Wenn Lehrer Leben retten
Zum Tag des Lehrers: Lehrkräfte wie Stephan Grohnert bringen die DKMS an Schulen und machen sich für zweite Lebenschancen stark
7.561 Registrierungsaktionen mit mehr als 702.000 registrierten Schüler:innen hat die DKMS seit 2004 durchgeführt. Ohne die Initiative und tatkräftige Unterstützung engagierter Lehrkräfte vor Ort wären diese Schulaktionen undenkbar. Dabei sind sie für die Arbeit der DKMS unverzichtbar: Denn junge Menschen sind als Stammzellspender:innen besonders gefragt. Zum „Tag des Lehrers“ am 5. Oktober berichten wir stellvertretend über einen ganz besonderen Studienrat: Stephan Grohnert aus dem bayerischen Schwabsoien hat nicht nur zwei Schulaktionen auf die Beine gestellt, sondern auch selbst Stammzellen gespendet. Er sagt: „Es braucht nur wenig Aufwand, um Großes zu bewirken.“
Eigentlich wollte Stephan Grohnert im Sommer 2018 während seines Lehramtsstudiums ganz entspannt in der Caféteria der Universität Augsburg eine freie Minute genießen. Doch dann erzählte ihm eine Kommilitonin von einer DKMS Aktion auf dem Campus am selben Tag. Der damals 22-Jährige machte spontan mit und ließ sich in die Datei aufnehmen. Schon wenige Wochen später hörte Stephan erneut von der DKMS: Er käme als Spender infrage.
Im Mai 2019 spendete er schließlich Stammzellen über die ambulante Entnahmemethode in einer Klinik in Neu-Ulm. Als fast schon „ein bisschen langweilig“ habe er seine Spende erlebt, berichtet er heute. Nach wenigen Stunden war alles erledigt.
Vom Stammzellspender zum Initiator an Schulen
Seitdem ist Stephan Grohnert der DKMS verbunden geblieben. Schon während seines Referendariats am Röntgen-Gymnasium Würzburg organisierte er eine Registrierungsaktion für die Schülerinnen und Schüler ab 17 Jahren. Denn ab diesem Alter können sich Interessierte in die DKMS aufnehmen lassen. Für eine Stammzellspende stehen sie ab dem 18. Geburtstag zur Verfügung.
3.424 Schulen haben sich in den vergangenen 22 Jahren am DKMS Schulprojekt beteiligt. Für die Arbeit der DKMS sind Schülerinnen und Schüler besonders wertvoll, da junge Menschen aus medizinischen Gründen überdurchschnittlich häufig für eine Stammzellspende angefragt werden. Darüber hinaus stehen sie der weltweiten Spendersuche besonders lange zur Verfügung.
Als Stephan Grohnert nach Abschluss seines Referendariats als festangestellter Studienrat ans Gymnasium Weilheim versetzt wird, stellt er dort eine weitere Aktion auf die Beine. „In beiden Fällen habe ich großartige Unterstützung meiner jeweiligen Schulleitung erhalten“, sagt der heute 30-jährige Lehrer für Englisch und Politik/Gesellschaft. Fast 170 Personen ließen sich bei beiden Aktionen in die DKMS aufnehmen. Eine von ihnen hat sogar schon die Chance erhalten, ein Leben zu retten.
Der Arbeitsaufwand für eine Schulaktion vor Ort sei gering, sagt Stephan Grohnert: „Im Vorfeld muss die Aktion natürlich geplant und Schüler als Helfer aktiviert werden. Die Schulgemeinschaft wird in die Planung und Umsetzung mit einbezogen. Wir haben die Eltern mit einem Brief über die anstehende Aktion informiert und ihre Einwilligung eingeholt. Die DKMS versorgt die Schule anschließend mit allen benötigten Materialien für die Registrierung – aber auch mit Postern, Luftballons und Klebetattoos. Die lieben unsere Schüler! Wenn die Menschen hinter der Sache stehen, ist es mehr Spaß als Arbeit.“
Insgesamt 10.710 zweite Lebenschancen konnten bereits aus dem DKMS Schulprojekt vermittelt werden – in 53 Länder weltweit. „Ohne die Lehrerinnen und Lehrer, die sich bei der DKMS melden und sich an ihren Schulen vor Ort um die Umsetzung der Registrierungsaktionen kümmern, gäbe es diese Erfolgszahlen nicht“, sagt Svenja Ebbing vom DKMS Schulprojekt.
„Ihr könnt damit Leben retten und Leben verändern“
Stephan Grohnert will weitermachen – genau wie viele seiner Kolleg:innen bundesweit: „Die nächste Aktion ist bereits in Planung.“ Von der Person, die seine Stammzellen erhalten hat, weiß Grohnert nur, dass er ein Brite und über 30 Jahre alt ist. Ein Jahr nach der Spende erfuhr er, dass sein genetischer Zwilling die Stammzellen gut angenommen habe. „Seitdem habe ich nie wieder etwas gehört.“ Für den Lehrer ist das total in Ordnung. „Bei mir überwiegt das Gefühl, etwas richtig Gutes gemacht zu haben“, sagt er. „Das rate ich auch meinen Schülerinnen und Schülern: Das ist eine gute Sache. Ihr könnt damit Leben retten und Leben verändern!“
Wissenswertes rund um das DKMS Schulprojekt und alle Informationen zur Durchführung einer Registrierungsaktion an einer Schule gibt es hier: https://www.dkms.de/schulen.
Kontakt: schule@dkms.de
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