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18. Juli 2018, News in Spender & Patienten

16 Jahre registriert: Plötzlich Spender

„Ich war total glücklich und motiviert. Das war richtig toll."

Reinhard Seitz (61) ließ sich bereits 1998 in die DKMS aufnehmen. 16 Jahre später schenkte er der US-Amerikanerin Mariah McHenry aus Spokane, in der Nähe von Seattle, mit seiner Stammzellspende eine zweite Lebenschance. Im Juli 2018 besuchte ihn seine 22-jährige genetische Zwillingsschwester zum ersten Mal in Deutschland.

Der Personalleiter aus Hatten engagiert sich schon lange für die DKMS. Seit 1998 ist er registrierter Spender und konnte bereits viele Nachahmer gewinnen. Bei seinem ehemaligen Arbeitgeber organisierte er beispielsweise zwei Registrierungsaktionen. Zweimal war Reinhard Seitz in der engeren Auswahl als Spender. Beim dritten Mal klappte es dann. „Ich war total glücklich und motiviert. Das war richtig toll“, erinnert er sich.

Über die DKMS schrieben sich Reinhard und Mariah anonyme Briefe und fieberten dem Ende der zwei Jahre Anonymitätssperre entgegen. Der erste Kontakt wurde über Facebook geknüpft.

Bereits mit 10 Jahren erkrankte Mariah an Aplastischer Anämie, einer sehr seltenen Erkrankung. Bei der Aplastischen Anämie ist die Blutbildung nicht ausreichend, was zu einem schweren Mangel an roten Blutkörperchen, weißen Blutkörperchen und Blutplättchen führen kann. Eine Stammzellspende ist  oft die letzte Chance für den Patienten, um wieder gesund zu werden.

Mariahs Ärzte versuchten es zunächst mit immunsupressiven Behandlungen und sie erhielt immer wieder Blut- und Trombozytentransfusionen. Damit war die Krankheit zwar immer noch da, jedoch konnte sie so für fast sechs Jahre ein einigermaßen normales Leben führen. Kurz vor ihrem Schulabschluss, im Januar 2013, waren die Werte jedoch so schlecht, dass entschieden wurde, dass sie in naher Zukunft eine Stammzellspende benötigt. Genau ein Jahr später, im Januar 2014, stand Reinhard für sie zur Verfügung.

„Ich konnte nicht glauben, dass jemand, der nichts von mir wusste, bereit war, den Prozess der Stammzellspende zu durchlaufen, um mein Leben zu retten“, sagt Mariah. Die Transplantation verlief gut und Mariah konnte nach wenigen Wochen bereits das Krankenhaus verlassen. Endlich konnte die Familie aufatmen und langsam aber sicher wieder nach vorne blicken. Mariah geht es heute wieder gut. Sie absolviert gerade eine Ausbildung zur Krankenschwester und genießt es, wieder ein normales Leben führen zu können.

Vor dem ersten Treffen mit Reinhard war die 22-Jährige sehr aufgeregt. Dies legte sich jedoch schnell, denn die Sympathie war auf beiden Seiten sofort da und es gab viel zu erzählen.

Für Reinhard Seitz steht fest: Nach der Geburt seiner Tochter sind die Stammzellspende und das persönliche Kennenlernen von Mariah die Highlights seines Lebens. „Es gibt kaum Erfahrungen, die einen näher an den Kern, an den Sinn des Lebens bringen, als sowas“, sagt er.  Er genoss die gemeinsame Zeit mit Mariah und ihrer Mutter Kimberly und reiste mit ihnen ein bisschen durch Deutschland.

Dabei machten sie auch Halt in Köln. Reinhard zeigte ihnen den Dom und den Zoo, aber allem voran die Klinik, wo er vor viereinhalb Jahren gespendet hatte und Mariahs zweites Leben begann. Mariah freute sich sehr, so auch die Möglichkeit zu bekommen, die andere Seite kennen zu lernen, und war beeindruckt davon, dass alleine in Deutschland täglich fast 15 DKMS-Spender für Patienten weltweit spenden.

Wie so oft, wenn sich Spender und Empfänger kennen lernen, stand auch bei Mariah und Reinhard schnell fest: Es haben sich zwei gefunden, die sich nicht nur gut verstehen, sondern vielmehr für immer mit einander verbunden sind – auch wenn eine Entfernung von über 8.000 Kilometern dazwischen liegt.

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