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6. Dezember 2019, News in Partner & Netzwerk

Powerpärchen im Einsatz für die DKMS

Erfolgreiche Schulaktion in Eberswalde initiiert und durchgeführt

Philipp Mörsdorf aus Bernau bei Berlin schenkte mit einer Stammzellspende einem Patienten eine zweite Lebenschance. Seit Kurzem engagiert sich der im pfälzischen Breunigweiler aufgewachsene junge Mann auch als ehrenamtlicher Helfer. Erstmals leitete er am 4. Dezember 2019 eine Registrierungsaktion an einer Schule in Eberswalde, an der seine Lebensgefährtin Kathrin unterrichtet. Zusammen mit Schülerinnen und Schülern sowie dem Lehrerkollegium hatte das Paar den Aktionstag organisiert.

„Ich saß gerade im Büro, als mein Handy klingelte und ich von der DKMS einen Anruf erhielt, der mein Leben nachhaltig veränderte. ‚Sie kommen als Spender für einen Patienten infrage‘, sagte man mir. Danach ging alles ganz schnell, es war sehr dringend“, erzählt Philipp Mörsdorf und blickt dabei in die Gesichter von rund 160 Schülerinnen und Schülern des Gewerblich-Technischen Oberstufenzentrums Barnim II (OSZ) in Eberswalde. Alle lauschen ihm gebannt und es ist so still im Raum, dass man eine Stecknadel fallen hören könnte. Das Interesse an Philipps Geschichte, die er im Rahmen einer Infoveranstaltung zum Thema Stammzelltransplantation erzählt, ist groß. Philipp ist seit 2013 bei der DKMS registriert. Als er 2017 erfuhr, dass seine Gewebemerkmale mit denen eines Blutkrebspatienten übereinstimmen, war ihm sofort klar, dass er spenden würde.

Die benötigten Stammzellen wurden ihm aus der Blutbahn entnommen. „Es ging bei mir total schnell, nach einer Stunde war ich fertig – da mein Körper zum einen ordentlich Stammzellen produziert hatte und zum anderen auch nur eine relativ kleine Menge benötigt wurde. Normalerweise dauert die Entnahme rund vier Stunden“, berichtet der 29-Jährige. Das Verfahren der Stammzellentnahme aus dem Blut nennt sich Apherese und wird in rund 85 Prozent der Fälle angewendet. Um das Blut mit Stammzellen anzureichern, wird dem Spender vorab über fünf Tage hinweg ein Wachstumsfaktor verabreicht.

Philipp, der in Breunigweiler im Donnersbergkreis aufgewachsen ist und als studierter Politikwissenschaftler in Berlin für einen Bundestagsabgeordneten arbeitet, ist es ein großes Anliegen, sich auch nach seiner Stammzellspende weiter im Kampf gegen Blutkrebs einzusetzen. Deshalb bewarb er sich für das Volunteer-Programm der DKMS, bei dem sich junge Männer und Frauen ehrenamtlich engagieren können – beispielsweise, indem sie Registrierungsaktionen an Schulen und in Unternehmen leiten. Dort halten sie auch Vorträge, um über die Themen Blutkrebs und Stammzellspende zu informieren. Das Programm wurde 2017 ins Leben gerufen; derzeit unterstützen mehr als 100 Volunteers Projekte und Aktionen der DKMS.

Bei seinem ersten Einsatz als Volunteer am OSZ II Barnim wird Philipp von seiner Lebensgefährtin Kathrin Schirmer unterstützt. Die 27-Jährige stammt aus dem Landkreis Trier-Saarburg und ist inzwischen Lehrerin an dem Eberswalder Oberstufenzentrum. Kennengelernt haben sich die beiden in Trier, wo sie zu dem Zeitpunkt studierten. „Ich war bei Philipps Stammzellentnahme dabei und bin immer noch total stolz auf seine Spende“, sagt sie. „Besonders ergreifend war, als wir erfahren haben, dass die Spende an ein Kind in Tschechien gegangen ist, das nun eine Chance auf viele Lebensjahre hat. Philipp ist sehr bescheiden und wollte nicht groß darüber reden. Er sieht seine Spende als selbstverständlich an.“

Auch Kathrin liegt das Engagement für die DKMS am Herzen. Durch Philipps Spende ist sie auf die Idee gekommen, eine Registrierungsaktion an „ihrer“ Schule durchzuführen. „Ich finde es wichtig, dass über Blutkrebs und die Möglichkeit einer Stammzellspende aufgeklärt und informiert wird. Schulen haben einen Bildungsauftrag, der aus meiner Sicht über den Unterrichtsalltag hinausgeht. Das Anliegen der DKMS hat gesellschaftliche Relevanz, und ich hoffe sehr, dass wir gemeinsam etwas bewirken können.“

