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6. Mai 2019, News in Spender & Patienten

Kein Weg zu weit: Hochzeit in Australien

Einmal um die halbe Welt: Spenderin und Empfänger treffen sich in Down Under

Sina Hünervogt (39) spendete 2009 Stammzellen und schenkte dem Australier Chad Serpless (34) eine zweite Lebenschance. Zur Hochzeit von Chad reiste sie mit ihrem Mann kürzlich nach Melbourne. Sie verbrachten eine unvergessliche gemeinsame Zeit mit Chad und seiner Familie.

“Ich wusste nicht genau, was mich erwartete. Aber ich kann ehrlich sagen, es war einer der besten Tage meines Lebens”, beschrieb der Australier Chad später den Tag, an dem er Sina und ihren Mann Roman Müller-Hünervogt (42) in Melbourne zum ersten Mal persönlich traf. Zehn Jahre nachdem die Justiziarin ihm 2009 mit ihrer Stammzellspende das Leben rettete.

Chad Serpless hatte Leukämie. In seiner Familie gab es leider keinen passenden Spender, deshalb wurde für ihn weltweit gesucht. Glücklicherweise fand man in Sina Hünervogt, die in Düsseldorf lebt und mittlerweile drei Kinder hat, genau die Richtige. Sich zu engagieren und anderen zu helfen wurde Sina in die Wiege gelegt: Bereits seit ihrer Geburt ist sie Mitglied in der DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft). Als ein guter Freund von ihr im Jahr 2008 Stammzellen spendete und damit einem Familienvater helfen konnte, ließ auch sie sich bei der DKMS registrieren. Nur ein Jahr später konnte sie bereits spenden. „Die Chance zu bekommen, jemandem zu helfen, hat mich sehr glücklich gemacht“, sagte sie.

Chad einmal persönlich zu treffen, war für Sina genauso wichtig wie für ihn. „Ich bin froh und dankbar, dass ich spenden konnte, und wollte immer wissen, wer der Mensch ist, der meine Stammzellen erhielt.“ Deshalb hat sie mit ihrer Familie auch alles unternommen, um mit ihrem Mann zur Hochzeit nach Melbourne zu fliegen, zu der Chad sie eingeladen hatte.

Das erste Treffen fand in einem Café statt. Beide umarmten sich herzlich. „Die Verbindung war gleich da, und es gab viele Themen, über die wir sprachen, als würde man sich schon lange kennen“, berichtete Sina nach ihrer Reise.

Man gibt wenig und bewirkt viel

Auf der Hochzeit nur wenige Tage später wurden Sina und Roman herzlich empfangen. Sina erlebte die Feier als „Hollywood like“ – groß und glamourös. Sie saß als Ehrengast mit ihrem Mann am Elterntisch. Chads Vater betonte in seiner Rede, dass es diese Hochzeit ohne Sina vielleicht nie gegeben hätte. Immer wieder bedankten sich die Gäste bei Sina und ihrem Mann, so dass das Thema Stammzellspende sehr präsent war. Dabei stellte sich heraus, wie wenig die Freunde und die Familie von Chad zuvor über das Thema gewusst hatten und wie sehr sie die Uneigennützigkeit der Spende für einen Fremden wertschätzten.

Für Sina und Chad ist es bis heute ein großes Anliegen, die Möglichkeit einer Stammzellspende weltweit bekannter zu machen, aufzuklären und mit ihrer Geschichte die Menschen zur Registrierung zu motivieren.

„Es ist wenig, was man gibt, und viel, das man bewirken kann erst recht, wenn man an die eigenen Kinder denkt. Für Betroffene bricht oft eine Welt zusammen, wenn sie erfahren, dass ihnen nur eine Stammzellspende helfen kann. Daher ist jede Unterstützung wirklich wichtig“, appelliert Sina.

Spenden verbindet Menschen

Auch wenn sie nur eine kurze Woche zusammen verbrachten, konnten Sina und Chad ein paar Gemeinsamkeiten feststellen: Vom Charakter her zeichnet beide ein liebevolles, stets an das Gute glaubendes Wesen und eine herzliche Persönlichkeit aus.

Gespräche in Sinas Bekanntenkreis führten bereits zu vielen Registrierungen. Auch zwei Kolleginnen aus ihrem Amt haben bereits gespendet. Ganz ähnlich verlief es in Australien: Viele von Chads Freunden ließen sich ebenso registrieren und hoffen darauf, helfen zu können. Chad und Sina trennen zwar viele tausend Kilometer, doch fühlen sie sich einander eng verbunden. Ein nächstes Treffen steht noch nicht fest, wäre aber durchaus in Europa vorstellbar.

Für beide waren das Kennenlernen und die Hochzeitsfeier unvergessliche Erlebnisse. „Wir haben viele tolle Menschen kennengelernt und Freunde dazu gewonnen“, sagt Sina rückblickend.

Chad empfindet das genauso: “Sina und ihren Mann als unsere besonderen Gäste bei der Hochzeit zu haben, war eine absolute Ehre. Aber der größte Segen ist jetzt, sie meine Freunde nennen zu können”, sagt er.

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