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14. August 2020, News in Spender & Patienten

„Einen Bruder habe ich mir schon immer gewünscht“

Rene Pluntke spendet Stammzellen und vergrößert seine Familie um „genetischen Zwilling“

Registrieren lassen hat sich Betriebsratsvorsitzender Rene Pluntke aus Mönchengladbach im Jahr 2007 bei einer Aktion für ein Mädchen mit türkischen Wurzeln. 13 Jahre später wurde er tatsächlich Stammzellspender – für einen Mann in der Türkei.

In Deutschland, Polen, USA, UK, Indien, Chile und Südafrika ist die DKMS als Stammzellspenderdatei mittlerweile aktiv. Ziel ist es, so vielen Menschen wir möglich eine zweite Lebenschance zu ermöglichen – und zwar weltweit. Rund 75 Prozent aller Stammzellspenden der DKMS gehen außerhalb des eigenen Landes an Menschen, die dringend auf eine Stammzellspende angewiesen sind. So auch bei Rene Pluntke, der im Juni Stammzellen für seinen genetischen Zwilling in der Türkei spendete.

„Urlaub habe ich in der Türkei schon mal gemacht. Ansonsten habe ich keine besondere Beziehung zu dem Land. Außer, dass ich dort jetzt quasi einen Bruder habe“, erzählt Rene Pluntke lachend. Mit sechs Schwestern ist der 54-Jährige im nordrheinwestfälischen Mönchengladbach aufgewachsen und hatte sich immer sehnlichst einen Bruder „als Verstärkung“ gewünscht. 2007 rief die Familie eines kleinen Mädchens dazu auf, sich bei der DKMS registrieren zu lassen. Für Pluntke keine Frage. Als Betreuer beim Jugendfußball hilft er ehrenamtlich und beschreibt sein Engagement so: „Es macht mir Spaß, mit jungen Leuten unterwegs zu sein, sie zu unterstützen und ich bin gerne ehramtlich aktiv. Stäbchen rein, Spender sein. Wenn ich mit so einer einfachen Sache helfen kann, dann mache ich das sehr gerne und habe dadurch jetzt quasi einen Blutsbruder bekommen.“

Als die DKMS ihn 13 Jahre nach der Registrierung anrief, war er im ersten Moment trotzdem baff: „Ich wusste zunächst gar nicht, wer mich da aus Tübingen anruft und musste mich erstmal vergewissern, dass ich nicht veräppelt werde. Doch die Dame am Telefon hat mich schnell überzeugt und mir in Ruhe erklärt, worum es geht und dass ich als Stammzellspender in Frage kommen würde. Am nächsten Tag habe ich bereits alle Infos per E-Mail und Post erhalten“, so Pluntke. Bedenken hatte er keine, er fühlte sich gut aufgehoben und nachdem die Voruntersuchungen positiv verlaufen waren, spendete er Mitte Juni peripher, also per Blutentnahme, Stammzellen. Anders als viele denken, ist das mittlerweile die häufigste Art zu spenden, denn nur in 20 Prozent der Fälle werden die Stammzellen in Vollnarkose über eine Knochenmarkspende entnommen.

„Mit mir spendeten noch einige andere Personen, ich war mit Abstand der Älteste, was aber gar kein Problem war. Ich hatte weder mit Nebenwirkungen des vorbereitenden Medikaments zu kämpfen, noch gab es bei der Spende selbst Schwierigkeiten. Die Nadeln links im Arm haben zwischendurch etwas gezwickt, aber ansonsten hat alles top geklappt und ich war überrascht, dass ich nach vier Stunden schon wieder gehen konnte. Sehr gefreut habe ich mich, als meine Tochter Alisha mir zwischendurch ein Foto mit einem Registrierungsset geschickt hat. Denn nachdem ich ihr erzählt habe, dass ich Stammzellen spenden würde, hat sie sich online direkt ein Set bestellt. Auch ihre beiden Freundinnen Louisa und Kim haben sich registrieren lassen,“ erzählt Pluntke stolz.

Die Spende selbst verlief optimal – danach wurde es emotional: „Ich saß im Schatten auf einem großen Stein und von einer auf die andere Sekunde war ich einfach platt, es war ein sehr emotionales, schönes Gefühl, das mich nachdenklich gemacht hat.“ Denn es gibt eine familiäre Verbindung zum Thema Blutkrebs. Sein Neffe war vor einigen Jahren an Leukämie erkrankt, mittlerweile geht es ihm zum Glück gut. „Mir ist nochmal klar geworden, wie wichtig es ist, dass Leute sich mit dem Thema Blutkrebs beschäftigen. Ich bin kein Typ, der groß was bei Facebook oder anderen Plattformen postet, aber wenn ich Menschen aus meinem Bekanntenkreis jetzt sehe, erzähle ich gerne von meiner Spende und davon, wie unkompliziert das ganze Prozedere ist. Im Grunde investiert man einen Tag seines Lebens, das ist wirklich eine Kleinigkeit und für den Patienten eine Riesenchance. Die Menschen sollten sich mit dem Thema befassen, sich informieren und danach entscheiden, ob sie sich vorstellen können, sich registrieren zu lassen. Es muss und kann ja gar nicht jeder machen. Aber jede und jeder sollte diese Entscheidung bewusst treffen.“

Mit seiner Spende hat Rene Pluntke einen lang ersehnten Bruder bekommen – und hilft darüber hinaus vielen anderen Patient:innen, indem er informiert und von seinen Erfahrungen berichtet.

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