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16. September 2026, News in Spender & Patienten

Der Lebensretter kommt aus der Nachbarschaft

Stammzellempfänger Taio (6) ist dank Spender Felix (27) wieder gesund und startet in die Grundschule

Im Alter von drei Jahren wird bei Taio aus Leipzig im August 2022 eine schwere aplastische Anämie festgestellt (SAA). Dabei handelt es sich um eine besondere Form der Blutarmut, bei der zu wenig Blutzellen gebildet werden. Dank der Knochenmarkspende von Felix ist Taio heute wieder gesund und wurde kürzlich eingeschult. Taios‘ „großer Blutsbruder“ Felix war natürlich auch mit dabei.

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    Endlich Schulkind: Stolz umarmt Taio seine Schultüte. Natürlich ist es eine [...]

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    Ein neues Kapitel hat begonnen: Felix und Taio genießen die Einschulungsfeier.

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    In seiner Freizeit läuft Felix auch schon mal einen Marathon.

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    von links nach rechts: Taios Vater Afa, Taio, Felix und Mutter Nicole.

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    "Du hast so viel geschafft und uns immer wieder gezeigt, wie stark du bist", [...]

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    Taio rechts mit seinen Brüdern Joel (12) und Zane (5).

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    Afas Familie mit seiner Schwester, Mann und Kindern, Tante, Onkel und Cousinen.

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    Dass Felix (links) diesen besonderen Moment gemeinsam mit Taio und seiner [...]

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    Spender Felix ist in seiner Freizeit gerne unterwegs.

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Hinter Taios Eltern Nicole (46) und Afa Njibamum (35) liegt eine anstrengende Zeit. Klinikaufenthalte, Arztbesuche, besondere, vor allem sterile Betreuung zu Hause für Taio – bei drei Kindern oft eine Herausforderung. Viele Abstimmungen innerhalb der Familie und mit den Arbeitgebern ganz abgesehen von den persönlichen Sorgen um das kranke Kind. „Unser Glück war, dass Taio von Grund auf ein fröhliches Kind ist und wir mit ihm zwischendurch immer wieder nach Hause durften, uns bewegen konnten“, sagt Vater Afa. Mutter Nicole ergänzt: „Wir hatten ein tolles Ärzte- und Pflegeteam, das uns gut begleitet hat. Auch wenn Taio nach der Transplantation erst einmal für ein dreiviertel Jahr zu Hause bleiben musste. Jede positive Kontrolluntersuchung hat uns Hoffnung und Zuversicht gegeben.“

Mittlerweile muss Taio nur noch jährlich seine Blutwerte kontrollieren lassen und nimmt keine Medikamente mehr. „Er ist ein normales Kind und hat die verpassten Monate sehr gut aufgeholt“, sagt Afa.

Das alles dank Felix

Felix Schmidt (27), der zufälligerweise auch in Leipzig lebt, registrierte sich bereits im Herbst 2020 bei der DKMS. Seine damalige Freundin macht ihn auf die Möglichkeit aufmerksam. „Das es ausgerechnet bei mir klappen könnte, damit habe ich nicht gerechnet“, sagt Felix.

Als der Wirtschaftsprüfungsassistent zwei Jahre später für eine Spende angefragt wurde, war er sehr überrascht und freute sich, helfen zu können. Ein wenig warten musste er dennoch bis im Frühjahr 2023 feststand, dass er im anstehenden Sommer spenden würde. Auf der anderen Seite versuchten Taios‘ Ärzte zunächst noch mit einer anderen Therapie die aplastische Anämie in den Griff zu bekommen.

„Meine Knochenmarkspende verlief entspannt. Ich fühlte mich sehr gut aufgehoben und hatte keine Bedenken wegen der OP,“ sagt Felix. Mit der Knochenmarkentnahme zählt er zu zehn Prozent der Spender:innen, bei denen die Stammzellen aus dem Beckenkamm entnommen werden. In 90 Prozent der Fälle erfolgt die Spende ambulant über die Armvene und ist vergleichbar mit einer Dialyse.

Kennenlernen nach zwei Jahren

Felix fühlte sich bereits nach der Spende mit seinem unbekannten „kleinen genetischen Zwilling“ verbunden. Das persönliche Treffen nach über zwei Jahren bestätigte und intensivierte dieses Gefühl.

