Förderkreis Südostkurve e.V. startet Registrierungsaktion bei Wild Wings
Beim Heimspiel am 8. März gegen die Augsburger Panther gibt's neben Sport die Chance, Leben zu retten.
Der Förderkreis Südostkurve e.V. initiiert gemeinsam mit der DKMS eine Registrierungsaktion im Stadion. Die Aktion ist eingebettet in das soziale Engagement des Förderkreises unter dem Motto „Schwenningen hält zusammen“.
Bereits zum fünften Mal in Folge unterstützt der Zusammenschluss aus der Fankurve damit ein gesellschaftlich wichtiges Projekt. Die Geschichte zweier Mitglieder des Förderkreises zeigt, wie eng Solidarität, Sport und die Hoffnung auf Heilung verbunden sein können: Stammzellspenderin Sophia (23) und der frühere Blutkrebspatient Alex (27), beide große Fans des Eishockeysports in Schwenningen.
Eine Diagnose, die alles veränderte
Was mit Fieber, geschwollenen Lymphknoten und zunehmender Schwäche begann, entwickelte sich bei Alex innerhalb weniger Tage zur lebensbedrohlichen Situation. Im März 2019 erhielt der damals 20-Jährige die Diagnose Akute Myeloische Leukämie (AML). Es folgten intensive Chemotherapien, Monate im Krankenhaus und zahlreiche Nebenwirkungen. Erst im September konnte Alex die Klinik verlassen. In der Reha kämpfte sich der ausgebildete Sport- und Gymnastiklehrer Schritt für Schritt zurück. „Ein gesunder Mensch hat tausend Wünsche, ein kranker nur einen einzigen“, sagt Alex. „Diese Zeit hat meinen Blick auf‘s Leben komplett verändert.“
Heute arbeitet er selbst in der Onkologie-Rehabilitation und begleitet Krebspatient:innen auf ihrem Weg zurück in den Alltag. Seine eigene Erfahrung hilft ihm dabei, Mut zu machen. „Ich kann zeigen, dass nicht alle Hoffnung verloren ist. Dafür bin ich das lebende Beispiel, wenn ich vor meinen Patientinnen und Patienten stehe.“ Während seiner Erkrankung war für ihn der Rückhalt aus der Eishockey-Community in Schwenningen enorm. Der Förderkreis Südostkurve e.V., in dem Alex Mitglied ist, wurde für ihn und seine Familie zu einer tragenden Säule. „Die Gemeinschaft aus der Kurve war mein größter Halt – moralisch und auch im Alltag.“
Registrierung aus Solidarität – und eine echte Spende
Sophia erlebte Alex Krankheitsgeschichte hautnah mit. Die 23-Jährige ist seit ihrer Kindheit eng mit dem Eishockey verbunden. Über Familie und Freundeskreis fand sie ihren Platz in der Südostkurve der Wild Wings – und im Förderkreis. Als Alex erkrankte, war die Themen Blutkrebs und Stammzellspende plötzlich ganz nah, auch wenn die beiden sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich kannten. „Ich habe gemerkt, wie sehr es das gesamte Umfeld mitnimmt. Da war für mich klar: Ich will helfen.“ Sophia fieberte daher ihrem 17. Geburtstag entgegen, dem frühsten Zeitpunkt, um sich bei der DKMS zu registrieren. Kurz darauf ließ sie sich als potenzielle Stammzellspenderin aufnehmen. Zunächst geriet die Registrierung bei ihr in den Hintergrund. Schon drei Jahre später kam im Februar 2022 der Anruf: Sie passt als Spenderin für einen an Blutkrebs erkrankten Menschen.
Die Krux: Ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt war sie frisch am Kreuzband operiert. „Für mich war dennoch klar, dass ich spende, wenn das möglich ist“, sagt sie. Nach umfangreichen Untersuchungen in Freiburg stand fest: Sie kann wirklich spenden. Anfang Mai 2022 folgte die Stammzellentnahme. Der Tag war für sie emotional: „Neben mir wurden Patient:innen versorgt, denen man ihre Erkrankung angesehen hat. Da wurde mir noch einmal bewusst, wie wichtig diese Spende ist, die einer kranken Person irgendwo auf der Welt das Leben retten kann.“ Sophia erfuhr, dass ihre Stammzellen an eine junge Frau Mitte 20 nach Frankreich gingen, fast im gleichen Alter wie sie. Später kam die Nachricht: Die Patientin lebt. „Da ist mir ein Stein vom Herzen gefallen, weil man mit seinem genetischen Zwilling mitfiebert.“ Im Juni 2023 spendete Sophia ein zweites Mal, nachdem sie erneut angefragt wurde. „Ich hatte nur positive Erfahrungen. Wenn ich helfen kann, dann mache ich das definitiv.“
Geburtstage mit Bedeutung
Diese positive Haltung hat auch Alex. Er setzt sich über sein Engagement beim Förderkreis Südostkurve hinaus seit seiner Erkrankung privat für die DKMS ein. Ab 2020 sammelte er jedes Jahr an seinem Geburtstag, dem 5. November, Spenden – statt Geschenken wünscht er sich Unterstützung für den Kampf gegen Blutkrebs. Bis heute sind dabei rund 8.000 Euro zusammengekommen. Damit ermöglicht er die Finanzierung weiterer Registrierungen potenzieller Spender:innen. Die persönlichen Erfahrungen von Sophia und Alex sorgten unter anderem dafür, dass die anstehende Registrierungsaktion am 8. März im Stadion stattfindet. Die Schwenninger Wild Wings ermöglichen die Durchführung am Spieltag in der Helios Arena – jeder mit Eintrittskarte kann mitmachen. „Eishockey-Fans sind eine große Familie. Daher unterstützen wir gerne die DKMS“, erklärt Jasmin Özdemir, Fanbeauftragte der Schwenninger Wild Wings. „Das Engagement des Förderkreises Südostkurve und der Wild Wings für die DKMS begrüßen wir sehr. Auf den Fantribünen in unserem Stadion ist Zusammenhalt alles.“ Neben der Registrierung wird es auch eine Geldspendenaktion zugunsten der DKMS geben, um weitere Typisierungen zu finanzieren. Wer nicht vor Ort sein kann, bestellt sich sein Registrierungsset kostenfrei und bequem nach Hause.
Für Sophia und Alex ist die Aktion ein starkes Zeichen für gelebten Zusammenhalt. „Eishockey war immer ein Teil meines Lebens“, sagt Sophia. „Wenn wir diese Gemeinschaft nutzen können, um Leben zu retten, dann ist das etwas ganz Besonderes.“ Alex ergänzt: „Ich weiß, wie es ist, auf Hilfe angewiesen zu sein. Wenn wir am 8. März auch nur eine zusätzliche Registrierung erreichen, kann das irgendwann ein ganzes Leben bedeuten.“
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