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11. Oktober 2019, News in Spender & Patienten

Erstes Treffen vor 50.000 Menschen

Zwischen Bachelorarbeit und einem besonderen Kennenlernen

Im Oktober 2019 fliegt Manuel Suilmann (23) in die USA, um dort den 25-jährigen Kyle zu treffen. Vor etwa zwei Jahren konnte Manuel dem jungen Amerikaner eine zweite Lebenschance schenken. Auf einem Football-Feld sehen die beiden sich das erste Mal persönlich. Im Gespräch mit der DKMS erzählt der Physikstudent von seiner Stammzellspende und dem Kennenlernen vor tausenden Zuschauern.

Als im Dezember 2015 in der Mensa der Leibniz Universität Hannover eine Registrierungsaktion stattfindet, nutzt Manuel Suilmann die Gelegenheit und lässt sich vor Ort in die DKMS aufnehmen. Bereits etwa ein Jahr später erhält er per Anruf die Nachricht, dass er als Spender in Frage kommt. Zweifel wegen der Spende hatte der damals 20-Jährige der in seiner Freizeit gerne an seinem VW-Bus bastelt, nicht. „Über meine Sicherheit habe ich mir keine Gedanken gemacht. Ich habe eher überlegt, was auf der anderen Seite los ist und hatte deswegen keine Zweifel“, erinnert sich Manuel.

Einige Monate später ist es dann soweit – im Februar 2017 spendet Manuel zunächst Knochenmark, 10 Tage später dann auch Stammzellen, da nochmal eine Nachspende notwendig war. „Die ersten Informationen habe ich direkt nach der ersten Spende bekommen. Mir wurde gesagt, dass der Patient aus den USA kommt und zum damaligen Zeitpunkt 22 Jahre alt war“, erzählt der Physikstudent, der heute an der Technischen Universität in Braunschweig studiert und gerade seine Bachelorarbeit schreibt. Zu diesem Zeitpunkt denkt Manuel das erste Mal wirklich über ein persönliches Treffen mit dem Empfänger nach. „Ich habe dann schon überlegt, dass es vielleicht ganz cool wäre, ihn zu treffen, wenn er sogar in meinem Alter ist. Gleichzeitig war es damals relativ unpersönlich, weil ich mir absolut nicht vorstellen konnte, wer die andere Person ist und was auf der anderen Seite vor sich geht“, so Manuel.

Im August, nach Ablauf der zweijährigen Anonymitätsfrist, wird Manuel von „Be the Match“ des National Marrow Donor Programms (NMDP) in die USA eingeladen, um dort seinen Empfänger kennenzulernen. In der Pause eines Football-Spiels. Er erfährt außerdem den Namen des Patienten – Kyle Tanner. Plötzlich wird alles viel greifbarer. Manuel, der zuvor noch nie in den USA gewesen ist, entscheidet sich dafür, die Einladung anzunehmen und gemeinsam mit seiner Freundin für acht Tage nach Minneapolis zu reisen. Die Reise in die USA kollidiert glücklicherweise nicht mit der Abgabe seiner Bachelorarbeit: „Ich habe bis Januar Zeit, dementsprechend ist das kein Problem.“

In Minneapolis soll Manuel den 25-jährigen Kyle, dem er seine Stammzellen spenden konnte, das erste Mal persönlich treffen – auf dem Football-Platz der Minnesota Golden Gophers, dem TCF Bank Stadion. Einem Stadion mit über 50.000 Plätzen. Eine außergewöhnliche Situation für Manuel, wie er vor seiner Reise erzählt: „Erst war ich relativ entspannt, weil ich dachte, dass ich dann da nur stehen und lächeln muss. Inzwischen wurde mir aber gesagt, dass dort auch ein paar Interviews stattfinden sollen. Seitdem bin ich schon sehr aufgeregt.“ Auch auf das Kennenlernen mit Kyle, mit dem er die Wochen nach Ablauf der Anonymitätsfrist zunächst über Facebook Kontakt hatte, ist er gespannt, wie er einige Tage vor der Abreise erzählt: „Ich freue mich dorthin zu reisen, die Aktion zu unterstützen und auch auf das Treffen. Ich versuche, das Ganze einfach auf mich zukommen zu lassen.“

In den USA angekommen hat Manuel, abgesehen von einem kurzen Interview mit „Be the Match“, zunächst noch ein paar Tage frei. Am Morgen des Spieltags gibt der 23-jährige noch zwei Interviews im Hotelzimmer und fährt schließlich zum Stadion. Kurz nach dem Anpfiff wird er bereits zum Spielfeldrand geholt – das Kennenlernen soll zwischen dem 1. und 2. Viertel des Matches stattfinden. Umgeben von großem Medientrubel ist es schließlich soweit – Manuel und Kyle treffen sich. Vor tausenden Menschen. „Ich war einfach extrem aufgeregt.“, erinnert sich Manuel. Allerdings nicht wegen der Zuschauer: „Das Publikum hat mich nicht so gestört, eher die ganzen Kameras“, erzählt er lachend. „Ich habe eigentlich nur den Moment herbeigesehnt, nach dem Spiel mit Kyle alleine zu sein und ihn wirklich kennenzulernen.“

Die 2,5 Tage nach dem Spiel verbringen Spender und Empfänger noch gemeinsam. Abseits vom Medientrubel. Hier erfährt Manuel auch, dass Kyle die ganze Aktion angestoßen hat: „Er hat das alles initiiert. Es hat mich wirklich gefreut, dass es von Kyle ausging.“ Wieder in Deutschland angekommen resümiert Manuel Suilmann seine Zeit in den USA. „Es war ziemlich cool. Auch wenn ich froh bin, dass das mit den ganzen Kameras vorbei ist.“, erzählt er. „Ich hatte aber Spaß und hab viele sehr coole Leute kennengelernt.“ Die beiden jungen Männer möchten auch in Zukunft Kontakt halten.

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