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5. August 2021, News in Spender & Patienten

Vielfalt macht Lebensretter:innen

Schon einige Schicksalsschläge musste Abeer in ihrem Leben verkraften – nun kämpft die dreifache Mutter gegen akute Leukämie

Abeer ist in Syrien geboren, hat Architektur studiert und zieht später für die Liebe zu ihrem syrischen Mann nach Deutschland, der dort als Mediziner arbeitet. Die beiden heiraten, bekommen drei Kinder – Muno, Nathalie und Bilal – bevor sie aus Sehnsucht 2004 in ihre syrische Heimat zurückkehren. Doch das perfekte Glück der Familie ist von kurzer Dauer.

Dabei fing alles so gut an: Die Rückkehr der Familie nach Damaskus schien das gemeinsame Glück für sie perfekt zu machen. Wieder zurück bei den Freunden und Verwandten, keine Sehnsucht mehr nach der Heimat. Doch schon ein Jahr nachdem sie im Jahr 2004 nach Deutschland zurückkehrt, trifft die Familie der erste Schicksalsschlag: Abeers Mann stirbt in Damaskus und die Familienmutter ist fortan mit der Erziehung ihrer drei Kinder auf sich allein gestellt. Eine herausfordernde Zeit, die sie mit viel Willenskraft meistert. 2011 gerät ganz Syrien in die Krise und Abeer verlässt ein Jahr später mit ihren Kindern die Heimat, um sie vor den Wirren des Bürgerkrieges zu schützen. Wie schon ein knappes Jahrzehnt zuvor ist das Ziel erneut: Deutschland.

In Aachen findet die vierköpfige Familie ein neues Zuhause, doch Abeer fühlt sich schon kurz nach der Rückkehr nach Deutschland von Tag zu Tag müder und antriebsloser. Die Diagnose lässt nicht lange auf sich warten: Die Familienmutter ist an chronischer Leukämie erkrankt. Nach einer erfolgslosen Chemotherapie stabilisiert ein neues Medikament fürs Erste ihren Gesundheitszustand. Selbst nachdem sich ihr Zustand 2019 wieder verschlechtert, hält Abeer weiter durch. Ihre Kinder geben ihr die nötige Kraft dazu: „Die größte Motivation, nicht aufzugeben, war es am Ende sicherstellen zu können, dass meine Kinder ihre Hochschulausbildung erfolgreich abzuschließen.“ Mit einer Antikörpertherapie und weiteren Medikamenten kann sie die Erkrankung vorerst in Schach halten.

Bis im Frühjahr 2021 bei einer Routineuntersuchung erneut die Alarmglocken schrillen: Abeers Lymphknoten wachsen wieder – sie hat keine chronische mehr, sondern eine akute Leukämie! Die bisherigen Therapieansätze können dagegen nichts mehr ausrichten. Jetzt wird klar: Nur eine passende Stammzellspende kann noch ihr Leben retten.

Auf der Suche nach einem „genetischen Zwilling“ für ihre Mutter setzen sich ihre drei Kinder seitdem unermüdlich ein, um ihr durch eine geeignete Stammzellspende eine zweite Lebenschance zu ermöglichen. Von Abeers Willenskraft im Kampf gegen den Blutkrebs sind die Kinder überzeugt: „Meine Mutter ist eine starke Persönlichkeit“, sagt ihr ältester Sohn Muno. „Sie jammert nicht, ist nicht wehleidig und fragt nicht nach einem Warum.“ Für die selbständige, kulturinteressierte und ausgehfreudige Frau sind die Einschränkungen durch ihre Erkrankung am schwierigsten zu ertragen. „Ich habe seitdem nicht mehr die Kraft, nach draußen zu gehen“, so Abeer. „Ich musste lernen, dass man nicht immer alles unter Kontrolle haben kann. Das war die schwerste Erfahrung.

Doch den Kampf gegen den Blutkrebs hat sie angenommen – auch für ihre Kinder, die sie auf ihrem Lebensweg weiter begleiten will. Und die unterstützen sie mit aller Kraft. „Wir bitten alle, die dieser Aufruf erreicht: Lasst euch registrieren. Unsere Mama ist die großartigste Mutter der Welt, sie war immer für uns da. Jetzt ist sie es, die unsere Hilfe braucht. Mit eurer Teilnahme schenkt ihr Hoffnung auf das Größte, was es gibt – einfach nur leben zu dürfen! Allen, die sich an dieser Aktion beteiligen, danken wir von ganzem Herzen.

Abeers Schicksal ist dabei kein Einzelschicksal. Wie sie erhält alle 27 Sekunden irgendwo auf der Welt ein Mensch die Diagnose Blutkrebs. Noch immer finden viele Patient:innen keinen geeigneten „genetischen Zwilling“. Die Mehrheit von ihnen ist auf unverwandte Stammzellspender:innen angewiesen, deren oder dessen relevante Gewebemerkmale möglichst gut mit ihren eigenen übereinstimmen. Die Gewebemerkmale werden auch durch die ethnische Herkunft beeinflusst und sind regional unterschiedlich. Daher ist es so wichtig, dass sich möglichst viele Menschen jeglicher Herkunft in die Datei aufnehmen lassen. Denn die Vielfalt in der Datenbank der DKMS ermöglicht Menschen ganz verschiedener Ethnien die Möglichkeit auf eine zweite Lebenschance.

Alle Infos zur Online-Aktion für Abeer finden Sie unter dkms.de/aktiv-werden/online-aktionen/abeer

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