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16. August 2019, News in Spender & Patienten

Ein Foto und die Frage: „Wer bin ich?“

Spender Ben Zimdahl traf die kleine Sofia im Kölner Zoo

Ein Bild mit der Frage „Wer bin ich?“ von einer unbekannten Handynummer erhält man nicht alle Tage. Das dachte sich auch Ben Zimdahl, als er vor einem Jahr per WhatsApp das Foto eines kleinen Mädchens erhielt. Es war Sofia. Ben hatte ihr zwei Jahre zuvor mit einer Stammzellspende das Leben gerettet.

Ben Zimdahl aus der Nähe von Dessau wurde vor vier Jahren Vater eines gesunden Jungen. Dass ein gesundes Kind keine Selbstverständlichkeit ist, musste er schnell erfahren. Denn zur selben Zeit wurde deutschlandweit ein passender Spender für den sieben Monate alten Felix gesucht, der an Leukämie erkrankt war. Als frischgebackene Eltern fühlten Felix und seine Freundin mit und entschieden sich dazu, sich bei der DKMS registrieren zu lassen, um Felix und anderen Blutkrebspatienten zu helfen. Nur ein Jahr später bekam Ben die Nachricht, dass er für ein kleines Mädchen in Deutschland als genetischer Zwilling für eine Spende infrage komme. Er zögerte nicht lang und ließ sich das lebensrettende Knochenmark in einer neunminütigen OP aus dem Beckenkamm entnehmen.

Die Empfängerin seiner Spende war die damals sechs Monate alte Sofia aus Köln, was Ben zu diesem Zeitpunkt natürlich nicht wusste. Als die zweijährige Anonymitätsfrist ablief, entschieden sich beide Seiten für den Datenaustausch und ein Kennenlernen. Der erste Kontakt verlief sehr unkonventionell, wie Sofias Mama Jacqueline und Spender Ben heute berichten. Jacqueline schickte einfach ein Bild von Sofia per WhatsApp an Ben, verbunden mit der Frage: „Wer bin ich?“

„Es hat kurz gedauert, bis ich realisiert hatte, wer das war. Aber dann hatte ich einfach nur einen extremen Gefühlsausbruch, schildert Ben seine Eindrücke, als ihn die ungewöhnliche und gleichzeitig emotionale Nachricht erreichte. Seitdem hatten die beiden Familien regelmäßigen Kontakt und beschlossen, sich näher kennenzulernen.

Heute ist Sofia dreieinhalb Jahre alt und ein echter Wirbelwind. Als sich die beiden das erste Mal treffen, ist Ben sichtlich gerührt: „Nach so einer langen Zeit zu sehen, für wen das alles war, ist einfach überwältigend.“ Sofias Mama Jacqueline findet hingegen kaum Worte für die erste Begegnung mit dem Lebensretter ihrer Tochter. „Ich bin aufgeregt, durcheinander, aber vor allem freue ich mich“, berichtet sie den Tränen nahe. Als sie Ben an der Kasse des Kölner Zoos entdeckt, brechen bei ihr alle Dämme. Endlich kann sie den Mann in die Arme schließen, der es ihr ermöglicht hat, ihre Tochter aufwachsen zu sehen. Auf dem Spielplatz im Kölner Zoo wirkt es fast so, als würden sich Ben und Sofia schon ewig kennen: Sie schaukeln zusammen, gehen gemeinsam rutschen und teilen sich ihre Pommes.

Sofia ist ein echtes Energiebündel. Sie kennt keine Pause, rennt mit einem kessen Strohhut auf dem Kopf von der Rutsche zur Schaukel und wieder zurück. „Das Leben mit Sofia ist anstrengend“, sagt Jacqueline schmunzelnd und fügt hinzu: „Sie ist einfach nie müde, ist immer unterwegs und spielt gern. Sie ist ein sehr fröhliches und glückliches Mädchen.“

Das alles ist Sofia auch dank Ben. Ihn als Helden zu bezeichnen, verbietet er ihr und auch allen anderen. „Für mich war die Spende kein Aufwand. Ich konnte damals bereits nach wenigen Stunden das Krankenhaus verlassen und mir noch einen schönen Nachmittag in Hamburg machen“, erklärt er. „Es gibt wohl keinen einfacheren Weg, jemandem zu helfen.“ Ben will Sofia noch ein Eis spendieren. Aber der kleine Wirbelwind ist schon wieder unterwegs. Irgendwo auf dem Spielpatz des Kölner Zoos.

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