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4. Dezember 2018, News in Partner & Netzwerk

Im DKMS-Talk: Bundesministerin Franziska Giffey

„Manchmal gibt es Dinge, die wir nur schaffen können, wenn wir über die Familie hinaus, als Gesellschaft, zusammenhalten.“

Die Politikerin und DKMS-Unterstützerin über die Bedeutung von ehrenamtlichem Engagement für die Gesellschaft und im Kampf gegen Blutkrebs. Der Internationale Tag des Ehrenamtes am 5. Dezember ist auch im Kampf gegen Blutkrebs ein wichtiger Tag: Denn an ihm wird die Wertschätzung ehrenamtlichen und bürgerschaftlichen Engagements in den Fokus gerückt. Auch die DKMS kann auf den großartigen Einsatz von Unterstützern und Ehrenamtlern bauen und ist dafür sehr dankbar. Über diese großartige und uneigennützige Hilfe für andere hat das DKMS-Redaktionsteam mit Bundesministerin Dr. Franziska Giffey gesprochen.

Es sind beeindruckende Zahlen, die das Engagement und die Solidarität von Menschen mit Herz bündeln. Neben deutschlandweit mehr als 5 Millionen in der DKMS registrierten potenziellen Stammzellspendern sind jedes Jahr mehr als 15.000 Helfer in ihrer Freizeit im Dienste der gemeinnützigen Organisation aktiv – beispielsweise packen sie auf einer der jährlich mehr als 1.000 Registrierungsaktionen zur Gewinnung neuer Stammzellspender mit an, sammeln Geld für den guten Zweck und motivieren andere, sich für Blutkrebspatienten einzusetzen. In diesem Jahr hat die DKMS daher ein eigenes „Volunteerprogramm“ gestartet – und richtet sich damit gezielt an junge, hilfsbereite Menschen.

Frau Bundesministerin, die DKMS erfährt seit ihrer Gründung im Jahr 1991 in ihrem Kampf gegen Blutkrebs enormen Zuspruch von freiwilligen Helfern und Unterstützern – diese positive Energie und der Einsatz von Menschen in ihrer Freizeit bringt unsere Arbeit für Patienten nachhaltig voran. Wie wichtig ist für Sie persönlich und für die Gesellschaft bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement?

Das bürgerschaftliche Engagement in unserer Gesellschaft ist überaus wichtig und kann nicht hoch genug geschätzt werden. Bei der DKMS wird das besonders offensichtlich: Durch die Bereitschaft von mehr als 5 Millionen Spenderinnen und Spendern und das Engagement vieler Tausend Helferinnen und Helfer retten die Engagierten Leben. Nicht immer geht es beim bürgerschaftlichen Engagement um Leben und Tod, aber es geht immer darum, das Leben einzelner Menschen und unser Miteinander besser zu machen und schöner zu gestalten. Ich bin sehr froh, dass auch ich durch mein persönliches Engagement einen Teil dazu beitragen kann.

Seit Jahren unterstützen Sie schon unser Anliegen – dafür ein herzliches Dankeschön! So haben Sie unter anderem 2010 die Schirmherrschaft für die Aktion „Hilfe für Alp und andere“ in Berlin-Neukölln übernommen und sich im Zuge dessen auch als Spenderin in die DKMS aufnehmen lassen. Was war damals für Sie der Anlass?

Es war eine Situation in der ein Mensch, ein kleiner Junge, ganz konkret Hilfe brauchte. Manchmal braucht es einen konkreten Anlass, um den Schritt wirklich zu machen. Für mich ging es dabei aber nicht nur um den Jungen Alp. Es ging auch darum, viele Menschen dafür zu gewinnen, sich registrieren zu lassen, um auch anderen Menschen, die an Blutkrebs erkrankt sind, Hoffnung zu geben.

Rund 1000 Menschen haben sich damals bei der Aktion für Alp und andere registrieren lassen. Jetzt gibt es großartige Neuigkeiten: Davon haben bereits elf Spender tatsächlich mit einer Stammzellspende einem Patienten eine zweite Lebenschance schenken können. Wie können wir in Ihren Augen noch mehr Menschen ermutigen, sich zu engagieren – allgemein sowie im Kampf gegen Blutkrebs?

Das ist eine wunderbare Nachricht, über die ich mich sehr freue! Viele Menschen erfahren in Krisensituationen Zuspruch, Unterstützung und Ermutigung durch Familie und Freunde. Aber manchmal gibt es Dinge, die wir nur schaffen können, wenn wir  über die Familie hinaus, als Gesellschaft, zusammenhalten. Das gilt übrigens nicht nur für die Stammzellspende. Ich danke allen, die sich bereits registriert haben für ihre große Solidarität mit Menschen, die auf diese Stammzellenspende für ihr weiteres Leben angewiesen sind. Und ich rufe alle anderen dazu auf, sich auch registrieren zu lassen und damit möglicherweise einem Menschen das Leben zu retten.

Über 30 Millionen Menschen engagieren sich bereits in Deutschland: Als Trainer, Lesepatin oder Besuchsdienst im Pflegeheim. All diese Menschen merken: Mein Engagement tut nicht nur denjenigen gut, für die ich mich engagiere, es tut mir selbst auch gut. Viele weitere Menschen wollen auch etwas tun. Ihnen müssen wir gute Gelegenheiten bieten, ihren Wunsch in die Tat umzusetzen.

An unserem Volunteerprogramm beteiligen sich aktuell 60 junge Menschen, zumeist engagierte Studenten, im Rahmen eines klassischen Ehrenamts und organisieren eigenständig Registrierungsaktionen für und mit uns – Tendenz erfreulicherweise steigend. Wie wichtig ist der Einsatz von jungen Menschen für die Gesellschaft?

Ich finde es sehr wichtig, dass junge Menschen – Schülerinnen und Schüler, Auszubildende oder Studierende – sich engagieren. Es gibt so viel, was junge Menschen interessiert und zum Mitmachen motiviert: Umwelt- und Naturschutz, Musik und Sport und natürlich Gesundheit. Es ist sehr wertvoll, schon als junger Mensch zu erfahren, dass die Welt um uns herum durch unser Engagement verändert werden kann. Wie gut es ist, sich für mehr zu interessieren als nur für sich selbst. Selbstwirksam zu sein, ist das Wesen des Engagements und eine beglückende Erfahrung. Wer das früh erlebt, wird mit großer Wahrscheinlichkeit sein Leben lang engagiert bleiben. Das ist gut für jeden einzelnen und für unsere Gesellschaft als Ganzes.

Vielen Dank für das Gespräch.

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