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1. Februar 2019, News in Spender & Patienten

Weltkrebstag: Leben mit dem Multiplen Myleom

Am 4. Februar ist Weltkrebstag: 35-jähriger Ulmer berichtet über sein Leben mit der Tumorerkrankung

Norman Roßberg arbeitet in einem Verlagshaus und engagiert sich in seiner Freizeit ehrenamtlich für das Projekt Yes We Can!cer, eine Initiative für betroffene Krebserkrankte. 2016 erhält er die Diagnose: Multiples Myelom. Dabei handelt es sich um eine aggressive Krebserkrankung des blutbildenden Systems, in deren Folge Knochen porös und brüchig werden. Dem DKMS-Redaktionsteam schildert er sein Leben nach der schockierenden Diagnose.

Nach einem Urlaub auf Ibiza verändert sich bei Norman schleichend das gewohnte Leben. Er leidet unter Schlafproblemen und starken Rückenschmerzen. Als Physio- und Osteopathie auch nach Monaten keine Besserung bringen, veranlasst sein Physiotherapeut  MRT-Untersuchungen. Dabei stellt sich heraus, dass Norman Blutkrebs hat, und das bereits in einem fortgeschrittenen Stadium. Seine Knochen sind zum Teil instabil und drücken auf den Spinalkanal. Dies erklärt das Taubheitsgefühl im linken Bein, das zusätzlich zu den massiven Rückenschmerzen während der ersten Tage in der Klinik auftrat. Norman steht kurz vor einer Querschnittslähmung, seine Situation ist lebensbedrohlich. Dann geht alles sehr schnell. „In dem Moment als die Ärzte mir mitteilten, dass ich Krebs habe, gingen bei mir alle Lichter aus“, schildert er die schlimmste Zeit.

„Nein Mann! Ich will noch nicht gehen…“

Doch Norman erholt sich von dem Schock. Denn für ihn steht fest, dass er den Kampf gegen das Multiple Myelom aufnehmen würde. Sein Lebensgefährte, seine Familie und viele Freunde unterstützen ihn dabei. Vor allem seinem Partner Benjamin ist er unendlich dankbar. „Was Benni für mich getan hat, ist absolut unbezahlbar. Ich sage immer, dass das mit Worten nicht zu danken und auch nicht als selbstverständlich anzusehen ist, denn dann verliert es an Bedeutung und Wertigkeit.“

Irgendwie kommt Norman der Song „Nein Mann!“  der Band Laserkraft 3D in den Kopf. Aus der Textzeile „Ich will noch nicht gehen. Ich will noch ein bisschen tanzen“, macht er: „Ich will noch ein bisschen leben.“

 Viele Behandlungen und ein Leben lang Medikamente

In der Klinik stabilisieren die Ärzte Normans Knochen mit einem Korsett, und er darf sechs Wochen lang nur liegen. Parallel starten Chemotherapie und Bestrahlung. Im Jahr 2017 erhält Norman zudem  zwei autologe Stammzelltransplantationen – das bedeutet, dass er mit seinen eigenen Stammzellen behandelt wird. Die zweite Transplantation war laut Norman notwendig, um die bestmögliche Chance zu erreichen, den Krebs weitestgehend zurückzudrängen.

Die langwierige Therapie ist eine enorme Strapaze für seinen Körper. In 15 Monaten nimmt er fast 30 Kilogramm ab. Dennoch verliert Norman während der ganzen Zeit nie die Hoffnung und seinen Humor. Unter ein Foto auf seinem Instagram Account, das den Infusionsbeutel mit seiner Chemotherapie mit Blick aus dem Klinikfenster auf die untergehenden Sonne zeigt, schreibt er mit einem lachenden Smiley: „Lecker Sundowner“.

Im Mai 2018 darf Norman endlich das Krankenhaus verlassen. Ein echter Befreiungsschlag für ihn. Einfach nur im  Kaffee zu sitzen und die Leute zu beobachten, teilweise über Stunden, ist für ihn ein „Hochgenuss“. Langsam aber sicher erholt sich Norman nimmt auch wieder an Gewicht zu. Er genießt sein Leben, obwohl er weiß, dass seine Krankheit nicht heilbar ist. Da ist er Realist. Doch es gibt einen kleinen Lichtblick: Bei ihm, als jungem Patienten sprechen die Therapien besser an, als bei älteren Betroffenen.

Zurzeit ist Norman in Remission, aktuell sind also keine Krebszellen in seinem Körper nachweisbar. Dennoch muss er lebenslang Medikamente nehmen, eine so genannte Erhaltungstherapie, die zwar auch heftige Nebenwirkungen hat, die jedoch für ihn auszuhalten sind.

#Gönnertour: Kleine Auszeiten müssen sein

Heute ist Norman wieder voll im Alltag angekommen. Manchmal merkt er, dass er nicht mehr so belastbar ist, wie vor der Erkrankung.  Dann geht er mit Benni auf: „Gönnertour“. So nennt er Auszeiten in Form von kleinen Reisen oder Anschaffungen, die er sich vorher nicht gegönnt hätte. Beispielsweise hat er das Stand-up Paddling für sich entdeckt, und sich kurzerhand ein eigenes gekauft, um im Sommer auch einmal spontan rauszufahren und die Natur zu genießen. Die Frage, ob er jetzt intensiver leben würde, beantwortet Norman mit einem ganz klaren Ja.  „Für mich ist der Zeitpunkt noch nicht gekommen. Aber man weiß nie was passiert, daher genieße ich jeden Tag.“

Diesen Lebensmut möchte Norman auch anderen Betroffen mit auf den Weg geben. Er appelliert sich nicht so schnell über Nichtigkeiten im Alltag aufzuregen und froh zu sein, wenn man gesund ist.

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