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1. Dezember 2019, News in Organisation & Transparenz

Im DKMS-Talk: Glücksforscher Prof. Karlheinz Ruckriegel

„Wichtig ist, dass man engagiert durchs Leben geht und etwas tut, was einen erfüllt und Sinn stiftet.“

Ehrenamt schafft Sinn und ist ein Gewinn fürs Leben – das sagt Prof. Dr. Karlheinz Ruckriegel über die Bedeutung von uneigennützigem Engagement von Menschen für die Gesellschaft und im Kampf gegen Blutkrebs. Zum Internationalen Tag des Ehrenamtes am 5. Dezember hat das DKMS-Redaktionsteam mit dem renommierten Professor für Volkswirtschaftslehre und interdisziplinärer Glücksforschung an der Fakultät Betriebswirtschaft der TH Nürnberg gesprochen – im Fokus stand auch das Volunteerprogramm der DKMS, bei dem mittlerweile 100 junge Menschen ehrenamtlich mithelfen.

Mehr als 15.000 Menschen engagieren sich jährlich allein in Deutschland freiwillig für die DKMS. Der Einsatz ist vielfältig und reicht vom bürgerschaftlichen Engagement – wie etwa dem Helfen auf Veranstaltungen, dem Sammeln von Geldspenden, dem Initiieren von Benefizaktionen oder planen von Kuchenverkäufen für die gute Sache – bis hin zu einer ehrenamtlichen Tätigkeit im klassischen Sinn. Für die gemeinnützige Organisation eine wertvolle Hilfe, die gleichzeitig auch sinnstiftend für die Helfenden sein kann, erklärt Glücksforscher Prof. Dr. Karlheinz Ruckriegel, der sich seit vielen Jahren intensiv mit der Suche nach und der Definition von Glück befasst.

Lieber Prof. Ruckriegel, da wir uns in der Vorweihnachtszeit befinden: ‚Geben ist seliger denn nehmen‘ lautet ein Spruch aus dem Neuen Testament. Würden Sie dem zustimmen und kann dies eine Glücksformel sein?

Ja, auf jeden Fall. Wir wissen, dass das Engagement für andere sich sehr positiv auf unser Wohlbefinden auswirkt. Wir Menschen sind die sozialsten Wesen auf diesem Planeten (natürlich gibt es auch Ausnahmen, wie jeder weiß). Wir sind auf andere angewiesen und wir freuen uns, wenn es anderen gut geht und wenn wir etwas dafür tun können.

Die DKMS hat es sich zur Aufgabe gemacht, Patienten mit einer Stammzellspende neue Lebenschancen zu schenken und registriert dazu potenzielle Spender in die Datei – mittlerweile sind es allein in Deutschland mehr als 6,4 Millionen. Was bedeutet Glück im Kampf gegen Blutkrebs?

Es ist schlicht eine Win-Win-Situation – nicht nur der, dem die Spende eine neue Lebenschance schenkt, sondern auch der, der spendet profitiert. Spenden oder Ehrenamt – beides wirkt sich positiv auf unser Wohlbefinden aus.

Sie weisen mit Ihrer Forschung eindrucksvoll darauf hin, dass ein Ehrenamt wesentlich zum eigenen Glücksgefühl beitragen kann. Warum ist das so?

Eine ehrenamtliche Tätigkeit geht mit einer höheren Lebenszufriedenheit und einer positiven Stimmung einher. Dies beruht darauf, dass Ehrenamt Möglichkeiten schafft, um

  • sich zu engagieren,
  • etwas Neues anzupacken,
  • Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen,
  • an der Verbesserung von gesellschaftlichen Problemlagen mitzuwirken,
  • eigene Projekte zu verwirklichen,
  • Kenntnisse und Fähigkeiten einzubringen und zu vermitteln,
  • Netzwerke mit Gleichgesinnten aufzubauen,
  • Sich fortzubilden und geistig fit zu halten.

Die Menschen helfen über eine Registrierung hinaus auch aktiv im Kampf gegen Blutkrebs, z. B. durch bürgerschaftliches Engagement auf Registrierungsaktionen aber auch durch klassisches, langjähriges Ehrenamt. Was bedeutet diese Unterstützung für gemeinnützige Organisationen wie die DKMS?

Gemeinnützige Organisationen wie die DKMS schaffen einen organisatorischen Rahmen, um ehrenamtlich tätig werden zu können. Sie tragen so nicht nur aktiv zum Glück derjenigen bei, die sie unterstützen, sondern auch zum Glück derjenigen, denen sie eine ehrenamtliche Tätigkeit ermöglichen. Sie schaffen Möglichkeiten für Engagement.

Das 2018 gestartete Volunteerprogramm der DKMS erfreut sich immer stärkerer Beliebtheit. Aktuell beteiligen sich 100 junge Menschen, zumeist Studierende, im Rahmen eines Ehrenamts, wofür wir auch eine offizielle Bestätigung ausstellen. Ist es insbesondere der jungen Generation wichtig, dem Leben einen tieferen Sinn zu geben und somit vielleicht auch glücklicher zu sein?

Ja, auf jeden Fall. Es geht ihnen um ein ganzheitliches, glückliches Leben. Weltweite Untersuchungen zeigen, dass Menschen, die in ihrem Leben persönlichem Wachstum, zwischenmenschlichen Beziehungen und Beiträgen zur Gesellschaft Priorität gegenüber Geld, Schönheit und Popularität einräumen deutlich besser Zufriedenheitswerte haben. Wichtig ist, dass man engagiert durchs Leben geht und etwas tut, was einen erfüllt und Sinn stiftet.

Lieber Prof. Ruckriegel, herzlichen Dank für das Gespräch!

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