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27. Mai 2022, News in Spender & Patienten

Auch Glücksbringer brauchen Glück

Schornsteinfegermeister Michael Wagner hat den Blutkrebs besiegt

2017 wurde bei Michael Wagner (53) akute Leukämie diagnostiziert. Ein Schock für den damals 49-jährigen Schornsteinfegermeister und freiwilligen Feuerwehrmann aus Bochum. Schnell stand fest, dass er auf eine Stammzellspende angewiesen war. Zum Glück gab es Frank Spröte (43) aus Aldenhoven, der bei der DKMS als passender Spender zur Verfügung stand. Er schenkte dem Familienvater eine zweite Lebenschance. Kürzlich war es endlich soweit und die beiden Männer lernten sich persönlich kennen. Beim Treffen war auch ein Kamerateam für den WDR dabei.

Michael Wagner steht mitten im Leben. Als selbständiger Schornsteinfegermeister und Feuerwehrmann bei der freiwilligen Feuerwehr Bochum hat er in den vergangenen 40 Jahren schon bei vielen Einsätzen Menschenleben gerettet. Dass er selbst auch einmal Hilfe benötigen würde, kommt ihm nicht in den Sinn. Im Herbst 2017 wird ihm regelmäßig schwindelig und er ist kurzatmig. Bei der Arbeit muss er Pausen einlegen. Er spürt, dass mit seinem Körper etwas nicht stimmt und sucht seinen Hausarzt auf. Dieser stellt fest, dass seine Blutwerte nicht in Ordnung sind und schickt ihn am gleichen Tag noch zu eingehenderen Untersuchungen ins Krankenhaus. Dort erfährt er, dass er eine akute Leukämie hat. Er muss sofort behandelt werden. Michael benötigt eine Stammzellspende. Vom Krankenbett aus regelt er noch laufende Aufträge.

Für Michael, der in seinem Beruf als Schornsteinfeger normalerweise der Glücksbringer für andere Menschen ist, findet man bald ein passendes Match. Nur wenige Wochen nach der Diagnose erhält er im Oktober 2017 die lebensrettende Stammzellspende. Ein halbes Jahr später geht es ihm bereits wieder so gut, dass er mit über 100 Gästen, inklusive Pflegern, die ihn im Krankenhaus begleitet haben, seinen 50. Geburtstag feiert. Seine Genesung verläuft „bilderbuchmäßig“. Michael erholt sich schnell von der Transplantation. Heute ist er vollständig genesen und kann auch bei der freiwilligen Feuerwehr wieder voll mit anpacken.

Michaels Glücksbringer kommt aus Nordrhein-Westfalen

Dass sein Lebensretter aus Aldenhoven in NRW kommt, weiß Michael damals noch nicht. Zum Ende der Anonymitätsfrist haben er und sein Spender Frank Spröte dem Adressaustausch zugestimmt, dann zunächst telefoniert und sich geschrieben. Im Frühjahr 2022 ist es soweit und die beiden lernen sich an einem See in Düren kennen. Um die Arbeit der DKMS zu unterstützen, haben Frank und Michael zugestimmt, ihr erstes Treffen von einem Filmteam der Produktionsfirma „FarbFilmFreun.de“ für zwei WDR-Beiträge begleiten zu lassen. „Schön, dass wir uns endlich treffen, mein Lebensretter! Ich danke Dir. Das ist schon Glücksache, dass man Dich so schnell gefunden hat“, sagt Michael und nimmt seinen Blutsbruder in den Arm. „Schön, dass es Dir gut geht,“ erwidert Frank.

Michael schildert Frank, wie sein Transplantationstag damals war. „Als Du die Spende abgegeben hast, sagte der Arzt zu mir: Heute morgen gibt der Spender die Spende ab, und dann im Laufe des Tages kriegen Sie sie. Ich war schon froher Erwartung – Du liegst da, und am frühen Abend, kam die Spende endlich an. Wenn die Stammzellen dann in Dich hineinlaufen, ist das einfach befreiend. Es fällt so ein Druck von einem ab, dass endlich jemand da ist, der einem hilft!“ „Das Beste vom Besten“, scherzt Frank und beide lachen und freuen sich, dass danach alles gut für Michael gelaufen ist und er wieder gesund ist.

Erste Gemeinsamkeiten haben die Männer bereits festgestellt – Fußball. Michael ist Vfl Bochum-Fan und hat Frank und seinen Sohn, der BVB-Fan ist, nach Bochum zu einem Spielbesuch eingeladen. „Es ist einfach unbeschreiblich. Das muss man selber fühlen. Und das kann jeder. Es kostet nichts, es macht nichts. Ich stehe heute gesund da, wie ich damals auch gesund war. Und Michael ist ebenfalls gesund, so wie er es verdient hat“, sagt Frank.

Frank hatte sich 2009 bei einer öffentlichen Registrierungsaktion für ein Kind aus Aldenhoven in die DKMS aufnehmen lassen. Acht Jahre später kann der Altenpfleger helfen: „Als ich von der DKMS kontaktiert wurde, war das einerseits ein komisches Gefühl, weil ich wusste, da braucht jetzt jemand Hilfe. Anderseits war es ein schönes Gefühl, weil ich jemandem Hoffnung und Zuversicht schenken konnte“, sagt er. Immer wieder betont Frank, wie wichtig es ihm ist, nicht als Held gefeiert zu werden, vielmehr als ein Mensch, ein Vorbild für andere, der seine Zeit sinnvoll genutzt hat, um einem anderen Menschen Lebenszeit zu schenken.

Nicht nur, aber zum World Blood Cancer Day (WBC) am 28. Mai ganz besonders, ist es Frank und Michael ein Anliegen, mit ihren Geschichten ein Zeichen der Menschlichkeit zu setzen, und andere zur Registrierung unter dkms.de zu motivieren. „Mit den Stäbchen ist die Registrierung doch richtig einfach,“ sagt Michael und trifft damit auch das DKMS Kampagnenmotto: „Richtig einfach. Einfach richtig. Mund auf Stäbchen rein Spender sein“.

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