MEDIA CENTER

16. Mai 2018, News in Medizin & Forschung

„Junge Männer spenden besonders häufig“

Das Experten-Interview zur Themenwoche Junge Spender

Im Media Center erklärt Thilo Mengling, warum bei der Auswahl des passenden Spenders junge Männer besonders häufig zur Stammzellspende aufgerufen werden. Mengling gehört als Arzt und Projektmanager für wissenschaftlich-medizinische Projekte zum Medizinischen Team der DKMS und betreut dort unter anderem das Programm zur Spendernachbeobachtung.

Herr Mengling, warum spricht die DKMS gezielt junge Spender und dabei insbesondere junge Männer an?

Thilo Mengling: Damit ein Spender angefragt wird, müssen zunächst die Gewebemerkmale mit denen des Patienten übereinstimmen, also unabhängig vom Geschlecht. Aber die Statistik zeigt eindeutig, dass Männer im Alter zwischen 18 und 30 Jahren die am häufigsten angeforderten Spender sind. Generell bevorzugen Transplanteure jüngere Spender, da die Überlebensrate der Empfänger von Stammzellen junger Spender am höchsten ist.

Die meisten registrierten DKMS-Spender sind aber weiblich …

Richtig, deshalb ist es so wichtig, zu erklären, warum wir mehr junge Männer in der Datei benötigen. Nur 40% der registrierten Spender sind Männer, allerdings macht diese Gruppe 71% der tatsächlichen Stammzellspender aus.

Was spricht denn medizinisch gesehen für junge Männer?

Jüngere Menschen haben weniger Vorerkrankungen und sind in der Regel in einem besseren körperlichen Zustand. Es gibt zudem Hinweise, dass es für die Transplantation in vielen Fällen günstig ist, wenn das Geschlecht von Spender und Patient übereinstimmt. Die Konstellation Stammzellspenderin – männlicher Patient wird als besonders ungünstig eingestuft. Da es aber mehr männliche Blutkrebspatienten als weibliche gibt, werden dementsprechend auch mehr Männer zur Spende aufgerufen.

Welche Rolle spielt das Gewicht?

Auch das wird bei der Auswahl des passenden Spenders berücksichtigt. Spender sollten möglichst mehr wiegen als der Empfänger, um genügend Zellen zu spenden, was bei Männern eher der Fall ist.

Ein weiterer wichtiger Faktor dürfte die bessere Verfügbarkeit sein.

Richtig, Männer haben eine etwas bessere Verfügbarkeit, vor allem da sie bekanntlich nicht schwanger werden. Eine Schwangerschaft bedeutet ja eine Ausfallzeit von mindestens 15 Monaten. Außerdem können Frauen während einer Schwangerschaft HLA-Antikörper entwickeln. Bei einer nicht optimalen Übereinstimmung der Gewebemerkmale kann es dadurch zu vermehrten Abstoßungsreaktionen beim Empfänger der Stammzellspende kommen.

Auch wenn in der Kommunikation der Fokus auf jungen Männern liegt – an den Aufnahmeregularien hat sich nicht geändert, oder?

Nein, denn jeder Einzelne zählt! Grundsätzlich kann sich also jeder gesunde Mensch zwischen 17 und 55 Jahren registrieren lassen und ab 18 auch zur Spende aufgerufen werden.

Vielen Dank für das Interview.

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