Auf ein Kölsch mit der Stammzellempfängerin › DKMS Media Center Skip to content

22. Dezember 2025, News in Spender & Patienten

Auf ein Kölsch mit der Stammzellempfängerin

Felix aus Leverkusen schenkt US-Amerikanerin zweite Lebenschance

Felix Vekeman (28) aus Leverkusen rettete mit seiner Stammzellspende Rosanna (Rose) Lalond (70) aus Wisconsin, USA das Leben. Kürzlich spazierten die beiden gemeinsam über einen Kölner Weihnachtsmarkt. Ein Gänsehaut-Moment für beide, und das so kurz vor dem Fest.

  • Auf ein Kölsch mit der Stammzellempfängerin

    DKMS Pressefoto

    Auf ein Kölsch mit der Stammzellempfängerin

    v. l. Felix Vater Felix, Felix, Rosanna und Mutter Lien

    JPG, 2,0 MB

  • Auf ein Kölsch mit der Stammzellempfängerin

    DKMS Pressefoto

    Auf ein Kölsch mit der Stammzellempfängerin

    Felix und Rose verstehen sich sehr gut.

    JPG, 1,9 MB

  • Auf ein Kölsch mit der Stammzellempfängerin

    DKMS Pressefoto

    Auf ein Kölsch mit der Stammzellempfängerin

    Rosanna, Mitte, mit ihrer Schwester Theresa (rechts) und Ehemann Steve [...]

    JPG, 4,4 MB

  • Auf ein Kölsch mit der Stammzellempfängerin

    DKMS Pressefoto

    Auf ein Kölsch mit der Stammzellempfängerin

    Mit einem Kölsch stoßen Felix und Rose im Brauhaus auf das Leben und ihr [...]

    JPG, 2,9 MB

Denn Rosannas sehnlichster Wunsch ging bereits in Erfüllung: Mit Felix fand sie ihren „genetischen Zwilling“ knapp 7.000 Kilometer entfernt bei der DKMS in Deutschland. Dank ihm ist Rosanna, die unter einer seltenen chronischen Blutkrebserkrankung litt, wieder gesund. Als Rose neulich mit ihrem Sohn und ihrer Schwester auf Europatour war und dabei auch eine Rheinschifffahrt mit Halt in Köln machte, entschieden sie und Felix sich zu treffen. Sie verabreden sich zum Kölsch in einem Kölner Brauhaus am Rhein.

Dass Felix Stammzellspender ist, hat er seiner Mutter Lien zu verdanken. Nach einem TV-Beitrag im Dezember 2015, bei dem es um die DKMS und die Wichtigkeit der Stammzellspende ging, animierte sie u.a. auch ihre beiden Söhne, sich registrieren zu lassen. „Ich dachte, sich zu registrieren schadet ja nicht“, sagt Felix.

Sechs Jahre später wurde der technische Systemplaner als passender Spender ausgewählt. „Ich war überrascht und hätte nicht gedacht, dass ich tatsächlich einmal dran komme, weil die Chance ja schon sehr gering ist. Ich habe mich dann sehr gefreut, spenden zu können“, sagt Felix, der aktuell eine Weiterbildung zum Techniker im Heizungsbau macht.

Zunächst wusste er nicht, dass in den meisten Fällen das ambulante Spendenverfahren über die Armvene angewendet wird. Als er davon erfuhr, war er sehr erleichtert. Die ersten beiden Spritzen zur Mobilisierung seiner Stammzellen empfand er als etwas merkwürdig, die folgenden waren dann völlig in Ordnung für ihn. „Die Nadel war ja dünn, und man hat den Einstich kaum gemerkt“, sagt er.

Die Spritzen leisteten gemeinsam mit Felix‘ Körper hervorragende Arbeit: Bis zum Tag der Stammzellspende mobilisierte sein Körper so viele Blutstammzellen, dass die eigentliche Spende gerade einmal eine Stunde dauerte. „Das ging ratz fatz“, sagt Felix. In der Regel dauert die ambulante Stammzellspende im Durchschnitt etwa drei bis fünf Stunden.

Schon bald erfuhr er, dass seine Zellen sich zu einer Frau in die USA auf den Weg gemacht hatten. Zwei Jahre lang erhielt er über die DKMS regelmäßige Gesundheitsupdates zu seiner Empfängerin und hoffte, dass seine Zellen bei ihr gut anwachsen würden.

Nach der zweijährigen Anonymität folgten der Adressaustausch und ein erster Briefkontakt. So erfuhr Felix ein wenig über Rose und ihre Geschichte. Mit ihrem Sohn Jay gab es zudem eine rege digitale Kommunikation. Als der dann schrieb, dass er mit seiner Mutter und weiteren Familienmitgliedern eine Reise nach Europa machen würde, und dabei auch mit dem Schiff auf dem Rhein ein Zwischenstopp in Köln  geplant war, verabredeten sie sich für einen gemeinsamen Abend in Köln.

Treffpunkt Brauhaus

Zusammen mit seiner Familie initiierte Felix ein Treffen in einem Brauhaus, unweit der Anlegestelle des Schiffes. Felix nahm seine Eltern Lien und Felix (sein Vater heißt auch Felix) mit. Rose reiste mit ihren Sohn und einer ihrer Schwestern mit Partnern an.

Als sie am Brauhaus ankamen, war Felix‘ Mutter mindestens genauso aufgeregt wie Felix. „Rose“, rief Felix, der von weitem schon Rosannas Sohn erkannte. Alle umarmten sich herzlich und freuten sich sehr. „Das war so surreal. Wir hatten uns ein halbes Jahr lang geschrieben und dann steht die Person plötzlich vor dir. Einfach schön!“, sagt Felix.

„Der Moment des Treffens war so berührend, so speziell! Ich kann das tatsächlich nicht in Worte fassen und bekomme immer wieder Gänsehaut, wenn ich daran denke“, sagt Felix‘ Mutter Lien. Und weiter: „Ich, als Außenstehende, vermag mir gar nicht vorzustellen, was in Felix und Rose vorgegangen ist, aber ich bin aufs Höchste dankbar, dabei gewesen zu sein! Ich habe da nichts zu getan, außer, dass er sich hat registrieren lassen! Ein kleiner Schritt für Felix, ein großer für Rose.“

Beide Familien fühlten sich sofort sehr miteinander verbunden. Rose brachte Felix als kleines Geschenk übrigens eine Taschenuhr mit. Darin eingraviert sind ihr Name, das Datum des Transplantationstages und die Worte THANKS FOR GIVING ME MORE TIME.

Nachdem sie im Brauhaus mit ein paar Kölsch auf das Leben angestoßen hatten, gingen sie noch über den Weihnachtsmarkt.

Auch wenige Wochen danach hält das überwältigende Gefühl bei Felix und seinen Eltern an: „Wir sind ohne Erwartungen nach Köln gefahren und wurden positiv überrascht. Ich würde ohne zu zögern jederzeit wieder spenden. Die Registrierung und auch die Spende ist kein großer Aufwand. Und man spendet ja meistens über‘s Blut. Das ist so wie Blutspenden nur ein bisschen länger. Man liegt entspannt da, schaut einen Film und hilft damit ein Menschenleben zu retten!“, sagt Felix.

„Ich bin außerordentlich dankbar und glücklich, dass ich durch Felix‘ Spende ein weiteres Weihnachtsfest mit meinen Lieben verbringen kann“, sagt Rose.

Das schönste Weihnachtsgeschenk ist Leben: Deshalb unter dkms.de/christmas jetzt registrieren!

 

Das könnte Sie auch interessieren

0