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30. April 2021, News in Spender & Patienten

30 Jahre DKMS: Rückblick auf die Kölner Aktion 1993

Eine der erfolgreichsten DKMS Aktionen überhaupt fand 1993 am Kölner Rudolfplatz statt für Stefan statt

1993 war der dreijährige Stefan aus Köln erkrankt. Der sonst so fröhliche Junge klagte plötzlich über Schmerzen im Bauch. Schon kurze Zeit später diagnostizierte man in der Kölner Uniklinik Blutkrebs. Die Nachricht zog seinen Eltern Bernd und Rosi den Boden unter den Füßen weg. Plötzlich war nichts mehr, wie es einmal war. Weil sie wussten, dass nur eine Stammzellspende das Leben ihres Kindes retten konnte, wandten sich die Eltern hilfesuchend an die DKMS. In kurzer Zeit organisierten Sabine Hildebrand und Stephan Schumacher eine Registrierungsaktion in der Kölner Innenstadt und suchten mediale Aufmerksamkeit: Viele Zeitungen berichteten, Margarete Schreinemakers startete einen großen Aufruf in Sat1. Auch Henning Krautmacher von den „Höhnern“ und Toni Schumacher (Torwart des 1. FC Köln) unterstützten den Aufruf werbewirksam.

Dann kam der große Tag der Aktion: Der Rudolfplatz ist einer der bekanntesten Plätze in Köln und verfügt über ein mittelalterliches Tor, die Hahnentorburg, die ehemals Teil der Stadtmauer war. Innerhalb dieses Tores sollte die Aktion stattfinden. „Es war mitten im Dezember, kalt, und es schneite. Wir waren noch unerfahren und rechneten auch wegen des Wetters nicht mit allzu vielen Spendern“, erinnert sich Sabine Hildebrand. Falsch gedacht: Knapp 8.000 (!) Bürger:innen aus Köln und Umgebung folgten dem Aufruf. Die Schlange reichte bis zum Friesenplatz, der mehr als 500 Meter entfernt ist. Der Andrang war überwältigend. Über eineinhalb Stunden standen die Spendewilligen in der Schlange und harrten geduldig aus, trotz Schnees und eisiger Kälte. Weil die Wartezeiten immer länger wurden, begannen Mitarbeiter:innen eines McDonalds’s Restaurants kostenlos  Kaffee anzubieten. Was für eine nette Geste.

Die Eltern des kleinen erkrankten Jungen konnten es nicht fassen. Was sie auf dem Platz vor der Hahnentorburg erlebten, trieb ihnen die Tränen in die Augen. Doch die Situation drohte zu eskalieren. Angesichts der immer größer werdenden Menschenmassen musste eine schnelle Lösung gefunden werden.

30JahreHeader

Zwei Stunden nach Beginn der Aktion konnten die DKMS Mitarbeiter:innen den Besitzer eines kürzlich eröffneten Hotels auf der anderen Straßenseite davon überzeugen, den gerade neu renovierten Konferenzraum zur Verfügung zu stellen. Zusätzlich baute das DRK in Windeseile noch zwei große Zelte auf. Aber damit war nur das erste Problem gelöst. Denn der Ansturm erforderte möglichst schnell sehr viele weitere Ärzt:innen, Krankenschwestern und -pfleger, die versiert Blut abnehmen konnten. Deshalb entschieden sich die DKMS Mitarbeiter:innen spontan zu einem Aufruf im Radio.

Dieser Radioaufruf erwies sich als großer Erfolg: „Am Ende kamen Krankenschwestern sogar aus dem rund 100 Kilometer entfernten Koblenz, um bei der Blutentnahme zu helfen. Innerhalb kürzester Zeit hatten wir unsere Kapazität verdreifacht“, erinnert sich Sabine Hildebrand und berichtet weiter: „Nachdem sich die Leute als Spender registriert hatten, fragten viele von ihnen, ob sie irgendwie unterstützen könnten, und wurden so zu freiwilligen Helfern. Wir kannten sie nicht, und sie kannten uns nicht, aber sie wollten einfach helfen. Wir waren insgesamt tief berührt von der großzügigen Unterstützung durch so viele Menschen. Das Hotel zum Beispiel war gerade erst renoviert worden und der ganze Konferenzraum sah nach der Aktion ziemlich ramponiert aus. Blut landete auf dem Teppich, draußen war es verschneit und matschig – der nagelneue Teppich musste nach der Aktion ausgetauscht werden. Doch statt sich zu beschweren, richtete der Inhaber sogar eine Kinderbetreuung ein und bot den Freiwilligen an, sich am Buffet zu bedienen, um sich während der rekordverdächtigen Arbeit etwas zu stärken.“

Und Stephan Schumacher fügt hinzu: Das war sicherlich eines der bemerkenswertesten Ereignisse während meiner Zeit bei der DKMS. Wir haben an diesem Tag fast 8.000 Menschen als potenzielle Stammzellspender aufgenommen und erkannt, wie viel Potenzial diese Aktionen bergen und was wir damit bewegen können. Das war gelebte Solidarität – einfach unglaublich.“

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