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9. Mai 2022, News in Organisation & Transparenz

Ein schmerzlicher Verlust, der zu neuer Hoffnung führt

DKMS Direktorin Ignacia Patillo Garnham engagiert sich nach dem Tod ihres Sohnes in Chile für das Thema Stammzellspende

100.000 zweite Lebenschancen für Patient:innen mit Blutkrebs – auch für die mehr als 1000 Mitarbeiter:innen der DKMS ist dies weit mehr als eine Zahl. Denn mit diesem Meilenstein sind oftmals sehr berührende persönliche Geschichten verbunden. Eine davon ist die Geschichte von Ignacia Pattillo Garnham, Executive Director DKMS Chile, die ihren Sohn an Krebs verlor. Der Verlust motivierte sie, Teil des Teams von DKMS Chile zu werden. Seither trägt sie maßgeblich dazu bei, das Thema Stammzellspende in dem südamerikanischen Land weiter bekannt zu machen.

DKMS Mitarbeiterin Ignacia Pattillo Garnham, ist selbst schicksalhaft mit dem Thema Krebs verbunden. 2016 erhielt sie mit ihrer Familie die niederschmetternde Nachricht: Ihr dreijähriger Sohn Eduardo brauchte dringend eine Stammzellspende. Er befand sich bereits seit mehreren Monaten in Behandlung und kämpfte gegen einen sehr aggressiven Hirntumor. Doch die Chemotherapie verursachte eine schwere Wirbelsäulenaplasie. Die einzige Chance für ihn bestand in einer Stammzelltransplantation. Leider kam seine Schwester nicht als Spenderin infrage, sodass der Fremdspendersuchlauf gestartet wurde.

 „Bei unserer verzweifelten Suche hörte ich zum ersten Mal von der DKMS, von der wir die hoffnungsvolle Nachricht erhielten: Für Eduardo gab es einen passenden Spender, der sich bereit erklärte, ihm das Leben zu retten“, erzählt sie. „Später erfuhren wir, dass es sich um einen 24-jährigen Deutschen handelte.“

 Leider erlitt ihr Sohn ein Jahr später einen Rückfall und verstarb. „Der Verlust war für uns zutiefst erschütternd. Zugleich hat es mich dazu motiviert, für die DKMS zu arbeiten und einen Weg zu finden, anderen Eltern und Familien den Schmerz und das Leid zu ersparen, das wir erleben mussten.“

In der Zeit, als die Suche nach einem Stammzellspender für Eduardo lief, hatte sich Ignacia auch an die Öffentlichkeit gewandt, um auf das lebenswichtige Thema aufmerksam zu machen Ich wurde eingeladen, bei einem Fernsehbericht mitzuwirken, in dem Dr. Francisco Barriga für den neue DKMS Standort in Chile warb und von den Bemühungen berichtete, mehr Chilenen in das Register aufzunehmen. Von diesem Tag an war wir klar, dass ich unbedingt dabei sein wollte“, erinnert sie sich. „Ich werde den Menschen, die alles darangesetzt haben, meinen Sohn zu retten, sowie der wunderbaren Organisation, bei der er registriert war – der DKMS – für ewig dankbar sein. Damals wusste ich nicht wirklich, wie die Welt der Fremdspender-Transplantation funktioniert, dennoch spürte ich sofort, dass die Knochenmarkspende, die Eduardo erhielt, nur dank eines einfühlsamen Teams mit herzensguten Menschen möglich war, die sich mit aller Kraft für die Rettung von Menschenleben einsetzen. Diese Gruppe kannte ich nun und ich wollte unbedingt dazugehören.“

Seit 2018 ist DKMS Chile mit Sitz in Santiago Mitglied der internationalen DKMS Gruppe und Ignacia wertvoller Teil des Teams. Aktuell sind dort mehr als 125.000 Menschen in der Datei registriert. Die Arbeit der DKMS in Chile hat die Chancen für chilenische und lateinamerikanische Patient:innen, das perfekte Match zu finden, von 30 auf 50 Prozent erhöht.

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