Tübinger Vorwahl anruft. Als ich wusste, dass es um eine Stammzellspende geht und darum einem Blutkrebspatienten damit vielleicht das Leben zu retten, war ich schwer beeindruckt. Mein erster Gedanke war: Wie schön muss es für ihn und seine Familie sein, dass es einen Spender gibt, der helfen kann. Ein richtiger Gänsehautmoment! Besonders als ich die Information erhielt, an wen die Spende gehen wird.

Wohin ging deine Spende denn?

Nach der Spende hat die DKMS mir mitgeteilt, dass ein kleiner Junge unter fünf Jahren irgendwo in Kanada meine Spende erhalten hat. Einerseits hat es mich ein wenig traurig gestimmt, dass so ein junger Mensch schon mit so einer schweren Erkrankung zu kämpfen hat. Aber umso schöner ist es, dass er durch meine Spende eine zweite Lebenschance erhält und dass es ein Match zwischen uns gegeben hat. Wenn die zweijährige Anonymitätsfrist abgelaufen ist, würde ich mich freuen, mit meinem jungen genetischen Zwilling und seiner Familie in Kontakt treten zu können. Aber die Entscheidung liegt dann bei ihnen.

Was würdest du Menschen sagen, die mit einer Registrierung hadern?

Ganz einfach: Zögert nicht und registriert euch! Es tut nicht weh, geht im Handumdrehen und ist kostenfrei. Die DKMS kümmert sich um alles und auch im Fall der Spende ist es ein Klacks gemessen daran, dass man einem Menschen das Leben retten kann. Ich kann für mich nur sagen: Ich würde es jederzeit wieder machen!

Vielen Dank für das Interview!

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