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13. April 2021, News in Spender & Patienten

„Checker Tobi“ begleitet Begegnung mit dem Lebensretter

Grundschüler Niklas traf seinen Stammzellspender Axel

Auf diesen Moment haben alle sehnsüchtig gewartet: Niklas, weil er seinen Lebensretter kennenlernen darf. Seine Eltern, weil sie den Mann treffen werden, der für ihre Familie zum Sechser im Lotto wurde. Stammzellspender Axel, weil er seinem kleinen Blutsbruder zum ersten Mal begegnet. Und Tobias Krell alias „Checker Tobi“, weil auch er schon Stammzellen gespendet hat und gespannt ist, bei einem so hoffnungsfrohen Happy Ending im Kampf gegen Blutkrebs dabei sein zu dürfen.

Ich bin aufgeregt„, gesteht Niklas` Vater Michael Kühn vor dem großen Moment. „Das sind Gefühle, die unbeschreiblich sind.“ Und seine Lebensgefährtin Cindy Schuppan ergänzt: „Gleich kommt der Mann, der unserem Sohn das Leben gerettet hat!“ Der Mann, von dem die Rede ist, heißt Axel Stach. Er ist 51 Jahre alt und kommt aus Selm bei Dortmund. Bereits 2012 hat er sich als Stammzellspender bei der DKMS registriert. Da war Niklas noch nicht einmal geboren. Im April 2018 ließ sich Axel für einen fremden Blutkrebspatienten unter Vollnarkose Stammzellen aus dem Beckenkamm entnehmen. Dass es sich bei seinem Empfänger um einen fünfjährigen Jungen aus Deutschland handelt, erfährt er schon wenig später.

Diese Nachricht hat mich sehr berührt“, sagt Axel. Seine eigenen Kinder sind ein Jahr jünger und ein Jahr älter als sein kleiner Blutsbruder, er kann sich daher gut vorstellen, wie viel Leid die Familie durch die schwere Erkrankung des Kindes erleiden muss. In den folgenden zwei Jahren kommuniziert Axel anonym mit den Eltern seines Empfängers. Bis zum 10. April 2020, dem Tag, an dem sich die Spende zum zweiten Mal jährt und die in Deutschland geltende Anonymitätsfrist zwischen Spender und Empfänger aufgehoben wird. Axel erfährt, dass sein genetischer Zwilling Niklas heißt, inzwischen sieben Jahre alt ist und im brandenburgischen Maasdorf lebt. Er videotelefoniert mit der Familie, mehr lässt die Pandemie, die gerade an Fahrt aufnimmt, zunächst nicht zu.

Doch einige Monate später ist es soweit: Die Familien möchten sich nun endlich kennenlernen, natürlich unter Einhaltung aller Corona-Regeln. Mit seiner Frau Kirsti und den Kindern Ida und Oskar macht sich Axel aus Nordrhein-Westfalen auf den Weg nach Brandenburg. Und noch jemand reist für die besondere Begegnung an: Tobias Krell, der nach seiner eigenen Stammzellspende wenige Monate zuvor eine „Checker“-Kinderwissenssendung zum Thema Krebs für den KiKA vorbereitet und gemeinsam mit einem Kamerateam dabei ist.

Das Treffen findet draußen statt, in der Nähe eines kleinen Waldes. „Hey Kämpfer!“, ruft Axel schon von Weitem, als sich Niklas und seine Eltern nähern. „Hi Großer, es ist schön, Dich zu sehen.“ Es fühlt sich merkwürdig an, auf Abstand zu bleiben, sich nicht umarmen zu dürfen, finden alle. Aber auch richtig. Niklas Virusabwehr gilt durch die Transplantation noch immer als geschwächt. Und beide Familien achten ohnehin streng darauf, die AHA-Regeln zu beachten. Sicherheitshalber hat Axel vor dem Treffen sogar eine Woche ausschließlich von zu Hause aus gearbeitet.

Trotz der Distanz ist es für alle ein emotionaler Moment. Vor allem Niklas bemüht sich, gefasst zu bleiben. „Mama, ich habe extra nicht geweint“, sagt er später zu seiner Mutter. „Ich hatte sofort das Gefühl, dass Axel zur Familie gehört“, erzählt Cindy, die ihre Tränen anders als ihr Sohn nicht zurückhalten kann. Für Axel ist der Moment des Kennenlernens „absolut gewaltig“. Er habe zuvor Sorgen gehabt, dass die Situation zu emotional für ihn werden könnte, gesteht er nach dem Dreh. Er habe sich dann aber die ganze Zeit über sehr wohl gefühlt. Am liebsten würde er sofort einem weiteren Patienten helfen. „Meine Aufgabe als Stammzellspender war so einfach“, findet er.

Und auch für den „Checker“ ist es ein ganz besonderes Erlebnis. Mit Axel tauscht er sich über die Erfahrungen mit der Spende aus. Anders als Axel hat der „Checker“ ambulant Stammzellen gespendet, ähnlich wie bei einer Dialyse. „Man muss nur in Dein strahlendes Gesicht gucken, um zu sehen, was so eine Spende mit einem macht“, sagt er grinsend zu Axel.

Nachdem die erste Anspannung verflogen ist, flitzen die drei Kinder gemeinsam durch den Wald. Axel und Niklas schießen sich einen Ball hin und her – beide sind große Fußballfans. Und Axel hat Niklas auch etwas mitgebracht: Er hat ein Trikot von Niklas‘ Lieblingsverein Bayern München mit dessen Namen beflocken lassen. Da Axel selbst Dortmund-Fan ist, gibt es zudem noch einen Ball von seinem Verein, dem BVB.

Am Ende sind sich alle einig: Das Warten hat sich gelohnt. Es war ein ganz besonderer Tag, trotz der Corona-Umstände. „Durch die Begegnung mit Axel hat die Erkrankung unseres Kindes einen ganz tollen Abschluss gefunden“, freut sich Cindy. Irgendwann wollen sich die Familien wieder einmal treffen. Nach der Pandemie. Und sich dann endlich auch ganz fest in den Arm nehmen.

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