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8. Juli 2020, News in Spender & Patienten

Familienzuwachs bei Amerika-Liebhaberin

Eine Stammzellspende brachte Hamburgerin Jara neue Familienmitglieder in den USA

Ein Patenonkel, der in New York lebt und ein Auslandsaufenthalt als Au Pair: Jara Hennig hatte schon immer eine emotionale Bindung zum Big Apple – und ihre Familie in Amerika wächst. 2017 spendete die Hamburgerin einer Frau aus North Carolina Stammzellen und lernte sie kürzlich kennen.

„Meine Mutter erzählt gerne spaßhaft, ich wäre in den USA gezeugt worden. Mein Patenonkel wohnt in New York, den haben meine Eltern damals besucht. Kein Zufall, sondern Schicksal also, dass ich so ein großer Amerika-Fan bin. Deshalb habe ich nach der Schule auch ein Jahr in den USA gelebt und als Au Pair die Kinder einer Familie betreut“, berichtet die 29-jährige Jara Hennig im Interview mit der DKMS. Nach mehreren Auslandsaufenthalten in Dubai und auf La Réunion – einer Insel im indischen Ozean – zog die gelernte Hotelfachfrau 2015 wieder zurück nach Hamburg und wusste nicht, dass ihr „genetischer Zwilling“ in den USA auf sie wartete.

Als genetischer Zwilling gilt eine Person, wenn sie nahezu identische Gewebemerkmale aufweist. Wozu das hilfreich ist? Beispielsweise, wenn eine Person an Blutkrebs erkrankt und eine Stammzelltransplantation eine zweite Lebenschance bietet. Stammzellspenderdateien wie die DKMS versuchen, so vielen Patient:innen wie möglich Hoffnung zu schenken, wenn andere Therapiemöglichkeiten nicht mehr ausreichen. Deshalb ist es wichtig, dass sich möglichst viele Menschen registrieren lassen – denn noch immer findet jeder zehnte Patient in Deutschland keinen passenden Spender. „Die Mutter einer engen Freundin erkrankte während meiner Schulzeit an Brustkrebs – einer Krebsform, in der man als Angehörige und Freund:innen der Familie aktiv leider nicht viel machen kann. In dieser Zeit habe ich überlegt, wie ich Menschen, die an Krebs erkranken, helfen kann. Deshalb habe ich mir online ein Registrierungsset der DKMS schicken lassenbei, um mithilfe einer Stammzellspende potenzielle Lebensretterin für eine/n Blutkrebspatient:in zu werden. Tatsächlich wurde ich dann einige Jahre später angerufen und die DKMS teilte mir mit, dass meine Gewebemerkmale mit denen einer Patientin übereinstimmen würden“, erzählt Jara.

Die Spende verlief peripher, also per Bluttransfusion, einer Methode, die mittlerweile bei 80 Prozent aller Stammzelltransplantationen angewandt wird. Nach der Spende sorgte Jara sich sehr um „ihre“ Patientin. Jara selbst ging es gut, die Spende an sich dauerte nur drei Stunden – doch wie fühlte sich ihre Empfängerin, würde alles klappen und wer war sie überhaupt? Die DKMS informierte Jara zunächst darüber, dass die Patientin eine Frau aus den USA war und gab ihr regelmäßig Gesundheitsupdates. Wenige Monate später erhielt sie eine anonyme Dankeskarte; anonym, da der Kontakt zwischen Spender:in und Empfänger:in – je nach Länderbestimmungen – für mindestens zwei Jahre anonym bleiben muss. „Als ich die Karte erhielt, habe ich erst einmal geweint, so gerührt war ich. Umso mehr habe ich mich gefreut, als mir meine Empfängerin Barbara zwei Jahre später eine Nachricht auf Facebook schrieb. Sie wollte mich gerne auch persönlich kennenlernen“, so Jara.

Seitdem haben Jara, Barbara und ihre Familie regelmäßig Kontakt, auch Evelyn, die fünfjährige Enkelin von Barbara weiß schon, wer Jara ist. Eigentlich wollten sich dieses Jahr endlich alle persönlich kennenlernen. Doch durch Corona kam alles anders. Jara erzählt: „Barbara und ihr Mann Bob wollten Ende Mai eine Kreuzfahrt nach Hamburg machen und mich dort überraschen. Ich selbst wollte im September in die USA fliegen, um vor Ort alle kennenzulernen. Das geht jetzt natürlich nicht, deshalb haben wir weiterhin virtuell Kontakt und hoffen, dass wir unser Treffen schnellstmöglich nachholen können. Gemeinsam mit Barbaras Schwiegertochter Alison organisiere ich derzeit eine Online-Kampagne, die international über Blutkrebs informiert. Gemeinsam wollen wir mithilfe einer Videoreportage informieren und Spenden sammeln, um das Thema bekannter zu machen und Menschen die Angst nehmen, sich registrieren zu lassen.“

Informieren über Ländergrenzen hinweg: Das ist besonders wichtig. Denn ethnische Vielfalt rettet Leben. Die Gewebemerkmale werden durch den ethnischen Hintergrund beeinflusst. Je größer die Diversität unter den registrierten Spender:innen ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass Patient:innen ihren genetischen Zwilling finden.

„Durch meinen Patenonkel und mein Au Pair Jahr hatte ich schon immer eine besondere Beziehung zu den USA. Durch Barbara, Bob, Alison, Evelyn und den anderen Familienmitgliedern vergrößert sich meine Familie dort. Darüber bin ich unglaublich froh.“

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