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1. Juli 2019, News in Spender & Patienten

Lebensretter beim zweiten Mal

„Anderen zu helfen, ist für mich selbstverständlich"

Kürzlich trafen sich Spender Christian Suttner (40) und der Empfänger seiner Stammzellen, David Peter (47), zum ersten Mal in Deutschland. Im Jahr 2014 erhielt David die Diagnose Blutkrebs und benötigte einen Fremdspender, da in seiner Familie kein passender Spender zu finden war. Über den globalen Suchlauf wurde Christian Suttner aus Schlier in Baden-Württemberg für ihn gefunden. Der Vater von zwei Kindern war schon einmal der „genetische Zwilling“ für einen Patienten. Auch beim zweiten Mal zögerte er keinen Moment und hoffte, helfen zu können.

Was für ein Glück für den US-Amerikaner, denn eigentlich war Christian noch für den ersten Empfänger „reserviert“. Knapp eineinhalb Jahre zuvor hatte er schon einmal Stammzellen gespendet. Der Patient kam ebenfalls aus den USA, überlebte aber leider nicht. Nach Erhalt der traurigen Nachricht bat Christian die DKMS, die Reservierung aufzuheben und ihn wieder für den weltweiten Patientensuchlauf zur Verfügung zu stellen. Jeder Spender wird zwei Jahre lang für „seinen Patienten“ zurückgestellt und erklärt sich bereit, gegebenenfalls noch einmal zu spenden, falls eine zweite Spende benötigt wird.

Wenige Monate später wurde Christian tatsächlich erneut als Spender angefragt – für David. Christian findet es selbstverständlich zu helfen. Er erwartet keine Dankbarkeit und sieht sich auch nicht als Helden. „Ich bin schließlich nicht durchs Feuer gerannt“, sagt er.

Nach der Aufhebung der gesetzlichen Anonymitätsfrist im Jahr 2016 tauschten sich David und Christian regelmäßig aus und fieberten einem persönlichen Treffen entgegen. Zusammen mit vielen weiteren Familienmitgliedern gründeten sie eine Messenger-Gruppe, in der sie sich seitdem gegenseitig an ihrem Leben teilhaben lassen. Beim Chatten stellen David und Christian immer wieder viele Gemeinsamkeiten fest – unter anderem, dass sie beide denselben schwarzen Humor haben.

„Sutti is here“

Im Juni 2019 war es endlich soweit: David besuchte Christian Suttner in Deutschland und brachte gleich seine ganze Familie mit: seine Frau Daizy, seine Eltern Loretta und Veryl sowie seine Tochter Serena. Sie alle nennen ihn liebevoll „Sutti“.

Christian war mit seiner Schwester Karin zum Flughafen München gekommen, um die Gäste aus den USA abzuholen. Er hielt ein gelbes Schild in der Hand, auf dem ein roter Pfeil schräg nach unten auf ihn zeigte: „Sutti is here“. Damit empfing er David und seine Familie, die sich von Kansas aus auf die weite Reise nach Deutschland gemacht hatten.

„Schön, dich endlich zu sehen. Hey, du bist groß!“, begrüßte David seinen Lebensretter, der über einen Kopf größer ist als er. Beide nahmen sich herzlich in den Arm.

Topeka im Garten

Fast zwei Wochen verbrachten die Familien gemeinsam. Sie machten Sightseeing in München und Triberg, schauten sich Kuckucksuhren im Schwarzwald an, besuchten Ravensburg, Schloss Neuschwanstein und den Comer See. Christian und David genossen die gemeinsamen Abende mit ihren Familien im Garten. Sie hatten viele gute Gespräche und schätzten das Zusammensein.

Im Garten der Suttners gibt es einen bunten Wegweiser mit Entfernungen zu bestimmten Orten. Davids Wohnort, Topeka in Kansas, ist auch dabei (Fotomotiv).

Ein weiteres Highlight ihres Besuchs war Davids Geburtstag am 7. Juni, der gleichzeitig auch der Hochzeitstag von Christian und seiner Frau Nadja ist. Christian und seine Schwester Karin hatten sich zu diesem Anlass etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Ein Freund der Familie ist Pilot und ermöglichte allen einen Rundflug über Friedrichshafen. Da David Fan der deutschen Nationalmannschaft ist, schenkte ihm Christian zudem ein aktuelles Trikot.

Ein Leben lang verbunden

David und Christian empfinden es als großes Glück, einander zu haben. „Wir haben uns schon verbunden gefühlt, bevor wir uns persönlich getroffen haben“, sagt Christian heute. Familie Suttner möchte David und seine Familie nächstes Jahr in den USA besuchen.

Christian hat als Stammzellspender eine traurige Vorgeschichte erlebt, die Spende für David ist für ihn das Happy End. Hätte er sich nach seiner ersten Spende nicht direkt wieder zur Verfügung gestellt, hätte man ihn wohlmöglich für David nicht gefunden. Die Bereitschaft zur Stammzellspende bedeutet, jemandem eine Chance auf Leben zu geben. Und im besten Fall lernt man durch eine Spende Menschen kennen, die das eigene Leben bereichern und mit denen man ein Leben lang verbunden ist.

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