Die erste Begegnung fand privat bei Familie Njibamum zu Hause statt. „Das Kennenlernen hat sich gar nicht fremd angefühlt. Es war super herzlich und vertraut. Als würde man ein Familienmitglied wiedersehen“, sagt Nicole. Afa ergänzt: „Felix ist ein richtig lieber Mensch und für Taio wie ein großer Bruder.“  Für alle war es eine riesige Überraschung, als sie erfuhren, dass sie in derselben Stadt wohnen – nur zehn Minuten voneinander entfernt. Auch Felix freute sich sehr auf das Treffen: „Es war schön, die Familie endlich persönlich kennenzulernen. Taio und ich haben Mario Kart gespielt und uns sehr gut verstanden.“

Neuer Lebensabschnitt

Taio freut sich auf die Schule. „Er ist ein offenes, schlaues und wissbegieriges Kind, das etwas lernen will“, sagt Afa. Spider-Man liebt Taio übrigens immer noch und er spielt weiterhin mit seiner Kindergartengruppe Fußball. Willi Orban-Fan ist er ebenfalls nach wie vor und erinnert sich gerne an das Treffen mit dem RB Leipzig-Profifußballer zurück.

Endlich ist der normale Alltag wieder eingezogen und die Familie blickt nach vorne, in eine gesunde Zukunft. Aus den Registrierungsaktionen für Taio sind bis heute übrigens schon vier tatsächliche Stammzellspender:innen hervorgegangen. Vier Lebenschancen für Patient:innen und deren betroffene Familien, die dadurch Hoffnung auf eine Zukunft und ein normales Leben erhalten haben.

„Registriert euch, es könnte auch eure Familie treffen“

Nicole und Afa wünschen sich, dass sich noch mehr Menschen registrieren, vor allem Menschen mit vielfältigen ethnischen Wurzeln. Taio hat deutsch-kamerunische Wurzeln. „Insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund sollten informiert werden. Ich habe erst von der DKMS und der Möglichkeit der Stammzellspende erfahren als mein Kind krank wurde. Heute weiß ich es sehr zu schätzen, dass die Leute freiwillig helfen und es ein weltweites Solidarsystem gibt, um Stammzellspender:innen zu finden. Registriert euch, besorgt euch einen Organspendeausweis und helft, denn es könnte auch eure Familie treffen“, appelliert Afa. Für Nicole war es besonders wichtig und toll zu erfahren, wie groß die Hilfsbereitschaft war. Ob innerhalb der Familie, von Freunden oder von Fremden. „Fragt nach Hilfe. Ihr müsst nicht alles alleine schaffen“, sagt sie.

Felix würde jederzeit wieder helfen. „Es tut nicht weh und der Zeitaufwand hält sich in Grenzen. Eine Registrierung ist keine verpflichtende Entscheidung für eine Knochenmarkspende, vielmehr die Chance ein Leben zu retten – DU entscheidest. Das positive Gefühl, dass du nach der Spende in dir trägst, kann man kaum beschreiben. Taio so gesund und fröhlich zu sehen, als eigenständige Person, ist toll“, sagt Felix.

Bei Taios‘ Einschulung lernte er weitere Familienmitglieder kennen, die ihm für seine Spende dankten und ihn herzlich aufnahmen. „Zwischen meiner neuen Familie zu sitzen war aufregend und fühlte sich vertraut und richtig an, so als würde ich schon immer dazugehören. Es war wunderschön, all das erleben zu dürfen.“

Nicole und Afa blicken auf einen Tag voller Dankbarkeit, Freude und unendlich vieler Emotionen. „Dass Felix diesen besonderen Moment gemeinsam mit Taio und uns als Familie erleben konnte, bedeutet uns unendlich viel. Aus einer unglaublich schweren Zeit ist eine Verbindung entstanden, für die wir jeden Tag dankbar sind. Jetzt beginnt ein neues Kapitel“, sagt Nicole.

Ende September wird Taio sieben Jahre alt und natürlich wird Felix dann auch wieder mit dabei sein und mit seinem „kleinen Bruder“ Geburtstag feiern.

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