Bei der Registrierungsaktion steht der Schultag des OSZ II Barnim ganz im Zeichen der DKMS. In drei Infovorträgen erfahren die Schülerinnen und Schüler viel über die Arbeit der gemeinnützigen Organisation und darüber, wie wichtig junge Menschen für die Spenderdatei sind – unter anderem, weil sie Blutkrebspatienten dort eine lange Zeit als potenzielle Spender zur Verfügung stehen. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, sich gleich vor Ort in die Datei aufnehmen zu lassen. Damit der Aktionstag reibungslos abläuft, haben Kathrin und Philipp mit Unterstützung einer engagierten Schulklasse zuvor alle nötigen Vorbereitungen getroffen. Das „Powerpärchen“ hat die helfenden Schülerinnen und Schüler am frühen Morgen eingewiesen, ihnen den Ablauf erklärt und gezeigt, wie die Registrierung genau funktioniert. Alle sind mit viel Eifer dabei, wie etwa Michael, der an der so genannten Endkontrolle sitzt – was bedeutet, dass er alle von den Neuspendern ausgefüllten Einverständniserklärungen auf Vollständigkeit hin prüft. „Ich bin schon länger registriert, da es in meinem Freundeskreis einen Krankheitsfall gab. Es war daher sofort für mich klar, dass ich aktiv mitmachen werde“, sagt er.

Schulleiter André Haase ist begeistert vom Engagement der Schülerinnen und Schüler. Er hat damals sofort Kathrin Schirmers Idee unterstützt. „Wir wurden von der DKMS angeschrieben und auf ein extra auf Schulen zugeschnittenes Projekt hingewiesen – eine runde Sache“, sagt er. Unter dem Motto „Dein Typ ist gefragt“ lädt die DKMS Gymnasien, Gesamtschulen und berufliche Schulen dazu ein, sich im Kampf gegen Blutkrebs zu engagieren. Jährlich finden rund 1.000 DKMS-Veranstaltungen für Schülerinnen und Schüler zum Thema Blutkrebs und Stammzellspende statt. Super: Bereits im Vorfeld wurden von der Schule Unternehmen angeschrieben und um Geldspenden für die DKMS gebeten – 1800 Euro wurden gespendet, „Ich bin wirklich stolz, dass das Angebot so gut angenommen wird. Vielleicht kann schon bald einer unserer Schülerinnen und Schülern einem Patienten helfen“, bringt es André Haase auf den Punkt. Vorbildlich: Der Pädagoge nutze die Chance, sich ebenfalls registrieren zu lassen.

Am Ende des Aktionstags am OSZ II freuen sich Kathrin und Philipp über den Erfolg der Veranstaltung. „Vorab waren wir natürlich aufgeregt. Jetzt sind wir total froh, dass alles so toll klappt“, sagt Kathrin. „135 Registrierungen haben wir geschafft“, ergänzt Philipp. „Das ist großartig! Die Schülerinnen und Schüler waren sehr interessiert und haben viele Fragen gestellt. Sie wollten vor allem wissen, wie die Spende bei mir abgelaufen ist und ob ich Kontakt zu meinem Patienten habe – was in meinem Fall leider nicht möglich ist, da der Kleine in Tschechien lebt. Doch ich bekomme regelmäßig Infos zu seinem Gesundheitszustand. Das letzte Update: Es geht ihm gut – das ist für mich das Wichtigste und macht mich glücklich.“

Zum Hintergrund:

Jeder DKMS-Spender kann im Nachgang zu seiner Spende Angaben zu Geschlecht, ungefährem Alter und Herkunftsland des Empfängers erhalten. Dies erfolgt kurz nach der Spende in einem Telefonat mit dem betreuenden Koordinator der DKMS. Wenn der Spender möchte, kann er sich im Verlauf der nachfolgenden Wochen und Monate über den Genesungsverlauf „seines“ Patienten informieren. Auch können Spender und Empfänger unmittelbar nach der Spende miteinander anonym schriftlich in Kontakt treten. Die Richtlinien dafür sowie für die Weitergabe von Informationen über den Empfänger sind in den einzelnen Ländern jedoch unterschiedlich. Ein direkter, persönlicher Kontakt zwischen Spender und Patient ist in Deutschland frühestens zwei Jahre nach einer Stammzelltransplantation möglich, in einigen Ländern beträgt diese sogenannte Anonymitätsfrist fünf Jahre. Manche Länder, beispielsweise Tschechien, lassen gar keinen direkten Kontakt zu.

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